Buch-Metadaten für den Buchhandel schreiben
Wer die Felder unterschätzt, wird nicht gefunden
Bevor ein Buch gekauft wird, muss es gefunden werden, und gefunden wird es über Metadaten: Titel, Untertitel, Warengruppe, Schlagworte, Beschreibungstext. Diese Felder werden oft in zehn Minuten gefüllt, obwohl sie im Bestellsystem des Buchhandels und in jedem Onlineshop die Grundlage bilden.
Für Verlage ist das Routine mit Tücken, für Selbstverlegerinnen oft Neuland. Diese Anleitung sortiert, worauf es sprachlich ankommt.
Titel und Untertitel arbeiten zusammen
Der Titel darf assoziativ sein, der Untertitel sollte es nicht. Er ist die Stelle, an der steht, worum es geht und für wen. Bei Sachbüchern entscheidet er häufiger über den Kauf als der Titel.
Zwei Fehler sind verbreitet. Der eine ist der doppelte Titel: Untertitel wiederholt in anderen Worten, was der Titel schon sagt. Der andere ist der Untertitel, der nur atmosphärisch wirkt und keine Information trägt.
Wichtig ist außerdem die exakt gleiche Schreibweise über alle Systeme hinweg: Groß- und Kleinschreibung, Doppelpunkt oder Gedankenstrich, Zahlwort oder Ziffer. Uneinheitliche Titelschreibweisen führen dazu, dass ein Buch in Systemen doppelt oder gar nicht auftaucht.
Einordnung via Warengruppe und Kategorien
Diese Zuweisung legt fest, welches Regalfach und welche Rubrik das Werk erhält. Irrtümer kosten viel, weil das Buch dann in einem unpassenden Umfeld angeboten wird.
Bei der Wahl hilft ein einfacher Test: In welchem Regal würden Sie das Buch selbst suchen? Wenn die Antwort nicht eindeutig ist, entscheidet die Zielgruppe, nicht der Inhalt. Ein Roman über eine Ärztin gehört zur Belletristik, nicht zur Medizin.
Zusätzlich vergeben viele Systeme eigene Kategorien und Schlagworte. Hier gilt: lieber wenige präzise als viele allgemeine. Ein Schlagwort, das auf zehntausend Titel passt, hilft niemandem beim Finden.

Kurzfassung der Autorenvita in drei Sätzen
Als standardisiertes Metadatenfeld neigt die Biographie oft dazu, unnötig ausführlich und privat zu werden. Oft reichen bereits drei Sätze: Sie nennen die relevanten Kompetenzen für dieses spezielle Werk, skizzieren frühere Tätigkeiten und geben Auskunft zum Wohn- oder Arbeitsort.
Bei Sachbüchern ist der erste Satz der wichtigste, weil er die Autorität begründet. Bei Romanen darf er persönlicher sein, sollte aber keine Aufzählung von Hobbys werden. Und in jedem Fall gilt dieselbe Schreibweise des Namens wie auf dem Cover, inklusive Initialen und Bindestrichen.
Der Beschreibungstext im Shop
Anders als der Vorschautext richtet sich diese Beschreibung an Leserinnen. Sie wird auf dem Handy gelesen, oft nur die ersten drei Zeilen, weil der Rest hinter "mehr anzeigen" verschwindet.
Ohne Weiterführung müssen die Startsätze tragfähig sein. Entscheidendes Material (Sujet, Publikum, Alleinstellung) gehört stets vor die Kürzungsgrenze.
Formatierung ist dabei begrenzt: Viele Systeme erlauben nur einfache Auszeichnungen, manche gar keine. Verlassen Sie sich nicht auf Fettungen, die im Shop verschwinden, sondern bauen Sie die Wichtigkeit in die Reihenfolge ein.
Schlagworte statt Stichwortsalat
Schlagworte beschreiben, wonach jemand tatsächlich sucht. Meist handelt es sich um Themen, Motive, Schauplätze und Genres, nicht um Qualitätsadjektive. „Spannend“ sucht niemand, „Island-Krimi“ schon.
Wer bei Selbstverlagsplattformen arbeitet, hat oft eine feste Zahl von Feldern. Nutzen Sie sie unterschiedlich statt redundant: Wenn ein Feld bereits "Familiengeheimnis" enthält, bringt "Familie" im nächsten Feld nichts dazu.
Halten Sie zudem Markennamen sowie Namen anderer Autorinnen und Autoren von Ihren Schlagworten fern. Viele Systeme verbieten dies ausdrücklich, wodurch Ihr Titel blockiert werden kann.

Wenn sich etwas ändert
Metadaten sind keine Einmalarbeit. Preisänderungen, ein neuer Erscheinungstermin, eine korrigierte Auflage: Jede Änderung muss in alle Systeme, sonst laufen die Angaben auseinander, und der Buchhandel bestellt zu einem Preis, den es nicht mehr gibt.
Legen Sie daher pro Werk eine zentrale Quelldatei an, aus der sämtliche Übermittlungen generiert werden, anstatt Informationen isoliert in verschiedenen Portalen zu verwalten. Für unsere Kontrolle nutzen wir bevorzugt ebenjene Datei, da Unstimmigkeiten hier unmittelbar sichtbar werden.
Was wir prüfen
Sprachlich untersuchen wir Beschreibung, Untertitel und Autorenvita. Parallel gleichen wir die harten Angaben gegeneinander ab: Titelschreibweise, ISBN, Preis, Umfang und Erscheinungstermin über alle mitgelieferten Unterlagen hinweg.
Was wir nicht tun: die Warengruppe für Sie festlegen oder eine Suchmaschinenoptimierung für Shopsysteme betreiben. Wir weisen darauf hin, wenn eine Angabe unstimmig wirkt, die Entscheidung bleibt bei Ihnen.
Am besten prüfen Sie dies zusammen mit allen anderen Texten rund um Ihren Titel, etwa Katalogtext und Vorschau, Klappentext und der Pressemitteilung. Einzeln liegen die Felder unter dem Mindestbestellwert von 19 €.