Lektorat für Kunst, Design und Medienwissenschaft
Werkangaben, Bildnachweise und Argumentation prüfen
Arbeiten aus Kunst, Design und Medienwissenschaft leben von Beschreibungen, die genau sein müssen, und von Deutungen, die als Deutung erkennbar bleiben. Dazu kommt ein Nachweissystem für Werke und Abbildungen, das strenger ist als in vielen anderen Fächern.
Werkangaben vollständig führen
Zu einem genannten Werk gehören Urheberin oder Urheber, Titel in der Schreibweise der Quelle, Entstehungsjahr, Technik, Maße und der aufbewahrende Ort. In Arbeiten fehlt regelmäßig eine dieser Angaben, oder sie steht nur beim ersten Vorkommen und später nicht mehr in einheitlicher Form.
Wir kontrollieren jede Werkangabe anhand eines einheitlichen Formats und weisen auf Lücken hin. Werktitel gelten als Zitat: Sie werden nicht angepasst, auch wenn die Schreibweise ungewöhnlich wirkt.

Beschreibung und Deutung sauber auseinanderhalten
Oftmals vermischen sich Faktendarstellung und Interpretation in einem Abschnitt: „Die diagonale Bildachse erzeugt Unruhe und verweist auf die politische Situation der Entstehungszeit.“ Während der Anfangsteil rein deskriptiv ist, ist der zweite Teil eine argumentative These.
Wir melden solche Stellen und schlagen eine Trennung vor. Die These streichen wir nicht, wir machen sichtbar, wo sie beginnt. Prüfende bewerten genau diese Trennung, und sie ist der Punkt, an dem Arbeiten in diesem Fach am häufigsten Federn lassen.
Bildnachweise und Rechte sicherstellen
Abbildungsverzeichnis und Bildnachweis sind zwei verschiedene Dinge, und beide werden gebraucht. Wir prüfen, ob zu jeder Abbildung Quelle und Rechteangabe vorliegen und ob die Kennzeichnungen zwischen Verzeichnis, Abbildung und Fließtext übereinstimmen.
Eine rechtliche Prüfung ist das nicht. Ob eine Abbildung in deiner Arbeit verwendet werden darf, klärst du mit deinem Institut oder der rechteinhabenden Stelle. Wir melden nur, wo die Angabe fehlt oder uneinheitlich ist.

Fachsprache einsetzen, aber ohne Leerformeln
In gestalterischen und medienwissenschaftlichen Arbeiten häufen sich Begriffe, die in vielen Texten stehen und wenig festlegen: Narrativ, Diskurs, Dispositiv, Materialität. Sie sind brauchbar, wenn sie definiert und dann konsequent verwendet werden, und sie schwächen den Text, wenn sie als Füllwort auftreten.
Unklare Einführungen oder semantische Drifts markieren wir entsprechend. Einen Austauschvorschlag unterbreiten wir nicht, da die terminologische Auswahl in der Verantwortung der Autorin bzw. des Autors liegt.
Ein verwandter Punkt betrifft Zitate aus theoretischen Quellen. Häufig steht ein längeres Zitat für sich, ohne dass im Anschluss gesagt wird, was daraus für die eigene Fragestellung folgt. Wir melden solche Stellen, weil sie in der Bewertung als fehlende Anbindung gelesen werden.
Preise und Umgang mit reinen Bildseiten
Das Lektorat kostet 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, das Korrektorat 1,90 €. Eine Masterarbeit mit 60 Normseiten Fließtext liegt beim Lektorat bei rund 294 Euro. Reine Bildseiten und Tafelteile zählen nicht als Normseiten, Bildunterschriften prüfen wir trotzdem mit.
Bei Arbeiten mit praktischem Teil, etwa einer Gestaltungsarbeit mit begleitender Dokumentation, wenden wir getrennte Kriterien an: Die Dokumentation richtet sich nach akademischen Vorgaben, während der Projektbericht eher deinen eigenen Stil behalten darf.
Eilige Bearbeitungen kosten 6,90 € binnen 48 Stunden beziehungsweise 8,90 € nach 24 Stunden. Der Mindestauftrag beträgt 10 Normseiten, sinnvollerweise inklusive einer Seite mit Werkbeschreibung. Vertiefend: Lektorat Geisteswissenschaften Sozialwissenschaften, Geschichte und Germanistik sowie Abbildungsverzeichnis.