Periphrase verständlich erklärt

Periphrase einfach erklärt

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Grammatikregeln

Eine Periphrase benennt etwas nicht direkt, sondern umschreibt es ausführlicher durch Merkmale, Tätigkeiten oder Wirkungen. Dadurch kann ein schlichter Begriff verstärkt wirken oder eine Formulierung poetisch gestaltet erscheinen.

Was eine Periphrase leistet

Eine Periphrase gehört zu den rhetorischen Stilmitteln. Sie ist eine ausführlichere Umschreibung: Eine Sache, ein Begriff oder eine Person wird nicht unmittelbar genannt, sondern durch eine Beschreibung erkennbar gemacht.

Für die Satzanalyse suchst du nach der Wortgruppe, die das Gemeinte umschreibt. Prüfe dann, welche Merkmale, Tätigkeiten oder Wirkungen in dieser Beschreibung enthalten sind und worauf sie im Satz verweist.

Die Umschreibung kann Eigenschaften, Handlungen oder Folgen des Gemeinten aufgreifen. Dadurch wird das Gemeinte nicht direkt ausgesprochen, sondern aus der Beschreibung erschlossen.

Eine Periphrase kann verstärken. Sie kann einen einfachen Ausdruck auch beschönigen oder erhöhen; bei der Umschreibung von Wein nennt die Quelle zudem eine poetische Gestaltung. Beschreibe eine Wirkung nur dann, wenn die gewählte Umschreibung sie im Satz erkennen lässt.

Grundsätzlich gilt: Überprüfe, ob ein Gegenstand, ein Begriff oder eine Person durch eine ausführlichere Darstellung von Merkmalen, Tätigkeiten oder Wirkungen charakterisiert wird, während die direkte Bezeichnung entfällt. Begründe anschließend die erkennbare Funktion anhand der konkreten Wortgruppe.

Periphrase verständlich erklärt: Umschreibung im Satz erkennen

Im Satz die Periphrase erkennen

Beginne mit dieser Leitlinie: Finde zunächst eine Wortgruppe, die das Gemeinte nicht unmittelbar ausdrückt. Prüfe anschließend, ob sie Merkmale, Tätigkeiten oder Wirkungen aufgreift. Bestimme zuletzt die am Satz erkennbare Wirkung, etwa Verstärkung, Beschönigung, Erhöhung oder poetische Gestaltung.

Zum Beispiel: Am Eingang wartete die Person, die Kranke behandelt. Diese Wortgruppe bezeichnet die Person nicht mit Namen. Stattdessen beschreibt sie sie über eine Tätigkeit. Bei deiner Prüfung benennst du das Gemeinte und zeigst, welcher Teil der Umschreibung den Bezug herstellt.

Beispiel: Zum Fest wurde das Getränk aus den Reben gereicht. Die Wortgruppe ersetzt die unmittelbare Benennung durch eine ausführlichere Beschreibung. Untersuche, welche Bestandteile auf das Gemeinte verweisen, und prüfe anschließend, ob die Formulierung poetisch gestaltet erscheint.

Beispiel: Im Text erscheint die Person mit den heilenden Händen. Prüfe hier, ob die Beschreibung tatsächlich über ein Merkmal oder eine Tätigkeit auf ein Gemeintes verweist. Für die Einordnung hältst du die beschreibenden Bestandteile und ihren Bezug im Satz fest.

Prüfe Form und Funktion gemeinsam: Markiere die ausführliche Beschreibung, nenne das Gemeinte und erläutere, woran der Bezug entsteht. Begründe Wirkungen nur anhand dessen, was die konkrete Umschreibung erkennen lässt.

Als Analysemuster bestimmst du zunächst die unmittelbare Benennung, beschreibst dann die Merkmale, Tätigkeiten oder Wirkungen der Wortgruppe und ordnest zuletzt die erkennbare Wirkung ein. So bleibt die Analyse an der jeweiligen Umschreibung.

Drei eigene Beispielsätze samt Analyse

Exemplar 1: Die Ärztin begrüßte den Patienten. Danach erklärte die Frau im weißen Kittel den nächsten Schritt. Die zweite Wortgruppe meint dieselbe Ärztin: Der erste Satz nennt die Ärztin direkt, der zweite beschreibt die Person über ihre Kleidung. Die Umschreibung tritt damit an die Stelle der schlichten Benennung.

Beispiel 2: Nach dem Essen reichte sie Wein. Den Saft der Reben stellte sie auf den Tisch. Das Getränk wird im zweiten Satz nicht unmittelbar genannt. Die Wortgruppe verweist auf den zuvor genannten Wein und ersetzt die direkte Bezeichnung durch eine ausführlichere Beschreibung. In diesem Satz kann die Umschreibung poetisch wirken.

Exemplar 3: Mara leitet die Feier. Später bat die Frau, die die Feier leitet, alle Gäste um Ruhe. Die beschreibende Wortgruppe meint Mara, weil der erste Satz ihre Tätigkeit nennt. Statt den Namen nochmals zu verwenden, bezeichnet der zweite Satz Mara über diese Tätigkeit. So wird die Person umschrieben, ohne sie dort direkt zu benennen.

Die drei Beispiele zeigen unterschiedliche Ansatzpunkte: Im ersten Fall steht ein Merkmal der Ärztin im Vordergrund, im zweiten wird der zuvor genannte Wein über seine Herkunft umschrieben, und im dritten wird Mara über ihre Tätigkeit bezeichnet. Entscheidend ist jeweils, dass die Beschreibung den direkten Begriff, Namen oder die direkte Bezeichnung ersetzt.

Setze Beispiel und Deutung dicht nebeneinander. Benenne das Gemeinte, wenn der Kontext es sicher trägt, und hebe den beschreibenden Bestandteil hervor. Ordne die Wirkung nur anhand der konkreten Wendung ein: Sie kann verstärken, beschönigen, erheben oder poetisieren.

Was du nicht verallgemeinern solltest

Die Periphrase ist ein rhetorisches Stilmittel, das in literarischen Gattungen begegnen kann. Daraus folgt keine Aussage über jede Alltagssprache, jede Textsorte oder jede einzelne Umschreibung. Ordne einen Ausdruck nur dann als Periphrase ein, wenn die erweiternde Beschreibung und das nicht direkt benannte Gemeinte im Satz nachvollziehbar sind.

Zu Kasus, Satzglied und Wortart einzelner Bestandteile enthält die vorliegende Erklärung keine Regel. Leite deshalb keine allgemeine Kasusregel ab. Prüfe in einem konkreten Satz stattdessen, welche Wortgruppe das Gemeinte beschreibt und worauf sie verweist.

Ergänze keine Sonderfälle und behaupte nicht, eine bestimmte Form sei stets eine Periphrase. Ermittle, ob die fragliche Wortgruppe eine Sache, einen Begriff oder eine Person über ein Merkmal, eine Tätigkeit oder eine Wirkung umschreibt. Fehlt dieser Bezug, bleibt die Einordnung offen.

Die Periphrase ist mit dem Euphemismus verwandt, aber nicht mit ihm gleichzusetzen. Eine Umschreibung kann einen schlichten Begriff beschönigen oder erheben. Beschreibe deshalb die Wirkung der jeweiligen Umschreibung, statt ihr ohne Satzbezug eine bestimmte Absicht zuzuschreiben.

Auch eine ungewöhnliche oder poetische Wortgruppe ist für sich kein Beleg. Prüfe zuerst, welche direkte Benennung durch die Umschreibung ersetzt wird. Ist dieser Bezug nicht erkennbar, halte die Einordnung offen.

Periphrase verständlich erklärt: direkte Benennung und Umschreibung

Prüfablauf für die eigene Analyse

  1. Regel prüfen: Suche eine erweiternde Umschreibung einer Sache, eines Begriffs oder einer Person. Entscheide nicht allein nach dem Klang des Ausdrucks.
  2. Direkte Benennung prüfen: Frage, welches Gemeinte nicht schlicht genannt wird. Notiere nur eine Benennung, die der Satz erkennen lässt.
  3. Beschreibende Form prüfen: Markiere Merkmale, Tätigkeiten oder Wirkungen, über die das Gemeinte aufgerufen wird.
  4. Funktion im Satz prüfen: Erkläre, worauf die Wortgruppe verweist und wie sie die direkte Benennung durch eine Beschreibung ersetzt.
  5. Wirkung prüfen: Beschreibe eine Wirkung nur als verstärkend, beschönigend, erhebend oder poetisch, wenn der Satz diese Einordnung trägt.
  6. Eigenes Beispiel prüfen: Formuliere einen kurzen Satz. Benenne das Gemeinte, zeige die Umschreibung und erkläre ihren Bezug.
  7. Grenzen prüfen: Leite keine festen Kasusregeln, Sonderfälle oder pauschalen Bedeutungen ab. Ist der beschreibende Bezug nicht erkennbar, halte die Einordnung offen.

Der Kurzcheck führt von der Definition über die Satzfunktion zum eigenen Beispiel und zu den Grenzen der Aussage. Eine Analyse bleibt bei dem, was die Umschreibung im Satz erkennen lässt.

Dazu passende nächste Schritte

Quellen und Stand

Brauchst du vor der Abgabe Hilfe bei der sprachlichen Prüfung deines Textes?

Datei hochladen

Häufige Fragen zu Periphrase einfach erklärt

Was ist eine Periphrase einfach erklärt?

Bei einer Periphrase handelt es sich um eine erweiternde Umschreibung. Dabei wird eine Sache, ein Begriff oder eine Person anhand von Merkmalen, Tätigkeiten oder Wirkungen charakterisiert, ohne dass sie unmittelbar benannt wird.

Welche Wirkung kann eine Periphrase haben?

Eine Periphrase kann verstärkend wirken. Sie kann einen schlichten Begriff beschönigen oder erheben; die Umschreibung von Wein kann poetisch wirken.

Ist eine Periphrase dasselbe wie ein Euphemismus?

Nein. Die Periphrase ist mit dem Euphemismus verwandt. Sie kann beschönigend wirken, ist dadurch aber nicht automatisch ein Euphemismus.

Wie erkenne ich eine Periphrase im Satz?

Untersuche, ob eine Sache, ein Begriff oder eine Person nicht direkt genannt, sondern durch Merkmale, Tätigkeiten oder Wirkungen näher beschrieben wird.

Darf jede bildhafte Formulierung als Periphrase gelten?

Nein. Damit die Zuordnung eindeutig gelingt, muss der Kontext zeigen, worauf sich die erweiternde Umschreibung bezieht.

Welche grammatische Regel gilt für Periphrasen?

Für Periphrasen ist hier keine eigene Kasus- oder Wortartregel beschrieben. Prüfe bei der Satzanalyse die beschreibende Wortgruppe und ihren Bezug zum Gemeinten.

Worum geht es bei „Periphrase verständlich erklärt“?

„Periphrase verständlich erklärt“ fasst den vollständigen Zusammenhang zum Thema zusammen.

Unsere Partner