Studium als Erstakademiker:in sicher einordnen
Studium Erstakademiker
Als Erstakademiker:innen werden Menschen bezeichnet, deren Eltern nicht studiert haben. Der Jahresbericht 2024 von ArbeiterKind.de zeigt, welche Fragen entstehen können und welche Unterstützungsangebote zur Orientierung genannt werden.
Was der Begriff Erstakademiker:in im Studium bedeutet
ArbeiterKind.de verwendet die Einordnung für Menschen aus Familien ohne Hochschulerfahrung. Dazu zählen Personen, deren Eltern nicht studiert haben. Sie studieren in diesem Sinn als erste Generation ihrer Familie.
Dieser Begriff kennzeichnet den Bildungshintergrund der Herkunftsfamilie. Allein sagt er jedoch keine Information über das gewählte Studienfach, den angestrebten Abschluss, das Alter, das Einkommen oder die persönliche Leistung aus.
Auch der Beruf der Eltern entscheidet darüber nicht: ArbeiterKind.de schließt Kinder von Angestellten, Selbstständigen und nicht erwerbstätigen Eltern ein, sofern die Eltern nicht studiert haben. Für die Einordnung ist die Hochschulerfahrung in der Herkunftsfamilie maßgeblich.
Für eine konkrete Orientierung können Familienhintergrund und einzelne Studienfragen getrennt festgehalten werden. Informationen zu Finanzierung sowie Gespräche in lokalen Gruppen, Sprechstunden oder Mentorings können dabei als passende Angebote geprüft werden.

Was der Begriff aussagt und was nicht
Im Zentrum steht die fehlende Hochschulerfahrung in der Herkunftsfamilie. Der Begriff ordnet somit die familiäre Bildungsgeschichte ein; er bezeichnet weder ein bestimmtes Studienfach noch einen Abschluss.
| Einordnung | Wofür sie steht |
|---|---|
| Erste Generation im Studium | Eine Person studiert als Erste in ihrer Familie, wenn die Eltern nicht studiert haben. |
| Studiengang | Das gewählte Fach; daraus lässt sich die Einordnung nicht ableiten. |
| Abschlussart | Der angestrebte Abschluss; er ist unabhängig vom familiären Bildungshintergrund zu betrachten. |
| Alter | Ein persönliches Merkmal, das den Begriff nicht bestimmt. |
| Einkommen | Eine finanzielle Angabe, die der Begriff nicht festlegt. |
| Leistung | Eine individuelle Frage, die nicht aus fehlender Hochschulerfahrung in der Familie folgt. |
Finanzielle, kulturelle und soziale Fragen können für Studieninteressierte und Studierende der ersten Generation relevant sein. Daraus folgt keine feste Erfahrung für eine einzelne Person. Für konkrete Fragen lassen sich Informationen zur Finanzierung prüfen und Gespräche in Sprechstunden, lokalen Gruppen oder Mentoringangeboten nutzen.
Mit dem Begriff kann man die fehlende Hochschulerfahrung der Herkunftsfamilie benennen und weitere Angaben getrennt aufführen. So bleiben Familienhintergrund, persönliche Situation und die jeweilige Studienfrage unterscheidbar.
Finanzielle, kulturelle und soziale Hürden getrennt betrachten
Finanzielle, kulturelle und soziale Fragen sollten getrennt betrachtet werden. Sie beschreiben unterschiedliche Aspekte, die bei einem Studium als erste Generation der Familie eine Rolle spielen können.
Finanzielle Hürden: Studieninteressierte aus nichtakademischen Familien können unsicher sein, wie sich ein Studium finanzieren lässt. ArbeiterKind.de informiert über Finanzierungsmöglichkeiten wie BAföG und Stipendien. Für die eigene Situation ist zuerst festzuhalten, welche Finanzierungsinformation fehlt. Eine Aussage über Anspruch, Betrag oder Bewilligung ist daraus nicht abzuleiten.
Kulturelle Hürden: Studierende der ersten Generation können sich an der Hochschule fremd fühlen. Fehlende Vertrautheit mit akademischen Gepflogenheiten und Unsicherheit über Erwartungen an der Hochschule sind mögliche Erfahrungen. Sie sind keine Diagnose und keine Aussage darüber, wie sich eine bestimmte Person fühlen muss.
Soziale Hürden: Eltern ohne eigenes Studium können beim Übergang von der Schule zur Hochschule weniger auf eigene Hochschulerfahrungen zurückgreifen. Das beschreibt eine mögliche Unterstützungssituation, nicht die Zuneigung, Bereitschaft oder den Wert einer Familie.
Diese Trennung hilft bei der nächsten Frage: Geht es um Geld, um Erwartungen an die Hochschulkultur oder um fehlende familiäre Erfahrung? Erst danach lässt sich eine passende Informations- oder Beratungsstelle prüfen. Kein Bereich darf als unvermeidliche Hürde jeder erstakademischen Person dargestellt werden.
Informationslücken konkret sammeln
Rund um den Studienalltag können zu Hause nicht immer sofort Antworten verfügbar sein. Credit Points, BAföG und Pflichtpraktika sind Beispiele für Themen, zu denen sich konkrete Informationslücken sammeln lassen, ohne zusätzliche Regeln über das Studium zu behaupten.
- Studienstruktur: Um welchen Aspekt dreht es sich bei Credit Points, dem Ablauf oder einem Pflichtpraktikum?
- Erwartungen: Welche Erläuterung mangelt bezüglich der Anforderungen an der Hochschule?
- Finanzierung: Mangelt es an Infos zu BAföG, Stipendien oder sonstigen Bezugsquellen?
- Ansprechpersonen: Ist unbestimmt, wer die jeweilige Frage bei welcher Einrichtung klären würde?
Die Fragen sollten möglichst eng formuliert werden. Aus „Ich kenne mich an der Hochschule nicht aus“ wird zum Beispiel „Welche Stelle erklärt mir die Bedeutung der Credit Points in meinem Studiengang?“ Aus „Wie bezahle ich das Studium?“ wird „Wo finde ich Informationen zu BAföG, Stipendien und weiteren Finanzierungsmöglichkeiten?“
Eine solche Liste hilft, die eigene Situation sicher einzuordnen, ohne Defizitlabels zu setzen. Sie behauptet nicht, dass bei allen Erstakademikerinnen und Erstakademikern Informationslücken bestehen. Sie macht sichtbar, welche Auskunft konkret gesucht wird. Die passende Stelle wird anschließend anhand der offiziellen Unterlagen der eigenen Hochschule oder der genannten Angebote ermittelt.
Unterstützung nach Angebotsform unterscheiden
ArbeiterKind.de bietet verschiedene Formen der Unterstützung an. Sie erfüllen unterschiedliche Funktionen und sollten deshalb sprachlich getrennt werden. Zusätzlich ist zu prüfen, welche passenden Beratungsstellen die eigene Hochschule in ihren offiziellen Informationen ausweist.
- Lokale Gruppen: In lokalen Gruppen unterstützen Ehrenamtliche auf Augenhöhe. Die Gruppen können ein Ort sein, an dem Fragen zum eigenen Bildungsweg angesprochen werden.
- Offene Treffen: Diese Angebote schaffen einen Rahmen für Austausch und Dialog. Sie sind von einer individuellen Sprechstunde zu unterscheiden.
- Sprechstunden: Hier können persönliche Anliegen besprochen und bei Bedarf passende Beratungs- und Servicestellen vermittelt werden.
- Informationsangebote: Schulveranstaltungen, Vorträge, Infostände, Online-Veranstaltungen, das Infotelefon und das Online-Portal vermitteln Informationen rund ums Studium.
- Mentoring: Dabei können je nach Format individuelle Begleitung und Erfahrungsaustausch ermöglicht werden.
Für eine Frage zur eigenen Hochschule wird die zuständige Stelle aus offiziellen Hochschulunterlagen ermittelt und nach dem passenden Angebot gefragt. Für Fragen zu Austausch, Studienorientierung oder Erfahrungsperspektiven kann zusätzlich ein passendes ArbeiterKind.de-Angebot geprüft werden.
Ein kurzer Weg kann so aussehen: Eine Person notiert eine Frage zu Pflichtpraktika, ermittelt die zuständige Stelle aus den offiziellen Hochschulunterlagen und prüft zusätzlich eine Sprechstunde oder ein offenes Treffen. Die konkrete Frage bleibt dabei der Ausgangspunkt.
Studienfinanzierung sachlich prüfen
ArbeiterKind.de nennt BAföG, Stipendien und andere Finanzierungsmöglichkeiten als wichtige Themen für Studieninteressierte aus nichtakademischen Familien. Die Organisation informiert über Finanzierungsmöglichkeiten und unterstützt bei der Stipendienbewerbung.
Diese Aussagen liefern einen Startpunkt für die Informationssuche. Sie sagen nicht, dass eine bestimmte Person BAföG erhält. Sie nennen keinen Betrag, keine Bewilligungsentscheidung und keinen garantierten Bewerbungserfolg. Auch aus dem Begriff Erstakademikerin oder Erstakademiker folgt kein individueller Finanzierungsanspruch.
Für den Selbstcheck werden drei Fragen getrennt notiert: Welche Information zu BAföG fehlt? Welche Stipendieninformation wird gesucht? Welche weiteren Finanzierungsmöglichkeiten sollen geprüft werden? Danach wird die passende Informations- oder Beratungsstelle anhand offizieller Unterlagen ermittelt. ArbeiterKind.de kann als genannte Informationsquelle und als Anlaufpunkt für Hinweise zur Stipendienbewerbung geprüft werden. Auch die eigene Hochschule ist auf passende Beratungsstellen und Finanzierungsinformationen zu prüfen.
Eine konkrete Frage erleichtert die Zuordnung: „Wo finde ich die offiziellen Informationen zu BAföG für meine Situation?“ gehört zu einer Finanzierungsberatung oder der dafür ausgewiesenen Stelle. „Welche Unterlagen brauche ich für eine Stipendienbewerbung?“ verbindet die Frage mit einer Stelle, die Informationen zur Bewerbung anbietet. Ob eine Förderung tatsächlich passt oder bewilligt wird, bleibt nach den vorliegenden Angaben offen und muss geprüft werden.

Der kurze Check für den nächsten Schritt
Der folgende Check bündelt die Orientierungspunkte und führt zu einer kleinen, konkreten Handlung. Er ersetzt keine individuelle Entscheidung und behauptet keinen Anspruch auf ein bestimmtes Angebot.
- Familienhintergrund prüfen: Haben die Eltern studiert oder ist die Person die erste Generation der Familie im Studium?
- Hochschulerfahrung prüfen: Welche eigene oder familiäre Erfahrung mit Hochschule ist bereits vorhanden?
- Konkrete Frage notieren: Geht es um Studienstruktur, Erwartungen, Finanzierung, Credit Points oder ein Pflichtpraktikum?
- Hürde zuordnen: Ist die Frage finanziell, kulturell oder sozial geprägt, oder handelt es sich um eine andere Informationslücke?
- Beratungsstelle ermitteln: Welche passende Stelle nennt die eigene Hochschule in ihren offiziellen Unterlagen?
- Finanzierungsinformation prüfen: Werden Informationen zu BAföG, Stipendien oder weiteren Finanzierungsmöglichkeiten gesucht?
- Kleinen nächsten Schritt wählen: Eine konkrete Frage an die ermittelte Stelle senden, eine Sprechstunde prüfen oder ein passendes offenes Treffen beziehungsweise Mentoringangebot anfragen.
Die Verbindung von Frage und Stelle sollte ausdrücklich sein. Bei einer Frage zu Credit Points wird zunächst die zuständige Hochschulberatung anhand offizieller Unterlagen ermittelt. Bei einer Frage zu Austausch und ähnlichen Bildungswegen wird zusätzlich eine lokale Gruppe oder ein offenes Treffen geprüft. Bei einer Frage zur Stipendienbewerbung wird ein Informationsangebot oder Mentoringangebot mit diesem Schwerpunkt gesucht.
So lässt sich die Situation sicher einordnen: Erstakademikerin oder Erstakademiker bezeichnet die erste Generation im Studium aufgrund fehlender Hochschulerfahrung der Eltern. Die nächste Handlung richtet sich nach der konkreten Frage, der geprüften Hürde und der ermittelten Beratungsstelle.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- (Stand: 2026) Fachquelle: arbeiterkind.de