Ergebnisteil Masterarbeit sachlich und klar schreiben
Den Ergebnisteil Masterarbeit ohne Interpretation aufbauen
Wenn deine Masterarbeit einen getrennten Ergebnis- und Diskussionsteil vorsieht, präsentierst du im Ergebnisteil deiner Masterarbeit die Befunde deiner Untersuchung nüchtern und ohne eigene Deutung. Du berichtest Zahlen, Häufigkeiten und Aussagen neutral; die Interpretation erfolgt dann in der Diskussion. Bei einer kombinierten Gliederung können Fach- oder Hochschulvorgaben abweichen. Diese Anleitung zeigt dir, wie du Ergebnisse sachlich und klar darstellen, Tabellen und Abbildungen sinnvoll nutzen, den Abschnitt von der Diskussion abgrenzen und den Ergebnisteil schreiben kannst.
Darlegen statt interpretieren
In vielen wissenschaftlichen Arbeiten hat der Ergebnisteil die Aufgabe, die Befunde der Untersuchung sachlich darzustellen. Du berichtest, was du gemessen oder in den Daten gefunden hast, ohne es zu bewerten oder mit Theorie zu verknüpfen. Die Leitfrage lautet nicht „Was bedeutet das?“, sondern schlicht „Was ist herausgekommen?“. Diese Deutung hebst du dir für die Diskussion der Masterarbeit auf.
Der Stil sollte nüchtern und präzise sein: Häufig eignet sich das Präteritum für abgeschlossene Erhebungen und Analysen. Orientiere die Reihenfolge an Forschungsfragen oder Hypothesen, sofern die Vorgaben deiner Hochschule oder deines Fachs nichts anderes vorsehen. So können Leserinnen und Leser die Ergebnisse nachvollziehen.

Tabellen und Grafiken gezielt nutzen
Numerische Daten lassen sich je nach Umfang und Zweck in Tabellen und Abbildungen oder im Fließtext darstellen. Tabellen können präzise Werte zeigen, Diagramme Verteilungen und Zusammenhänge visuell verdeutlichen. Abbildung und Text sollten sich ergänzen: Die Abbildung präsentiert aufbereitete Daten, der Fließtext hebt die wesentlichen Befunde hervor, ohne alle Zahlen redundant zu wiederholen.
Ob Tabellen und Abbildungen nummeriert, beschriftet und im Text erwähnt werden müssen, richtet sich nach dem verwendeten Zitierstil und den Vorgaben der Hochschule; häufig erfolgt ein Verweis etwa mit „Abbildung 3 zeigt …“. Achte auf eine einheitliche Formatierung und eine gut lesbare Darstellung. Geeignete Kennwerte der deskriptiven Statistik sind beispielsweise Mittelwert, Median und Streuung.
Klare Abgrenzung zur Diskussion
Ein typisches Problem im Ergebnisteil einer Masterarbeit ist das Mischen von Befunden und Deutungen. Phrasen wie „Das zeigt, dass …“ oder „Vermutlich liegt das an …“ passen bei einer getrennten Ergebnis- und Diskussionsgliederung eher in die Diskussion. Im Ergebnisteil beschreibst du zunächst die Befunde, etwa: „Gruppe A erreichte einen höheren Mittelwert als Gruppe B (M = 4,2 vs. 3,1).“ Hintergründe und mögliche Erklärungen folgen dann im folgenden Abschnitt.
Nutze folgende Selbstprüfung: Prüfe, ob Sätze Begründungen (etwa „weil“ oder „deshalb“) enthalten oder theoretische Bezüge herstellen. Bei einer getrennten Ergebnis- und Diskussionsgliederung gehören solche Einordnungen häufig in die Diskussion. Die konkrete Trennung richtet sich jedoch nach Fach, Methode und Prüfungsordnung.
Den Ergebnisteil strukturieren
Ordne den Ergebnisteil Masterarbeit häufig nach Forschungsfragen, Hypothesen oder Analyseschritten. Stelle je Gliederungspunkt die relevanten Ergebnisse dar und verwende Tabellen oder Abbildungen, wenn sie die Darstellung erleichtern. In quantitativen Studien folgen auf die Beschreibung der Stichprobe oft deskriptive Befunde und anschließend die Ergebnisse der Hypothesentests.
Bei qualitativen Arbeiten kannst du die Darstellung entlang der Kategorien deiner Analyse strukturieren und Befunde bei Bedarf mit passenden Interviewauszügen oder anderen Belegen veranschaulichen. So entsteht ein roter Faden, der die Ergebnisse in eine nachvollziehbare Ordnung bringt. Wo dieses Kapitel im Gesamtaufbau steht, zeigt der Überblick zu den Bestandteilen einer wissenschaftlichen Arbeit.

Konkretes Beispiel für sachliche Ergebnisdarstellung
Neutral klingt es so: „Von den 120 Befragten gaben 68 Prozent an, das Angebot regelmäßig zu nutzen (Tabelle 2). Zwischen Nutzungshäufigkeit und Zufriedenheit bestand ein mittlerer positiver Zusammenhang (r = 0,41, p < .01).“ Das fiktive Beispiel zeigt, wie ein Befund und ein Tabellenverweis formuliert werden können. Für die fachliche Einordnung wären zusätzliche Angaben zu Stichprobe, Messung und Auswertung nötig.
Für eine qualitative Arbeit kann die Darstellung die Kategorien der Analyse aufgreifen und Befunde bei Bedarf mit passenden Interviewauszügen oder anderen Datenbeispielen veranschaulichen. Auch hier steht der Befund im Mittelpunkt; bei getrennter Gliederung folgt die Deutung in der Diskussion. So bleibt die Darstellung nachvollziehbar, und die anschließende Diskussion kann daran anknüpfen.
Typische Fehler im Ergebnisteil
Häufige Fehler in Abschlussarbeiten sind das Interpretieren von Ergebnissen statt ihres sachlichen Berichtens, das vollständige Wiederholen aller Tabellendaten im Text und das Aneinanderreihen von Befunden ohne Bezug auf die Forschungsfragen. Auch unerwartete oder nicht hypothesenkonforme Ergebnisse sollten transparent berichtet werden. Wertende Begriffe können die sachliche Darstellung beeinträchtigen.
Ein vollständiger, geordneter und wertungsfreier Bericht erfüllt die Funktion des Abschnitts. Prüfe, ob jede im Text genannte Zahl mit der zugehörigen Tabelle oder Abbildung übereinstimmt. Ein Korrekturlesen kann vor der Abgabe insbesondere Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung prüfen; die inhaltliche Kontrolle von Zahlen, Beschriftungen und Verweisen bleibt eine eigene Aufgabe.
Kurz gesagt: Bei einer getrennten Ergebnis- und Diskussionsgliederung legst du den Ergebnisteil richtig an, wenn du Befunde berichtest und die Deutung der Diskussion überlässt. Die konkrete Struktur sollte sich an Forschungsfragen, Methode sowie den Vorgaben des Fachs oder der Hochschule orientieren.
Weitere Anleitungen zur Masterarbeit: Ergebnisteil der Bachelorarbeit, Diskussion der Masterarbeit und Methodik der Masterarbeit.
