Was graue Literatur ist und wie man sie richtig zitiert

Warum graue Literatur mit Bedacht zu zitieren ist

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Wichtige Quellen erscheinen nicht immer in einem Verlag oder einer Fachzeitschrift. Als graue Literatur werden Publikationen bezeichnet, die außerhalb des kommerziellen Verlagswesens erscheinen, etwa Reports, Forschungsberichte, Working Paper, Broschüren, behördliche Statistiken oder Positionspapiere von Verbänden. Wer graue Literatur zitieren möchte, muss zwei Fragen klären: Eignet sich die Quelle als Beleg, und wie wird sie nach dem geforderten Zitierstil korrekt zitiert? Dieser Ratgeber beantwortet beide Fragen und liefert Beispiele für typische Dokumenttypen.

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Literaturverzeichnis: Muster für APA und Harvard

Die graue Literatur sauber belegen: in der Datei stehen Buch, Sammelbandbeitrag, Zeitschriftenaufsatz, Internetquelle und KI-Quelle als fertige Zeile, je einmal nach APA und einmal nach Harvard. Eckige Klammern ersetzen, die nicht gebrauchte Zitierweise löschen, fertig. Keine Anmeldung.

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Quellen, die dazugehören

Der Begriff klingt kryptischer, als er eigentlich ist. Unter grauer Literatur versteht man Publikationen, die außerhalb des kommerziellen Verlagswesens erscheinen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Forschungsberichte und Working Paper von Instituten
  • Broschüren, Ratgeber und Merkblätter von Behörden und Verbänden
  • Statistiken, Geschäftsberichte und Positionspapiere
  • Studentische Abschlussarbeiten und interne Studien, sofern sie nicht über einen kommerziellen Verlag veröffentlicht sind

Bibliothekskataloge enthalten diese Materialien nicht zwingend. Eine systematische Literaturrecherche und die Portale der Herausgeber helfen beim Finden. Die Abgrenzung ist nicht immer scharf: Entscheidend ist der Publikationskontext; Vertriebsweg, ISBN oder Indexierung reichen für die Einordnung allein nicht aus.

graue Literatur
graue Literatur im Überblick.

Ist graue Literatur zitierfähig?

Grundsätzlich ist das möglich, aber nur nach Prüfung des Einzelfalls. Ob sich graue Literatur als wissenschaftlicher Beleg eignet, hängt vom Dokument und den Vorgaben der Hochschule oder Fachzeitschrift ab. Ein klar benannter Herausgeber, ein festes Erscheinungsdatum und nachvollziehbare Angaben zur Herkunft sprechen dafür. Ein anonymes PDF ohne Datum und Urheber ist dagegen nur schwer einzuordnen.

Wichtig ist, dass die Quelle möglichst dauerhaft auffindbar und eindeutig identifizierbar ist. Wissenschaftlich begutachtete Fachliteratur ist häufig besonders aussagekräftig; graue Literatur kann sie passend zur Fragestellung ergänzen. Achte auf die Transparenz der Entstehung, die fachliche Zuständigkeit des Herausgebers und mögliche Interessenlagen. Ein Report eines Forschungsinstituts lässt sich daher meist besser einordnen als ein undatiertes Merkblatt aus dem Internet.

Einsatzmöglichkeiten für graue Literatur

Für aktuelle Zahlen, Praxisberichte und offizielle Positionen kann graue Literatur eine wichtige Quelle sein, beispielsweise ein Statistikbericht einer Behörde oder ein Working Paper zu einem sehr jungen Thema. Ob sie als Beleg ausreicht, richtet sich nach der Aussage, der Qualität der Quelle und den jeweiligen Vorgaben.

Verlass dich nicht ausschließlich darauf: Prüfe, ob eine begutachtete Quelle dieselbe Aussage stützt, und ordne die Herkunft im Text ein, etwa mit der Formulierung laut einem Bericht des Umweltbundesamtes. Auch eine Paraphrase braucht einen Quellenbeleg; ob er im Text, in einer Fußnote oder in anderer Form erscheint, richtet sich nach dem Zitierstil und den Vorgaben deiner Hochschule oder des gewählten Publikationsorgans.

Elemente einer korrekten Quellenangabe

Abhängig vom Zitiersystem und den Hausregeln variieren die Pflichtfelder. Häufig gehören dazu:

  • Urheber oder herausgebende Organisation
  • Jahr der Veröffentlichung
  • Titel des Dokuments samt Gattung, wie Bericht, Broschüre oder Working Paper
  • Fundstelle: URL oder DOI; ein Abrufdatum, wenn der Zitierstil oder die Vorgaben es verlangen; bei Druckstücken die nach Zitierstil erforderlichen Publikationsangaben

Wie du diese Bausteine grundsätzlich zusammensetzt, erklärt der Leitfaden Quellenangabe richtig erstellen. In der deutschen Zitierweise kann der Vollbeleg in der Fußnote stehen. Fehlt ein persönlicher Autor, kann die Organisation als Urheber genannt werden; fehlt ein Jahr, kennzeichnest du dies nach den Stilvorgaben, etwa mit „o. J.“, statt die Angabe einfach wegzulassen.

graue Literatur

Beispiele für unterschiedliche Quellentypen

Eine Referenz für graue Literatur kann folgendermaßen aufgebaut sein:

Working Paper: Herausgebende Organisation (Jahr): Titel des Working Papers (Reihe, Nummer). Erscheinungsort. URL; Abrufdatum, falls der Zitierstil es verlangt.

Behördenbroschüre: Herausgebende Behörde (Jahr): Titel der Broschüre. Erscheinungsort. URL; Abrufdatum, falls der Zitierstil es verlangt.

Die Beispiele verdeutlichen: Organisation, Titel und Fundstelle helfen der Leserschaft, die Quelle nachzuvollziehen. Bei rein digitalen Dokumenten kann es sinnvoll sein, eine Sicherungskopie anzulegen oder die Seite zu archivieren, weil Inhalte im Internet geändert oder nicht mehr erreichbar sein können.

Grenzen und häufige Fehler

Worauf du achten solltest:

  • Ohne Datum und Urheber ist die Quelle schwer einzuordnen; prüfe, ob sie sich dennoch eindeutig identifizieren lässt und ob die jeweiligen Vorgaben ihre Verwendung zulassen.
  • Hier fehlt das Abrufdatum, obwohl dein Zitiersystem oder deine Hausregeln eines verlangen können.
  • Man verwendet sie unreflektiert als Ersatz für begutachtete Fachliteratur, ohne ihre Aussagekraft und die geltenden Vorgaben zu prüfen.
  • Bei Positionspapieren von Verbänden bleiben mögliche Interessen oder Interessenkonflikte unbeachtet.

Wer diese Kriterien beachtet und die Quelle transparent einordnet, kann ihre Aussagekraft nachvollziehbar darstellen.

Literaturarbeit: Details finden sich hier: Dissertation zitieren, systematische Literaturrecherche sowie Primär- und Sekundärliteratur.

Ein häufiger Grenzfall sind Studienarbeiten aus Publikationsdiensten: GRIN zitieren und einordnen.

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Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter grauer Literatur?

Veröffentlichungen von Behörden, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder Verbänden, die außerhalb des kommerziellen Verlagswesens erscheinen, etwa Reports, Forschungsberichte, Working Paper, Broschüren oder Behördenstatistiken. Die Abgrenzung hängt vom Publikationskontext ab; eine ISBN oder ein fehlender Buchhandelsvertrieb sind keine alleinigen Kriterien.

Ist graue Literatur zitierfähig?

Sie kann zitierfähig sein, wenn Urheber, Erscheinungsjahr und Fundstelle nachvollziehbar sind und die Vorgaben der Hochschule oder Fachzeitschrift dies zulassen. Anonyme Dokumente ohne Datum sollten nur nach sorgfältiger Prüfung als Beleg dienen. Prüfe im Zweifel, ob eine begutachtete Quelle dieselbe Aussage stützt, und ordne die Herkunft des Papiers transparent ein.

Wie zitiere ich graue Literatur richtig?

Nenne die für den gewählten Zitierstil erforderlichen Angaben, häufig Urheber oder Organisation, Jahr, Titel, Dokumentart und Fundstelle. Ob ein Abrufdatum erforderlich ist und wie fehlende Angaben gekennzeichnet werden, richtet sich nach den Vorgaben deiner Hochschule oder des Publikationsorgans.

Wann ist der Einsatz von grauer Literatur sinnvoll?

Vor allem für aktuelle Zahlen, offizielle Positionen und Praxisberichte kann sie sinnvoll sein. Prüfe ihre Qualität und Interessenlage sowie die Vorgaben deiner Hochschule oder Fachzeitschrift und ordne die Herkunft im Text kurz ein, damit die Leserschaft die Aussagekraft der Quelle selbst einschätzen kann.

Was unterscheidet eine Monografie von grauer Literatur?

Eine Monografie ist in der Regel eine eigenständige Buchveröffentlichung. Graue Literatur wird dagegen vor allem über ihren Publikationskontext abgegrenzt: Sie erscheint außerhalb des kommerziellen Verlagswesens. Verlag, ISBN und Vertriebsweg können Hinweise sein, entscheiden die Einordnung aber nicht allein. Organisation, Fundstelle und Seriosität der Quelle sind daher sorgfältig zu prüfen.

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