Ablauf beim Journal planen
Mit diesem Ablauf kannst du die Einreichung beim Journal sicher planen.
Von den Author Guidelines bis zur Entscheidung des Editors
Nach monatelanger Forschung, Schreibarbeit und Überarbeitung möchtest du nun dein Manuskript übermitteln. Der Weg von der fertigen Datei bis zur Veröffentlichung umfasst typischerweise: Guidelines prüfen, formatieren, hochladen und auf die redaktionelle Entscheidung warten. Diese Seite führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess, erklärt typische Stolperfallen und zeigt, was nach dem Klick auf Absenden passieren kann.
Der Überblick: was vor dem Upload wirklich zählt
Bevor du dein Manuskript übermittelst, hilft ein klarer Blick aufs große Ganze. Eine Einreichung ist mehr als ein einzelner Klick und umfasst Vorbereitung, Formalien und Geduld. Am Anfang steht ein Manuskript, das inhaltlich fertig ist: Fragestellung, Methode, Ergebnisse und Diskussion stehen, die Literatur ist vollständig.
Erst dann beginnt der formale Teil. Grob durchläufst du vier Etappen: die Zielzeitschrift wählen, deren Vorgaben umsetzen, alles im Submission-System hochladen und anschließend auf die Rückmeldung der Redaktion warten. Je nach Fach und Journal dauert allein die Begutachtung mehrere Wochen bis Monate. Diese Erwartung hilft, den Prozess nicht als Sprint, sondern als planbare Strecke zu sehen. Wenn du beim Schreiben noch unsicher bist, lohnt sich vorab ein Blick darauf, wie du dein Paper schreiben und sauber strukturieren kannst.

Author Guidelines lesen: die wichtigste Vorarbeit
Die Author Guidelines deiner Zielzeitschrift, oft auch Instructions for Authors genannt, sind maßgeblich. Lies sie komplett, bevor du etwas umformatierst. Achte besonders auf den Umfang (Wortzahl oder Zeichen), den erlaubten Aufbau, das Zitationsformat, Vorgaben zu Abbildungen und Tabellen sowie die Frage, ob anonymisiert eingereicht wird.
Welche Dateien und Erklärungen erforderlich sind, steht in den Author Guidelines der jeweiligen Zeitschrift. Häufig betreffen die Vorgaben etwa Manuskript, Titelblatt, Abbildungen sowie Erklärungen zu Ethik oder Interessenkonflikten. Halte die konkreten Anforderungen in einer Checkliste fest. Reiche das Manuskript im verlangten Layout ein. Wenn du zweifelst, welches Journal passt, nutze die Übersicht, wie du das passende Journal auswählen kannst, bevor du das Format festlegst.
Das Manuskript formatieren: Feinschliff vor dem Upload
Setze nun die Regeln praktisch um. Bringe das Manuskript in die geforderte Struktur, prüfe Seitenränder, Zeilenabstand und Schriftgröße und nummeriere die Zeilen, falls das verlangt wird. Vereinheitliche die Zitationen und den Umgang mit Abkürzungen. Welche Angaben auf das Titelblatt gehören, legen die Guidelines fest. Wird doppelblind begutachtet, entferne alle Hinweise auf deine Identität aus dem Hauptdokument.
Lege Abbildungen in der geforderten Auflösung an und beschrifte Tabellen einheitlich. Ein oft unterschätzter Punkt ist Sprache und Konsistenz: Tippfehler, uneinheitliche Begriffe oder holprige Sätze lenken vom Inhalt ab. Ein systematischer Pre-Submission-Check hilft, solche Schwachstellen vor der Einreichung zu finden. Plane für diesen Feinschliff bewusst Zeit ein.
Der Upload im Submission-System: Schritt für Schritt
Viele Zeitschriften nutzen ein Online-Portal, etwa Editorial Manager oder ScholarOne. Du legst ein Konto an und arbeitest dich durch mehrere Eingabemasken. Je nach Zeitschrift trägst du Titel und Abstract ein, wählst Fachkategorien und Schlagwörter, bestätigst die Reihenfolge der Autorinnen und Autoren und lädst die verlangten Dateien hoch. Das System oder die Guidelines können zusätzliche Angaben verlangen, etwa zu Interessenkonflikten, vorgeschlagenen oder ausgeschlossenen Gutachtenden oder einer parallelen Einreichung.
Ob ein Cover Letter erforderlich ist und welche Form er haben muss, regeln die Guidelines. Manche Systeme erzeugen vor dem endgültigen Absenden eine Vorschau oder ein PDF aus den Angaben und Dateien. Prüfe diese Fassung sorgfältig, bevor du die Übermittlung freigibst.

Nach dem Upload: Editor-Check, Review und Decision-Typen
Nach dem Absenden prüft die Redaktion in der Regel zunächst, ob das Manuskript zum Profil der Zeitschrift passt und die Einreichung die Vorgaben erfüllt. Ein Desk-Reject ist eine Absage ohne externe Gutachten. Andernfalls kann dein Beitrag in die Begutachtung gehen. Wie das Peer-Review-Verfahren genau abläuft, unterscheidet sich je nach Fach und Zeitschrift.
Am Ende steht eine Entscheidung, und die kennt meist mehrere Typen: Annahme (selten sofort), Minor Revision (kleine Änderungen), Major Revision (umfangreiche Überarbeitung, oft mit neuen Analysen) und Ablehnung. Minor und Major Revision sind gute Nachrichten, denn sie öffnen die Tür zur Veröffentlichung. Antworte darauf strukturiert und Punkt für Punkt, statt nur einzelne Kommentare aufzugreifen. Genau hier entscheidet sich oft, ob aus einem Beitrag am Ende eine Publikation wird.
Fazit: von der ersten Datei bis zur Annahme
Eine Einreichung wirkt beim ersten Mal schnell überwältigend, läuft aber im Kern immer nach einem klaren Muster. Wenn du die Guidelines ernst nimmst, sauber formatierst, das Submission-System sorgfältig durchklickst und die Rückmeldung als Teil des Prozesses begreifst, verliert das Verfahren seinen Schrecken. Rechne mit Wartezeit, plane Revisionen von vornherein ein und sieh jede Rückmeldung als Chance, deinen Beitrag besser zu machen.
Auch eine Ablehnung kann Hinweise für die weitere Einreichungsstrategie enthalten, wenn die Redaktion eine Begründung mitteilt. Mit guter Vorbereitung bleibt der Ablauf überschaubar: Wer die Vorgaben des Journals kennt, kann das Manuskript Schritt für Schritt übermitteln und den Status im System nachvollziehen.
Mehr zum wissenschaftlichen Publizieren: Cover Letter fürs Journal, Peer-Review-Verfahren und Wissenschaftlich publizieren: der Überblick.