Problemstellung Bachelorarbeit: das Fundament deiner Arbeit
Aufbau, Formulierungshilfen und Beispiel aus der Praxis
Die Formulierung einer Problemstellung für die Bachelorarbeit steht häufig in der Einleitung; ihre genaue Platzierung richtet sich jedoch nach Fach, Hochschule und Vorgaben. Sie kann die Relevanz der Untersuchung erläutern und die Forschungsfrage vorbereiten. Dieser Leitfaden klärt die Abgrenzung zu Zielsetzung und Forschungsfrage, erläutert einen möglichen Aufbau, liefert Formulierungsbeispiele und veranschaulicht das Vorgehen anhand eines konkreten Beispiels.
Kostenlos herunterladen
Word-Formatvorlage für die Abschlussarbeit
Erst die Problemstellung, dann die Form. In der Word-Vorlage stehen Deckblatt, Verzeichnisse, Kapitelgerüst und eidesstattliche Erklärung fertig eingerichtet, die Überschriften sind echte Formatvorlagen, das Inhaltsverzeichnis füllt sich selbst, und die Seitenzahlen sind in zwei Nummernkreisen angelegt, römisch für die Verzeichnisse und arabisch ab der Einleitung. Das Gerüst kommt mit, der Text nicht. Keine Anmeldung.
Problemstellung Bachelorarbeit: Definition im Überblick
Unter Problemstellung einer Bachelorarbeit versteht man die fundierte Darstellung eines Problems, einer Wissenslücke oder eines Widerspruchs, den deine Arbeit behandelt. Sie kann die wissenschaftliche oder praktische Relevanz des Themas deutlich machen und die Untersuchung begründen.
Häufig steht sie in der Einleitung der Bachelorarbeit. Die genaue Position richtet sich nach Fach, Hochschule und den Vorgaben für die Arbeit. Sie kann als Bindeglied zwischen dem allgemeinen Themenfeld und deiner spezifischen Fragestellung dienen.
Fehlt eine logisch hergeleitete Problemstellung, kann es Leserinnen und Lesern schwererfallen, den Grund für die Bearbeitung des Themas zu verstehen.

Unterschiede zwischen Problemstellung, Forschungsfrage und Zielsetzung
Man verwechselt diese drei Begriffe häufig, obwohl sie begrifflich sauber voneinander getrennt werden können:
- Problemstellung: Sie erläutert das spezifische Problem und seine Relevanz. Sie wird meist beschreibend formuliert.
- Forschungsfrage: Sie fasst den Untersuchungsgegenstand als präzise Frage, die deine Arbeit bearbeitet.
- Zielsetzung: Sie beschreibt, was die Arbeit mit der Beantwortung der Forschungsfrage erreichen soll.
Problemstellung, Forschungsfrage und Zielsetzung lassen sich oft in dieser Reihenfolge entwickeln: Zuerst steht das Problem im Mittelpunkt, danach die Forschungsfrage und schließlich das Ziel. Eine präzise Problemstellung erleichtert die Ableitung der Forschungsfrage, weil diese die offene Stelle des Problems in eine Frage überführt.
Struktur: Weg vom breiten Kontext zur spezifischen Lücke
Das Trichtermodell gehört zu den gängigen Varianten: Es beginnt beim umfassenden Umfeld und endet bei der konkreten Lücke. Beschreibe zuerst die Domäne und ihre Relevanz. Zeige anschließend, was daran strittig, inkonsistent oder praktisch problematisch ist. Konzentriere dich zum Schluss auf genau die Lücke, zu der deine Arbeit einen Beitrag leisten soll.
Diese Zuspitzung bildet häufig den Kern: Ein Problem kann aus einer Spannung entstehen, beispielsweise zwischen widersprüchlichen Studien, zwischen Theorie und Praxis oder zwischen einem Bedarf und fehlendem Wissen. Formuliere die Relevanz konkret und vermeide Allgemeinplätze wie „das Thema ist wichtig“. Ein Literaturbeleg oder eine aussagekräftige Zahl kann die Begründung stützen, sofern sie zum konkreten Problem passt.
Hilfen zur Formulierung des Einstiegs
Passe diese Elemente individuell an. Eine Forschungslücke lässt sich etwa so formulieren: Trotz vieler Arbeiten zum Thema bleibt für einen definierten Bereich offen, welchen Effekt ein bestimmter Parameter hat. Eine weitere Möglichkeit: Ist ein Aspekt gut untersucht, fehlen Erkenntnisse für eine bestimmte Gruppe oder Situation.
Um einen Widerspruch zu beschreiben, kannst du schreiben: „Die vorliegenden Studien kommen zur Wirksamkeit einer Maßnahme zu unterschiedlichen Ergebnissen.“ Für die praktische Relevanz kannst du formulieren: „Unternehmen können vor einer konkreten Herausforderung stehen; fehlen belastbare Konzepte zu ihrer Bewältigung, lässt sich dies als praktische Relevanz begründen.“ Solche Formulierungen ersetzen keine Belege, können aber zeigen, wie du das Problem präzise fasst. Eine überzeugende Problemstellung der Bachelorarbeit beschreibt den Untersuchungsbedarf so konkret, dass die Forschungsfrage daran anschließen kann.

Beispiel: eine Problemstellung aus dem Marketing
Nehmen wir an, dein Thema betrifft Nachhaltigkeit im Onlinehandel. Ein fiktives Beispiel könnte so aussehen: Im Onlinehandel können Retouren Umweltbelastungen verursachen. Für Kundinnen einer klar abgegrenzten Altersgruppe ist bislang unklar, welche Maßnahmen mit einer geringeren Retourenquote zusammenhängen.
Eine dazu passende Forschungsfrage könnte lauten: Welche Maßnahmen hängen im Modeonlinehandel bei Kundinnen zwischen 18 und 29 Jahren mit einer geringeren Retourenquote zusammen? Dieses Beispiel veranschaulicht den Ablauf: Kontext benennen, Spannung aufzeigen, Lücke zuspitzen, Frage ableiten. Später entsteht daraus auch ein schlüssiges Fazit, weil es genau das Problem wieder aufgreift, das am Anfang aufgeworfen wurde.
Problemstellung Bachelorarbeit: häufige Fehler
Bei der Formulierung der Problemstellung einer Bachelorarbeit treten mehrere typische Fehler auf. Die Argumentation kann zu allgemein bleiben, sodass die eigentliche Forschungslücke nicht erkennbar wird. Zudem wird die Problemstellung manchmal mit der Forschungsfrage verwechselt, sodass derselbe Gedanke doppelt erscheint.
Ein weiterer Fehler besteht darin, die Relevanz zu behaupten, statt sie zu belegen: Der Satz „Das Thema ist von großer Bedeutung“ überzeugt ohne Nachweis nicht. Eine hilfreiche Gegenprobe ist: Lässt sich aus deiner Problemstellung eine präzise Forschungsfrage ableiten, ist sie wahrscheinlich ausreichend geschärft. Bleibt die Frage dagegen vage, braucht die Zuspitzung meist noch mehr Präzision.
Steht dieses Fundament, fällt der Rest der Einleitung deutlich leichter. Mehr zum Einstieg: Forschungsfrage formulieren, Einleitung der Bachelorarbeit und Hauptteil der Bachelorarbeit.