Redewendungen verständlich erklärt und angewendet
Redewendungen einfach erklärt
In diesem Beitrag erklären wir dir Redewendungen verständlich und zeigen anhand konkreter Beispiele, wie sie richtig angewendet werden.
Die zentrale Regel von Redewendungen
Bestimmte Wörter treten zusammen als feste Einheit auf. Sie trägt eine eigene, übertragene Bedeutung, die sich nicht einfach aus den Bestandteilen erschließen lässt.
Entscheidend für die Struktur ist somit die komplette Phrase. Zusammen drückt sie eine spezifische idiomatische Kernaussage aus. Dabei werden die Komponenten nicht als einzelne wörtliche Informationen gewertet.
Die Quelle erläutert dies an einer Redewendung für das Preisgeben eines Geheimnisses. Das sprachliche Bild der Wörter und die gemeinte Aussage sind dabei nicht dasselbe. Um eine Redewendung im Satz zu erfassen, lässt sich zunächst die gesamte Verbindung bestimmen und anschließend die von ihr getragene Aussage beschreiben.
Solche Redewendungen machen die Sprache plastischer und dynamischer. Ihr Einsatz kann zudem Rückschlüsse auf soziale Milieuzugehörigkeiten zulassen. Ob das für einen bestimmten Fall gilt, geht jedoch aus dem Auszug nicht hervor.
Der Auszug legt weder eine bestimmte Wortart noch Kasusvorgaben oder eine feste Satzstellung fest. Für eine konkrete Formulierung ist deshalb nur die vollständige Verbindung und ihre direkt belegte Bedeutung zu berücksichtigen.

Form und Funktion im Satz erkennen
Die Form der Redewendung zeigt sich an der vollständigen Sequenz die Katze aus dem Sack lassen. Die einzelnen Wörter bilden eine Einheit, deren Sinn sich nicht buchstäblich aus Tier, Gefäß und Verb erschließt. Im Satz wird die Verbindung deshalb als Einheit betrachtet.
Erster Versuch: Mia wollte die Katze aus dem Sack lassen und verriet das Geheimnis. Fixiert ist die Katze aus dem Sack lassen. Hier dient sie dazu, Mias Tun mittels Metapher zu bezeichnen: Sie verrät ein Geheimnis. Der zweite Satzteil macht diese Bedeutung ausdrücklich sichtbar.
Zweiter Versuch: Nach dem Gespräch wollte Tom die Katze aus dem Sack lassen und verriet das Geheimnis. Der Zusatz Nach dem Gespräch rahmt den Ablauf. Die Wendung selbst bleibt unversehrt. Sie schildert weiterhin nicht reale Tiere oder Objekte, sondern das Verraten eines Geheimnisses.
Dritter Versuch: Die Moderatorin wollte die Katze aus dem Sack lassen und verriet das Geheimnis vor dem Publikum. Das Subjekt kennzeichnet den Handelnden; der Schlusszusatz erweitert den Rahmen. Die Phrase hingegen trägt die übertragene Bedeutung. Sie erschließt sich aus dem gesamten Ausdruck.
Für die Satzanalyse wird zunächst die ganze Verbindung markiert. Danach wird ihre belegte gemeinsame Bedeutung genannt und mit der Handlung im Satz verbunden. Die einzelnen Wörter werden nicht getrennt gedeutet. Bei einer anderen Redewendung ist erneut die vollständige Wortgruppe zu prüfen, weil nur ihre jeweils belegte Bedeutung erläutert werden darf.
Drei analysierte Beispielsätze
Beispiel 1: Nach der Frage wollte Mia die Katze aus dem Sack lassen und verriet das Geheimnis. Hier steht die Phrase nicht für Tier oder Gefäß. Vielmehr drückt sie aus, dass Mia ein Geheimnis verrät. Der Kontext bindet die Worte direkt an diese übertragene Aussage.
Beispiel 2: Tom wollte die Katze aus dem Sack lassen und verriet das Geheimnis vor der Besprechung. Die Temporalangabe skizziert den Hintergrund. Wichtig ist, dass die Wörter gemeinsam das Verraten eines Geheimnisses ausdrücken. Eine Zerlegung in Einzelteile liefert nicht diese Bedeutung.
Beispiel 3: Die Moderatorin wollte die Katze aus dem Sack lassen und verriet das Geheimnis vor dem Publikum. Wieder übernimmt die geschlossene Phrase die übertragene Bedeutung. Sie schildert das Offenbaren eines Geheimnisses. Weitere Anteile liefern nur Angaben zum Handelnden sowie zum Rahmen dieser Tat.
Die drei Sätze enthalten dieselbe konkrete Redewendung und erläutern sie jeweils direkt. Die Verbindung wird als mehrteiliger, fester Ausdruck gelesen. Ihre Bedeutung entsteht aus der Wortgruppe als Ganzem und nicht aus einer wörtlichen Deutung von Katze, Sack oder lassen. So bleibt die Erklärung an die im Satz verwendete Verbindung gebunden.
Wenn eine andere Wortgruppe untersucht wird, darf ihre Bedeutung nicht geraten werden. Zuerst ist die vollständige Verbindung zu betrachten. Anschließend wird nur eine Bedeutung verwendet, die für genau diese Verbindung belegt ist. Dadurch bleibt der Unterschied zwischen den einzelnen Wörtern und der gemeinsamen, übertragenen Aussage sichtbar.
Grenzen der belegten Erklärung
Das Quellenmaterial belegt feste Verbindungen aus mehreren Wörtern mit einer übertragenen, häufig nicht wörtlichen Bedeutung. Es enthält keine vollständige Übersicht grammatischer Formen. Deshalb lässt sich daraus kein bestimmter Kasus, keine unveränderliche Form und keine einheitliche Satzfunktion für Redewendungen ableiten.
Eine konkrete Ausnahme ist im Auszug nicht erklärt. Ergänze daher keine Ausnahme. Wenn ein Ausdruck im Satz wörtlich wirken könnte, prüfe die vollständige Formulierung und ihren Kontext in einer geeigneten Quelle.
Auch Bedeutungen dürfen nicht übertragen werden. Der Auszug erläutert für sein Beispiel das Verraten eines Geheimnisses. Daraus folgt keine Bedeutung für andere Redewendungen und keine Einordnung jeder bildhaften Wortgruppe als Redewendung. Für einen unbekannten Ausdruck ist die gesamte Verbindung gesondert zu prüfen.
Der Auszug erwähnt einen Unterschied zwischen Redewendungen und Sprichwörtern, erläutert ihn aber nicht. Eine Trennregel sollte deshalb erst nach Prüfung einer Quelle formuliert werden, die beide Begriffe ausdrücklich erklärt. Ebenso enthält der Auszug keine konkrete historische Angabe zu Herkunft oder Entwicklung.
Eventuelle Effekte auf die Anschaulichkeit stellen keine Vorgabe und keine Garantie pro Schriftstück dar. Ermittele den Sinn einer Wendung am vollständigen Ausdruck und beschränke deine Darlegung auf unmittelbar belegte Aussagen.

Kurzer Prüfablauf für Redewendungen
Analysiere zunächst die Gestalt: Liegt ein mehrteiliges Gebilde vor, das gemeinschaftlich wirkt? Wenn nein, sollte die Zuweisung als idiomatische Einheit nicht angenommen werden. Wenn ja, beginnt die inhaltliche Begutachtung.
- Gesamtausdruck erfassen: Schreibe die vollständige Wortgruppe auf und betrachte nicht nur einzelne Bestandteile.
- Wörtliche Lesart prüfen: Kläre, ob der Satz die genannten Gegenstände beschreibt oder ob eine übertragene Bedeutung zu prüfen ist.
- Beleg zuordnen: Verwende nur eine direkt belegte Bedeutung. Im Quellenbeispiel ist das Verraten eines Geheimnisses belegt.
- Satzfunktion beschreiben: Erkläre, welche Aussage die Wortgruppe im konkreten Satz trägt. Leite daraus keine allgemeine Satzfunktion ab.
- Eigenes Beispiel bilden: Formuliere einen kurzen Satz und erläutere unmittelbar, wie die gesamte Wortgruppe darin verstanden wird.
- Grenzen kontrollieren: Ergänze keinen unbelegten Kasus, keine Ausnahme und keine zusätzliche Bedeutungsregel. Prüfe unsichere Formen in einer geeigneten Quelle.
Am Ende müssen vier Punkte zusammenpassen: die belegte Regel, die erkennbare Aussage im Satz, ein selbst formulierter Beispielsatz und die Grenze der Aussage. Bei einem anderen Ausdruck ist dieselbe Prüfung erneut erforderlich, weil mehrere Wörter allein keine bestimmte Bedeutung belegen.
Wenn die Bedeutung nach diesem Ablauf nicht sicher feststeht, formuliere keine Vermutung. Prüfe stattdessen die vollständige Wortgruppe in einer geeigneten Quelle und übernimm nur die dort erklärte Bedeutung in den eigenen Satz.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Referenzwerk: www.bachelorprint.de (bachelorprint.de/linguistik/redewendungen/) (Stand: 2026-08-15)