Schulhomepage und Schulprogramm: Texte prüfen lassen
Kein Schultext wird so lange gelesen und so selten überarbeitet
Die Schulhomepage ist für Eltern, die eine Schule suchen, meist der erste Kontakt, und das Schulprogramm ist das Dokument, an dem sich Schulaufsicht und Kollegium orientieren. Beide entstehen einmal mit viel Aufwand und werden danach jahrelang nur punktuell angefasst. Genau daraus entsteht das Problem.
Während ein Elternbrief schnell vergessen ist, steht ein fehlerhafter Satz auf der Homepage oft jahrelang dort, bis ihn jemand findet.
Inhalt, der auf Schulhomepages zuerst veraltet
Bei einer Durchsicht fallen fast immer dieselben Mängel auf, und keiner davon betrifft die Orthografie:
- Personen: Kontakte, die längst versetzt sind, eine Leitung, die es seit zwei Jahren nicht mehr gibt
- Jahreszahlen: "im laufenden Schuljahr 2023/24", Fristen alter Meldefenster
- Angebote: gestrichene AGs, Kooperationsverträge, die ihre Gültigkeit verloren haben
- Verweise: Links zu Formularen, die es nicht mehr gibt, PDF-Downloads mit veraltetem Inhalt
Gerade letztere Kategorie erzeugt erhebliches Konfliktpotenzial, da Sorgeberechtigte damit ungültige Vordrucke bearbeiten und die Verwaltung anschließend manuell nacharbeiten muss. Eine systematische Kontrolle aller verbundenen Dokumente bringt daher weit mehr Nutzen als reine Stiloptimierungen.

Die Seiten, auf die es wirklich ankommt
Nicht jede Seite verdient denselben Aufwand. Aus Elternsicht zählen drei: die Seite zur Anmeldung, die Seite mit den Kontaktdaten und die Seite, die erklärt, was die Schule inhaltlich ausmacht.
Vollständige Informationen bestimmen maßgeblich die Anzahl eingehender Anfragen auf der Registrierungsunterseite: klare Terminvorgaben mit Kalenderdatum, übersichtliche Materiallisten, räumliche Zuordnung samt Uhrzeit sowie namentliche Verantwortlichkeiten. Fehlende Details erzeugen unmittelbar telefonisches Nachfragen.
Besonders problematisch gestaltet sich die Profilpräsentation, denn hier greifen Einrichtungen gern auf leere Höchstwerte zurück. Der Spruch "Wir sind eine Schule, an der sich jedes Kind wohlfühlt" liefert keinerlei Differenzierungsmerkmal, das eine rivalisierende Bildungseinrichtung nicht ebenfalls verwenden würde. Tatsächliche Unterscheidbarkeit entsteht durch quantitative Daten und praktische Referenzen: Umfang der Wahlangebote, Fremdsprachenstartklassen sowie strukturelle Nachmittagsgestaltung.
Das Schulprogramm: ein Text mit zwei Funktionen
Das Schulprogramm dient nach innen der Verständigung im Kollegium und nach außen dem Nachweis gegenüber der Schulaufsicht. Diese Doppelrolle führt oft zu einem Text, der beides halb erfüllt: zu allgemein für die interne Arbeit, zu unverbindlich für die Aufsicht.
Wie bei Förderplänen gilt hier: Ziele überprüfbar formulieren. Nicht "wir fördern die Lesekompetenz", sondern festlegen, wer wann handelt und wie man erkennt, ob es gewirkt hat.
Wenn ein Schulprogramm über Jahre fortgeschrieben wird, entsteht zusätzlich das Schichtenproblem: Ein Abschnitt spricht von Klassenlehrerteams, ein anderer von Jahrgangsteams, gemeint ist dasselbe. Wir gleichen solche Begriffe ab und legen auf Wunsch eine Liste der verbindlichen Bezeichnungen an.
Rechtlich heikle Stellen
Drei Themengebiete erfordern erhöhte Sorgfalt, da sie rein sprachliche Ebenen überschreiten. Zunächst Abbildungen minderjähriger Schüler: Wir bewerten zwar nicht die Rechtmäßigkeit möglicher Einwilligungen, markieren jedoch eindeutig, wo identifizierbare Gesichter erscheinen.
Daneben gehören dazu Datenschutz und Impressum. Sie müssen zur realen Technik stimmen, etwa bei eingebundenen Karten, Videos oder Analysediensten. Wenn Dienste genannt werden, die nicht mehr laufen, oder umgekehrt, markieren wir diesen Widerspruch.
Drittens Aussagen über Aufsicht, Haftung und Schulordnung. Formulierungen, die pauschal Verantwortung ausschließen, halten selten stand und erzeugen Widerspruch. Hier gilt dasselbe wie beim Elternbrief: Halten Sie sich an das, was Schulträger und Schulaufsicht vorgeben.

Barrierefreiheit und Lesbarkeit sicherstellen
Websites öffentlicher Schulen haben Vorgaben zur Barrierefreiheit zu erfüllen. Das verlangt sprachlich vorrangig: kurze Sätze, erläuterte Fachbegriffe, eine sinnvolle Überschriftenstruktur und informative Linktexte anstelle von „hier klicken“.
Besonders relevant ist die Zugänglichkeit für Haushalte, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Bei zentralen Rubriken wie Anmeldung, Kontaktaufnahme und Krankmeldungen empfiehlt sich vereinfachte Sprache oder eine fremdsprachige Version. Wir erstellen beide Varianten in Deutsch und Englisch.
Ablauf und Kosten
Am einfachsten arbeiten wir mit einem Datenexport oder einer gebündelten Datei aller Webseitentexte. Standardmäßig enthält ein solcher Auftritt 15 bis 40 Normseiten à 1.800 Zeichen. Im Korrektorat kostet das ab 1,90 € pro Seite, insgesamt rund 30 bis 76 €.
Meist bewegen sich Umfang und Inhalt eines Schulprogramms zwischen 20 und 60 Seiten. Unser Lektoratsdienst startet hier bei 4,90 € pro Seite, da Struktur und terminologische Konsistenz zusätzlich bearbeitet werden. Bei sehr umfangreichen Bestellungen sprechen Sie uns direkt an; die Rechnung stellen wir auf Schule oder Schulträger aus. Passend dazu: Korrekturlesen für Lehrkräfte.