Unterrichtsentwurf im Referendariat schreiben
Bewertet wird nicht die Stunde allein, sondern ihre Begründung
Der Unterrichtsentwurf im Referendariat ist eine eigene Textsorte. Wie stark er in die Bewertung eingeht, hängt von den Vorgaben der jeweiligen Prüfung ab. Entscheidend ist häufig nicht nur, ob die Stunde gelingt, sondern auch, ob der Entwurf die Entscheidungen nachvollziehbar begründet.
Gerade gute Stunden scheitern an schwachen Entwürfen: Die Planung stimmt, doch der Text macht ihre innere Logik nicht sichtbar.
Der rote Faden, den Prüfende suchen
Ihr Entwurf wirkt glaubwürdig, wenn eine klare Linie alles verbindet: Vom Profil der Lerngruppe leitet sich der Schwerpunkt ab, daraus ergeben sich die Lernziele, diese bestimmen wiederum den Ablauf, während die gewählten Methoden gezielt auf eben jene Ziele ausgerichtet sind.
Sobald diese Kette reißt, fällt es sofort auf. Der häufigste Bruch: In der Bedingungsanalyse steht, dass die Klasse in Gruppenarbeit unruhig wird, im Ablauf folgt eine halbe Stunde Gruppenarbeit, ohne dass erwähnt wird, wie damit umgegangen wird.
Bei der Kontrolle achten wir auf solche Passagen: Wir kennzeichnen Stellen, an denen Aussagen aus dem vorderen Teil später keine Entsprechung finden.
Bedingungsanalyse: beobachten, nicht bewerten
Die Analyse der Lerngruppe soll erklären, warum die Stunde so und nicht anders geplant ist. Sie ist kein Ort für Zuschreibungen. "Die Klasse ist leistungsschwach" hilft niemandem und ist zudem angreifbar.
Wertvoll sind messbare Feststellungen, die direkt die Vorbereitung beeinflussen: wie viele Kinder Deutsch als Zweitsprache sprechen und was das für die Arbeitsblätter bedeutet, welche Vorkenntnisse aus der letzten Einheit tragfähig sind sowie wie lange konzentrierte Einzelarbeit erfahrungsgemäß gelingt.
Vermeiden Sie Angaben, die Sie nicht brauchen. Alles, was keine Konsequenz für die Stunde hat, gehört nicht hinein, und personenbezogene Details ohnehin nur, wenn sie unvermeidlich sind.

Lernziele klar operationalisieren
Gerade bei den Lernzielen passieren die größten sprachlichen Patzer. Sätze wie "die Schülerinnen und Schüler sollen das Thema verstehen" lassen sich nicht prüfen: Nach der Stunde lässt sich nicht sicher feststellen, ob dieses Ziel erreicht wurde.
Ungeeignet wäre beispielsweise: Die Lernenden sollen die Bedeutung des Wassers verstehen.
Konkreter formuliert: Die Lernenden benennen drei Funktionen des Wassers im menschlichen Körper und erklären an einem Beispiel eine Folge von Wassermangel.
Die zweite Fassung nennt eine beobachtbare Handlung und ein Ergebnis, das man am Stundenende einsammeln kann. Achten Sie darauf, dass die verwendeten Verben zu den Operatoren Ihres Fachs passen.
Materialien im Anhang
Zum Entwurf gehören Arbeitsblätter, Tafelbild, Erwartungshorizont und oft der Sitzplan. Diese Anlagen werden meist zuletzt angehängt und dann nicht mehr gegengelesen, obwohl sie mitbewertet werden.
Achten Sie auf drei Dinge: Jede Anlage ist nummeriert und wird im Text an der richtigen Stelle erwähnt, die Arbeitsblätter sind sprachlich einheitlich formuliert, und übernommene Materialien sind nach dem verlangten Zitierstil belegt. Ob Fußnoten, In-Text-Belege oder eine andere Form nötig sind, richtet sich nach der Fachvorgabe. Fehlende oder uneinheitliche Belege können in Prüfungssituationen auffallen.
Sprache: Präsens, Aktiv, keine Ankündigungsfloskeln
Oft belastet ein inhaltsloser Metatext den Unterrichtsentwurf im Referendariat: "Im Folgenden soll dargestellt werden, inwiefern die im Vorangegangenen erläuterten Aspekte Berücksichtigung finden." Derartige Formulierungen rauben wertvollen Raum und lenken vom Kern ab.
Nutzen Sie stattdessen direkte Formulierungen im Präsens und im Aktiv: "Die Einstiegsphase greift das Vorwissen aus der letzten Stunde auf." So entsteht ein Text, der kompakter, deutlicher und professioneller wirkt.
Ein zweiter Punkt ist die Zeitform im Verlaufsplan. Entscheiden Sie sich für eine Form und halten Sie sie durch. Wechsel zwischen "die Lernenden schreiben" und "die Lernenden werden schreiben" fallen beim Lesen auf.

Die Tabelle als Verlaufsplan
In der Tabelle zählen Kürze und Einheitlichkeit. Prüfen Sie, welche Angaben Ihre Vorgaben je Phase verlangen, etwa Zeit, Inhalt, Sozialform, Medien und einen didaktischen Kommentar. Der Inhalt jeder Spalte sollte in allen Zeilen demselben Muster folgen.
Häufiger Befund beim Prüfen: Die Zeitangaben summieren sich nicht auf die Stundenlänge, oder eine Phase im Plan taucht in der Beschreibung gar nicht auf. Beides ist leicht zu beheben und kann in der Prüfung auffallen.
Was wir prüfen und was Sie selbst entscheiden
Wir korrigieren Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Im Lektorat arbeiten wir zusätzlich an Verständlichkeit und Struktur. Prüfen Sie vor der Abgabe selbst, ob Zeitangaben aufgehen, Ziele operationalisiert sind und Anhänge sowie Verweise zusammenpassen.
Eine fachdidaktische Beurteilung führen wir nicht durch. Die Passung zwischen Methodik und Stoff liegt in Ihren Händen gemeinsam mit den Mentorinnen und Mentoren.
Der Preis richtet sich nach der Zahl der Normseiten, der gewählten Leistung und der Lieferzeit. Eine Normseite umfasst 1.800 Zeichen einschließlich Leerzeichen. Beim Korrektorat beginnt der Standardpreis bei 1,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, der Mindestbestellwert beträgt 19 €. Beim Lektorat beginnt der Standardpreis bei 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, der Mindestbestellwert beträgt 49 €; es umfasst zusätzlich Arbeit an Verständlichkeit und Struktur. Weiterführend: Korrekturlesen für Lehrkräfte.