Wissenschaftliches Fehlverhalten, Definition, Formen, Konsequenzen

Welche Formen wissenschaftliches Fehlverhalten annehmen kann

Lesezeit ca. 4 Min. · aktualisiert: 11. Juli 2026 · zurück zum Blog

Wissenschaftliches Fehlverhalten kann vorliegen, wenn gegen Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen wird. Welche Folgen dies für Karriere und Ruf hat, hängt vom Einzelfall und den jeweils geltenden Regelungen ab. Auf dieser Seite erfährst du, welche Formen das Problem annehmen kann, wie Hochschulen darauf reagieren und welche Konsequenzen möglich sind.

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Was ist wissenschaftliches Fehlverhalten?

Im deutschen DFG-Kontext kann wissenschaftliches Fehlverhalten bei vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Verstößen gegen Regeln guter wissenschaftlicher Praxis vorliegen. Dazu zählen insbesondere nicht kenntlich gemachte Übernahmen fremder Inhalte sowie das Erfinden oder Fälschen von Daten. Fragen der Autorschaft, Mehrfachveröffentlichungen und Interessenkonflikte sind nach den jeweils einschlägigen Regeln zu beurteilen. Der Begriff ist weiter gefasst als ein reiner Plagiatsvorwurf; mehr dazu unter Plagiatuntertypen.

Formen wissenschaftlichen Fehlverhaltens

Wissenschaftliches Fehlverhalten kann verschiedene Formen annehmen. Dazu zählen Plagiate, also die Übernahme fremder Inhalte ohne erforderliche Kennzeichnung. Ferner kommen Fälschungen durch erfundene Daten sowie Manipulationen durch irreführende Darstellungen in Betracht. Auch unberechtigte Autorschaften oder das Weglassen von Mitwirkenden können relevant sein. Mehrfachveröffentlichungen identischer Texte ohne Hinweis können ebenfalls problematisch sein und stehen dem Eigenplagiat nahe. Eine strukturierte Plagiatsanalyse kann textliche Übereinstimmungen sichtbar machen; andere Fragen erfordern eine fachliche Prüfung.

Wissenschaftliches Fehlverhalten: Formen im Überblick
Wissenschaftliches Fehlverhalten, Definition, Formen, Konsequenzen im Überblick.

Wer ahndet wissenschaftliches Fehlverhalten?

In Deutschland sind für Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten in erster Linie die Hochschulen und Forschungseinrichtungen zuständig. Um DFG-Fördermittel zu erhalten, müssen wissenschaftliche Einrichtungen den DFG-Kodex rechtsverbindlich umsetzen; für Einrichtungen mit bereits umgesetzter Vorgängerregelung galt eine Übergangsfrist bis zum 31. Juli 2023. Bei Fragen zur guten wissenschaftlichen Praxis oder bei einem Verdacht können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland an eine lokale Ombudsperson oder an die Geschäftsstelle des Ombudsgremiums für die wissenschaftliche Integrität in Deutschland (OWID) wenden. Über mögliche Maßnahmen entscheidet die zuständige Einrichtung oder, bei DFG-Bezug, die DFG nach dem jeweiligen Verfahren; Beispiele dokumentieren Plagiatsaffären.

Konsequenzen wissenschaftlichen Fehlverhaltens

Mögliche Folgen richten sich nach dem jeweiligen Regelwerk und dem Einzelfall. Hochschulen können etwa eine Rüge aussprechen oder unter den rechtlichen Voraussetzungen akademische Grade entziehen; die Fälle Guttenberg Bayreuth und Giffey zeigen unterschiedliche Verfahrenskonstellationen. Arbeitsrechtlich können Abmahnung oder Kündigung in Betracht kommen. Bei DFG-Bezug sind etwa die Rücknahme von Förderentscheidungen oder ein Ausschluss von der Antragsberechtigung möglich. Strafrechtliche Fragen, etwa zu Urheberrechtsverletzungen oder Betrug, sind gesondert zu beurteilen.

Wie vermeidet man wissenschaftliches Fehlverhalten?

Wissenschaftliches Fehlverhalten lässt sich durch sorgfältiges Zitieren, transparente Arbeitsweisen und frühe Eigenkontrolle vermeiden. Eine Plagiatsprüfung mit PlagAware kann Textübereinstimmungen sichtbar machen; der Plagiatsbericht muss anschließend fachlich eingeordnet werden. Der KI-Detektor kann bei KI-gestützten Teilen Hinweise liefern, ersetzt aber weder Quellenprüfung noch die Vorgaben der Hochschule. Hilfreich ist zudem die Kenntnis typische Fehlerquellen. Hintergrundwissen bieten Beiträge zur akademische Integrität und Kurse der Akademie.

Wissenschaftliches Fehlverhalten: Konsequenzen und Zuständigkeiten

Wissenschaftliches Fehlverhalten: die Formen im Detail

Wissenschaftliches Fehlverhalten meint mehr als Plagiate. Seine Definition, Formen und Konsequenzen reichen von Datenfälschung über Doppelpublikationen bis zu Konflikten über die Autorschaft. Der DFG-Kodex beschreibt übergreifende Anforderungen guter wissenschaftlicher Praxis; die konkreten Verfahren und Folgen regeln die jeweiligen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Ein Verstoß kann etwa vorliegen, wenn Daten erfunden, Ergebnisse irreführend dargestellt oder fremde Texte als eigene ausgegeben werden.

Dazu können auch verschwiegene Interessenkonflikte oder das Unterdrücken konkurrierender Befunde zählen. Bei einem Anfangsverdacht können Plagiatsanalyse, Plagiatsprüfung und KI-Analyse je nach Vorwurf Hinweise für eine sachliche Einordnung liefern. Ein Verdacht ist jedoch kein Urteil. Ob und wie er aufgeklärt wird, richtet sich nach dem Verfahren der zuständigen Einrichtung.

Wissenschaftliches Fehlverhalten: Konsequenzen für Karriere und Forschung

Die Folgen eines solchen Verstoßes können erheblich sein. Anhand von Definition und Formen lässt sich ein formaler Fehler nicht ohne Weiteres von vorsätzlicher Täuschung unterscheiden. Die Sanktionen reichen je nach Regelwerk und Einzelfall von einer Rüge mit Korrekturauflagen bis zur Aberkennung akademischer Grade oder förderrechtlichen Maßnahmen. Dokumentierte Fälle können unter anderem über Plattformen wie das VroniPlag-Wiki recherchierbar sein.

Prävention setzt früh an: mit korrektem Zitieren, sauberer Datenführung, Versionsverwaltung und einer ehrlichen eidesstattlichen Erklärung. Eine rechtzeitige Selbstprüfung mit einer vertraulicher Plagiatsprüfung der Doktorarbeit kann mögliche Textübereinstimmungen früh sichtbar machen, ersetzt aber nicht die sorgfältige Prüfung von Quellen und Hochschulvorgaben. So bleiben Begriff und Konsequenzen abstrakt und werden nicht zur persönlichen Realität.

Vor der Abgabe Quellen und Zitate prüfen: Eine Plagiatsprüfung mit PlagAware kann Textübereinstimmungen sichtbar machen; ein KI-Detektor liefert keine abschließende Bewertung.

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Häufige Fragen zu wissenschaftlichem Fehlverhalten

Ist jedes Plagiat wissenschaftliches Fehlverhalten?

Nicht jede Regelung bewertet ein Plagiat gleich. Ob wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt, richtet sich vor allem nach Art und Umfang der Übernahme, dem Verschulden und den Vorgaben der zuständigen Einrichtung. Auch unbeabsichtigte Fehler sollten berichtigt werden.

Wer ist erste Anlaufstelle bei Verdacht?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland können sich bei Fragen oder einem Verdacht an die lokale Ombudsperson ihrer Einrichtung oder an das Ombudsgremium für die wissenschaftliche Integrität in Deutschland (OWID) wenden. Dessen Geschäftsstelle berät und vermittelt grundsätzlich vertraulich. Die Prüfung schwerwiegender Hinweise und Entscheidungen über Maßnahmen liegen bei der zuständigen lokalen Kommission oder, bei DFG-Bezug, bei der DFG.

Wie lange werden Verfahren wegen wissenschaftlichem Fehlverhalten geprüft?

Eine einheitliche Dauer gibt es nicht. Sie hängt vom Vorwurf, den Verfahrensregeln und der notwendigen Sachverhaltsaufklärung ab. Das Verfahren zur Dissertation von Franziska Giffey zeigt, dass eine Prüfung mehrere Verfahrensschritte umfassen kann.

Verjährt wissenschaftliches Fehlverhalten?

Für Deutschland gibt es keine einheitliche Verjährungsfrist für wissenschaftliches Fehlverhalten. Ob und welche Fristen für institutionelle oder DFG-interne Verfahren gelten, richtet sich nach den jeweiligen Regelungen. Für die Entziehung eines Doktortitels sind zudem die Voraussetzungen des einschlägigen Hochschul- und Landesrechts maßgeblich.

Welche Rolle spielt die DFG?

Mit ihren Leitlinien guter wissenschaftlicher Praxis beschreibt die DFG übergreifende Anforderungen an wissenschaftliches Arbeiten. Wissenschaftliche Einrichtungen müssen die Leitlinien rechtsverbindlich umsetzen, um DFG-Fördermittel erhalten zu können.

Schützt eine Plagiatsprüfung vor Vorwürfen?

Eine Plagiatsprüfung schützt nicht automatisch vor Vorwürfen. Sie kann bei einer frühen Kontrolle Textübereinstimmungen sichtbar machen; entscheidend bleiben die korrekte Quellenarbeit und die fachliche Einordnung der Ergebnisse.

Wo finde ich Vertiefungstexte?

Weitere Informationen findest du in unserer Akademie sowie im VroniPlag-Wiki und im GuttenPlag-Wiki.

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