Bild- und Tabellenplagiat in der Bachelor- und Masterarbeit
Wo ein Bild und Tabellenplagiat typischerweise entsteht
Von einem Bild und Tabellenplagiat spricht man, wenn Grafiken, Diagramme oder Tabellen aus fremder Quelle ohne angemessene Quellenangabe in die eigene Arbeit übernommen werden. Dieser Fall wird gern unterschätzt, obwohl für visuelle Elemente ebenfalls Zitier- und Dokumentationspflichten gelten können. Diese Seite zeigt dir, woran du ein Bild- und Tabellenplagiat wissenschaftlich erkennen kannst und wie du es vermeiden kannst.
Merkmale eines Bild- und Tabellenplagiats
Von einem Bild- und Tabellenplagiat ist die Rede, wenn Grafiken, Diagramme oder Tabellen aus fremden Quellen in eine wissenschaftliche Arbeit eingefügt werden, ohne ihre Herkunft angemessen anzugeben. Viele Studierende unterschätzen dies, weil sie die Zitierpflicht fälschlicherweise nur auf Fließtext beziehen. Für visuelle Elemente sollten Herkunft und gegebenenfalls Bearbeitung nach den Vorgaben der Hochschule kenntlich gemacht werden.
In der Praxis kommt es häufig vor, dass unbearbeitete Screenshots von Websites oder Büchern einfach kopiert werden. Kennt man die verschiedenen Plagiatuntertypen, lassen sich solche Fälle differenziert klassifizieren. Im Zentrum steht stets die mangelnde oder lückenhafte Dokumentation der Informationsquelle.

Praktische Beispiele
Eine Tabelle aus einem Lehrbuch unverändert zu übernehmen und lediglich ihr Layout an die eigene Arbeit anzupassen, kann wissenschaftlich problematisch sein, auch wenn die Zellen ausschließlich Zahlenwerte enthalten. Entsprechendes gilt, wenn ein Diagramm aus einem Geschäftsbericht nachgezeichnet wird, Datenstruktur und Aussage übernommen werden und die Quelle nicht genannt ist.
Drittens entsteht ein Problem, wenn man einen Blog-Screenshot mit eigener Beschriftung versieht, ohne das Ausgangsmaterial irgendwo zu nennen. Tools wie die Plagiatssoftware PlagAware gleichen maschinenlesbare Textteile mit einem Index ab. Wie weit dabei Inhalte aus Bildern oder Tabellen erfasst werden, variiert stark je nach Art des Dokuments und der gewählten Analyseebene.
Aufkommende Konsequenzen und Risiken
Die Folgen eines Bild- und Tabellenplagiats werden oft unterschätzt. Nach den jeweiligen Prüfungsordnungen kann eine nicht belegte Übernahme als Täuschungsversuch bewertet werden, ähnlich wie ein Copy-Paste Plagiat. In einer Bachelorarbeit kann dies zu einer Notenabwertung oder dem Nicht-Bestehen führen; bei einer Doktorarbeit kann wissenschaftliches Fehlverhalten unter den rechtlichen Voraussetzungen auch die Aberkennung des Titels nach sich ziehen.
Zudem kann das Urheberrecht betroffen sein: Bilder und Grafiken können nach dem UrhG geschützt sein, sodass Rechteinhaber zivilrechtlich vorgehen können. Die Plagiatsanalyse in einem Plagiatsbericht kann Textübereinstimmungen als Treffer ausweisen. Ob Tabelleninhalte erkannt werden, hängt vom Dokument und vom jeweiligen Prüfverfahren ab.

Maßnahmen zur Vorbeugung und Grenzen der Prüfung
Die Vorbeugung beginnt mit einer simplen Regel: Unter jede Grafik und jede Tabelle gehört direkt eine Quellangabe. Übliches Format: „Quelle: Autor (Jahr), S. xx" oder „Eigene Darstellung in Anlehnung an Autor (Jahr)". Bei „eigener Darstellung" muss die Grafik auch wirklich selbst entworfen worden sein, sonst bleibt es ein Bild- und Tabellenplagiat. Ein Plagiatchecker oder Plagiatscanner vor der Abgabe zeigt dir jeden Tabellen-Treffer als eigens markierten Block. Ein professionelles Bachelorarbeit Korrekturlesen sorgt zusätzlich dafür, dass die Quellangaben unter den Tabellen einheitlich formatiert sind. Auch das Paraphrasieren spielt hinein: Wer eine Tabelle „in Anlehnung an" umbaut, muss diese Anlehnung ausweisen, andernfalls entsteht erneut ein Bild- und Tabellenplagiat.
Abgrenzung gegenüber anderen Plagiatsformen
Die Begriffe Strukturplagiat, Ideenplagiat und Vollplagiat werden nicht einheitlich verwendet. Unabhängig von der Einordnung sollten übernommene Tabellen, Grafiken und ihre Datenquellen nachvollziehbar belegt werden. Wer das versehentliche Fremdplagiat vermeiden möchte, dokumentiert die Herkunft jeder verwendeten Grafik in einem Bilder-Quellenverzeichnis.
Noch kurz vor der Abgabe der Bachelor- oder Masterarbeit kann eine zusätzliche Plagiatsprüfung Hinweise auf Textübereinstimmungen liefern. Ob Tabellentexte erfasst werden, hängt vom Dokument und vom Prüfverfahren ab. Bei einer Doktorarbeit kann ein gezieltes Lektorat Dissertation mit Tabellen-Check sinnvoll sein, ebenso im Bedarfsfall eine vertrauliche Doktorarbeits Plagiatsprüfung. Weitere Informationen bietet die Akademie Wissen.

