Band Artikel: der, die oder das Band?
Drei Formen mit drei Bedeutungen und ihre Unterscheidung
Beim Band Artikel sind alle drei Formen richtig, und jede bezeichnet etwas anderes. Der Band ist ein Buch einer Reihe: Band 3 der Gesamtausgabe. Das Band ist ein schmaler Streifen: das Absperrband, das Förderband. Die Band ist die Musikgruppe und wird englisch gesprochen. Damit gehört das Wort zu den wenigen im Deutschen, bei denen drei Geschlechter drei Bedeutungen tragen, und auch die Plurale unterscheiden sich.
Drei Bedeutungen im Überblick
Der Band steht für ein Einzelwerk in einer Serie, beispielsweise den Auftakt oder Teil einer Gesamtausgabe. Die Mehrzahl lautet die Bände.
Das Band steht für einen engen Streifen aus Materialien wie Stoff, Papier oder Metall, vergleichbar mit Geschenk-, Förder- oder Maßband. Die Mehrzahl lautet hier die Bänder.
Die Band bezeichnet die Musikgruppe. Das Lehnwort wird nach englischem Vorbild ausgesprochen, etwa bänd, und der Plural lautet die Bands.
Im Plural taucht zusätzlich die Bedeutung die Bande auf, die entweder Fesseln oder eine enge Verbindung bezeichnet. Dieser Ausdruck wirkt gehoben und leitet sich vom neutralen Band ab.
Formen im direkten Vergleich
| Bedeutung | Singular | Genitiv | Plural |
|---|---|---|---|
| Buch | der Band | des Bandes | die Bände |
| Streifen | das Band | des Bandes | die Bänder |
| Fessel, Verbindung | das Band | des Bandes | die Bande |
| Musikgruppe | die Band | der Band | die Bands |

Band in der Technik
Im technischen Sprachgebrauch dominiert das Neutrum: das Förderband, das Klebeband, das Maßband, das Isolierband sowie das Laufband.
Diese Begriffe bezeichnen allesamt schmale Streifen und bilden den Plural auf -er: die Förderbänder, die Klebebänder.
In der Datentechnik steht daneben das neutrale Magnetband. Die englische Entsprechung tape hat sich im Deutschen als das Tape ebenfalls eingebürgert.
Eine Ausnahme bildet die feminine Bandbreite, da das Bestimmungswort Breite das Genus bestimmt. In der Technik bezeichnet sie einen Frequenzbereich, im übertragenen Gebrauch eine Spanne von Möglichkeiten.
Die Regel zur Unterscheidung
Um die Musikformation eindeutig zuzuordnen, dient die Aussprache, denn der fremdsprachliche Klang hebt das Wort unmittelbar hervor.
Zwischen Buch und Streifen entscheidet der Plural: Bände sind Bücher, Bänder sind Streifen. Wer die Mehrzahl kennt, weiß stets, worauf sich die Rede bezieht.
Die dritte Form, die Bande, ist ein gehobener Plural des neutralen Band im übertragenen Sinn: die Bande der Freundschaft. Nicht zu verwechseln ist sie mit der Bande, der Gruppe, die ein eigenes Wort ist.
Komposita folgen ihrer semantischen Logik: So heißt es der Sammelband fürs Buch, das Klebeband für den Streifen und die Rockband für die Kapelle.
Herkunft der drei Wörter
Sowohl das schriftliche als auch das streifenartige Band geht auf denselben germanischen Stamm zurück, nämlich das Verb binden. Ursprünglich stand ein Band für das, was bindet, und ein Buchband für das, was gebunden ist.
Die Musikgruppe kommt aus dem Englischen und wurde erst im 20. Jahrhundert übernommen. Auch das englische band geht letztlich auf dieselbe germanische Wurzel zurück, hat jedoch den Umweg über das Französische genommen.
Das feminine Geschlecht der Musikgruppe folgt dem deutschen Entsprechungswort: die Gruppe, die Kapelle. Beide sind feminin, und deshalb schwankt diese Form nicht.

Bedeutung von Band in Literaturverzeichnissen
In wissenschaftlichen Arbeiten ist der Band die gebräuchlichste Bedeutung. In Quellenangaben steht er meist abgekürzt: Bd. 3, oder englisch vol. 3.
Jahrgang ist die Bezeichnung bei Zeitschriften, auf Englisch volume. Man kürzt dies deutsch als Jg.; beides wird regelmäßig durcheinandergebracht.
Ohne die Bandzahl bleibt die Seitenangabe bei mehrbändigen Werken mehrdeutig, weshalb sie in die Quellenangabe gehört. Gerade in Literaturverzeichnissen fehlt diese Angabe besonders häufig.
Je nach Zitierstil variiert die Schreibweise: APA setzt die Bandzahl in Klammern, die deutsche Zitierweise schreibt sie aus. Maßgeblich bleibt stets der fachspezifische Leitfaden.
Häufige Fehler sowie typische Zweifelsfälle
Die Bände oder die Bänder: Erstere bezeichnen Bücher, letztere Streifen. Diese Verwechslung ist die häufigste bei diesem Wort.
Die Bands: Nur für Musikgruppen. Bei Büchern lautet die Pluralform die Bände.
Die Bande: Zwei verschiedene Wörter. Als Plural von das Band steht es für Bindungen, als eigenes Wort für eine Gruppe von Personen.
Bandbreite: Weibliches Genus, da Breite das Schlusswort bildet. Der Anfangsteil verweist auf das neutrale Band.
Bandwurm: Männliches Genus, weil Wurm das letzte Glied ist. Auch hier bezieht sich der erste Teil auf den Streifen.
Fazit: Band Artikel auf einen Blick
Der Band steht für das Buch, das Band für den Streifen, die Band für die Musikgruppe. Alle drei Formen sind richtig.
Im Plural trennt man: Bücher heißen die Bände, Streifen die Bänder, Ensembles die Bands.
Andere Begriffe mit verschiedenen Formen finden sich unter See Artikel, Teil Artikel sowie Plural Bildung.
