Was bedeutet Grundlagenforschung?

Grundlagenforschung einfach erklärt: Definition und drei fiktive Beispiele stehen weiter unten.

Grundlagenforschung verständlich erklärt

Lesezeit ca. 8 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Tipps für Studium und wissenschaftliches Arbeiten

Unter Grundlagenforschung versteht man experimentelle oder theoretische Arbeiten, die in erster Linie der Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen dienen, ohne dass bestimmte Anwendungen oder ein bestimmter Nutzen angestrebt werden.

Definition der Grundlagenforschung in der Statistik

Nach der amtlichen Statistik zählt Grundlagenforschung zu den Forschungsarten. Darunter fallen experimentelle und theoretische Arbeiten. Sie dienen in erster Linie der Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen, ohne dass bestimmte Anwendungen oder ein bestimmter Nutzen angestrebt werden.

Zur korrekten Einordnung gehören somit drei Faktoren: die experimentelle oder theoretische Arbeitsweise, das Ziel neuer Erkenntnisse und das Fehlen einer Ausrichtung auf eine konkret bestimmte Anwendung oder Nutzung. Diese drei Komponenten kennzeichnen denselben Typ; keiner ersetzt einen anderen.

Anhand dieser Kennzeichen lässt sich die Zugehörigkeit einer Forschungsbeschreibung überprüfen. Zunächst klärt man, ob experimentell gearbeitet oder theoretisch untersucht wird. Danach prüft man, ob Erkenntnisse über die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen angestrebt werden. Abschließend analysiert man den Text dahingehend, ob ein bestimmter Anwendungs- oder Nutzungszweck verfolgt wird.

Diese Begriffe dienen der statistischen Differenzierung von Forschungstätigkeiten. Angewandte Forschung ist demgegenüber auf ein bestimmtes praktisches Ziel ausgerichtet. Experimentelle Entwicklung baut auf Erkenntnissen aus Forschung und praktischer Erfahrung auf und zielt unter anderem auf neue oder umfassend verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen.

Grundlagenforschung mit einem Ablauf aus Prüfung, Kontakt und Dokumentation

Merkmale der Grundlagenforschung

Man kann die amtliche Definition für die Prüfung in drei getrennte Merkmale gliedern: die Arbeitsweise, das Erkenntnisziel und die fehlende Orientierung an einer bestimmten Nutzung. Zusammen kennzeichnen sie Grundlagenforschung als statistisch abgegrenzte Forschungsart.

  • Arbeitsweise: Erfasst werden experimentelle Arbeiten ebenso wie theoretische Arbeiten. Prüfe in der Beschreibung, ob eine dieser beiden Arbeitsweisen genannt ist.
  • Erkenntnisgegenstand: Das Erkenntnisziel betrifft neue Erkenntnisse über die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen.
  • Keine bestimmte Nutzung: Zusätzlich darf die Arbeit nicht auf eine konkret bestimmte Anwendungsmöglichkeit oder Nutzung hinarbeiten. Dieses Merkmal betrifft die Zielausrichtung der Arbeit.

Themenbereich und möglicher Gebrauchswert lassen sich unabhängig voneinander bewerten. Ersterer betrifft den Inhalt, über den neue Erkenntnisse gewonnen werden sollen. Letzterer klärt, ob das Vorhaben auf eine bestimmte Anwendung oder Nutzung ausgerichtet ist. Allein die Nennung eines Themas beantwortet daher nicht bereits die Frage nach einer bestimmten Nutzung.

Für die Einordnung sind alle drei Merkmale anhand der Forschungsbeschreibung zu prüfen. Halte fest, welche experimentelle oder theoretische Arbeit beschrieben wird, welches Erkenntnisziel genannt ist und ob eine bestimmte Anwendung oder Nutzung als Ziel erscheint. Fehlt eines dieser Merkmale in der Beschreibung, dokumentiere dies als offenen Prüfungspunkt, statt eine Zuordnung aus einem einzelnen Merkmal abzuleiten.

Die Quelle unterscheidet neben Grundlagenforschung auch angewandte Forschung und experimentelle Entwicklung. Angewandte Forschung verfolgt in erster Linie ein bestimmtes praktisches Ziel. Experimentelle Entwicklung ist systematische Arbeit auf Grundlage von Forschungserkenntnissen und praktischer Erfahrung; sie kann auf neue oder wesentlich verbesserte Werkstoffe, Produkte, Geräte, Verfahren, Systeme oder Dienstleistungen zielen. Daraus folgt keine Rangfolge oder feste Abfolge der drei statistischen Forschungsarten.

Abgrenzung zu anderen Forschungsarten

Die Abgrenzung von der angewandten Forschung erfolgt über das praktische Ziel. Auch angewandte Forschung wird in der Quelle als originäre Untersuchung zur Erlangung neuen Wissens beschrieben. Sie ist jedoch in erster Linie auf ein bestimmtes praktisches Ziel ausgerichtet. Bei der Grundlagenforschung steht dagegen die Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen im Vordergrund, ohne dass bestimmte Anwendungen oder ein bestimmter Nutzen angestrebt werden.

Der Unterschied liegt deshalb nicht allein darin, dass neue Kenntnisse gewonnen werden. Für die Prüfung muss zusätzlich die Ausrichtung betrachtet werden. Eine bestimmte praktische Zielsetzung spricht für die statistische Kategorie der angewandten Forschung. Fehlt eine solche bestimmte Anwendung oder Nutzung und wird stattdessen der grundlegende Erkenntnisgewinn beschrieben, passt die Beschreibung zur Definition der Grundlagenforschung.

Experimentelle Entwicklung wird in der Quelle als systematische Arbeit eingeordnet, die auf Erkenntnissen aus Forschung und praktischer Erfahrung aufbaut. Ihr Ziel kann die Herstellung neuer Werkstoffe, Produkte und Geräte sein. Ebenso nennt die Definition die Einführung neuer Verfahren, Systeme und Dienstleistungen sowie die umfassende Verbesserung bereits vorhandener oder eingeführter Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.

Betrachtet wird ausschließlich der statistisch belegte Gehalt der Begriffe. Daraus ergibt sich keine Aussage über eine Förderpraxis, keine Pflicht zu einer bestimmten Methode und keine Wertung der jeweiligen Forschungsart. Ebenso wird daraus keine feste Abfolge abgeleitet, in der Grundlagenforschung, angewandte Forschung und experimentelle Entwicklung stattfinden müssten. Für die Zuordnung zählt die beschriebene Arbeit mit ihrem Erkenntnisziel und ihrer Nutzungs- oder Entwicklungsrichtung.

Drei fiktive Beschreibungen im Vergleich

Es handelt sich um drei fiktive Darstellungen. Im Fokus liegen einzig das formulierte Erkenntnisziel sowie Aussagen zur Nutzungsabsicht. Fehlt eine solche Aussage, wird die Nutzungsrichtung als offener Prüfpunkt festgehalten. Weitere Details fließen nicht in die Analyse ein.

  1. Beschreibung A: „Eine theoretische Untersuchung soll neue Erkenntnisse über ein zugrunde liegendes Phänomen und wahrnehmbare Tatsachen gewinnen. Eine bestimmte Anwendung oder Nutzung wird nicht genannt.“ Der Text beschreibt eine theoretische Arbeit mit dem Ziel, neues Wissen zu schaffen. Da keine bestimmte Anwendung oder Nutzung genannt wird, bleibt die Nutzungsrichtung ein offener Prüfpunkt. Die Passage erlaubt daher keine vollständige Einordnung als Grundlagenforschung. Für eine Einordnung außerhalb dieses fiktiven Beispiels müssten alle drei Merkmale in der Forschungsbeschreibung geprüft werden.
  2. Beschreibung B: „Eine originäre Untersuchung soll neue Kenntnisse für ein bestimmtes praktisches Ziel gewinnen.“ Hier steht neben dem Wissensgewinn ein klar umrissenes praktisches Ziel. Dieser Punkt trennt die Stelle von der Grundlagenforschung und bildet die typische Ausrichtung der angewandten Forschung ab.
  3. Beschreibung C: „Eine systematische Arbeit baut auf durch Forschung und praktische Erfahrung gewonnenen Erkenntnissen auf und zielt auf die Herstellung eines neuen Produkts.“ Die Beschreibung nennt eine systematische Arbeit, eine Grundlage aus Forschung und praktischer Erfahrung sowie die Herstellung eines neuen Produkts. Diese Merkmale entsprechen der statistischen Einordnung experimenteller Entwicklung.

Aus dem Vergleich geht hervor, worauf die Prüfung gerichtet ist. Bei Beschreibung A sind die theoretische Arbeit und das Erkenntnisziel genannt; die Nutzungsrichtung bleibt ein offener Prüfpunkt. Bei Beschreibung B bestimmt das bestimmte praktische Ziel die Abgrenzung. Bei Beschreibung C prägen die systematische Arbeit, der Aufbau auf vorhandenen Erkenntnissen und das Entwicklungsziel die Einordnung.

Die Beispiele enthalten keine Aussage über eine Förderstelle, eine Forschungsmethode, eine Reihenfolge oder eine Bewertung. Für eine reale Beschreibung wären nur die dort ausdrücklich genannten Merkmale auszuwerten.

Fortschrittsbalken für die einzelnen Ablaufstationen zu Grundlagenforschung

Kurze Prüfliste für die Einordnung

Für eine vorsichtige Prüfung einer Forschungsbeschreibung können die folgenden Fragen nacheinander gestellt werden:

  1. Liegt eine experimentelle oder theoretische Tätigkeit vor?
  2. Steht der Gewinn neuer Erkenntnisse im Zentrum?
  3. Bezieht sich dieses Erkenntnisziel auf die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen?
  4. Wird keine bestimmte Anwendungsmöglichkeit oder Nutzung angestrebt?
  5. Wird die Beschreibung von einer bestimmten praktischen Zielsetzung abgegrenzt?

Wenn die Beschreibung diese Merkmale ausdrücklich trägt, entspricht sie der hier verwendeten Definition der Grundlagenforschung. Die Prüfung sollte dabei den Zusammenhang zwischen Arbeitsweise, Erkenntnisgegenstand und Ausrichtung beachten. „Experimentell“ oder „theoretisch“ bezeichnet die Art der Arbeit. „Neue Erkenntnisse“ bezeichnet das Ziel. „Zugrunde liegende Phänomene und wahrnehmbare Tatsachen“ bezeichnet den Erkenntnisgegenstand. „Keine bestimmte Anwendung oder Nutzung“ bezeichnet die fehlende konkrete Ausrichtung.

Zusätzlich ist zu prüfen, ob eine Beschreibung stattdessen ein bestimmtes praktisches Ziel nennt. Dann spricht dies für angewandte Forschung. Wird eine systematische Arbeit beschrieben, die auf Erkenntnissen aus Forschung und praktischer Erfahrung aufbaut und auf neue oder wesentlich verbesserte Werkstoffe, Produkte, Geräte, Verfahren, Systeme oder Dienstleistungen zielt, ist die Einordnung als experimentelle Entwicklung anhand dieser Merkmale zu prüfen.

Deshalb kontrolliert man Ziel und gewünschte Nutzung. Eine Förderstelle oder Thematik klärt diese Fragen nicht. Entscheidend sind die klar formulierten Forschungsmerkmale, nicht Spekulationen über den Rahmen.

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Häufige Fragen zu Grundlagenforschung

Was ist Grundlagenforschung?

Grundlagenforschung bezeichnet experimentelle oder theoretische Arbeiten, die primär neue Erkenntnisse über die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen gewinnen sollen, ohne dass dabei bestimmte Anwendungen oder ein bestimmter Nutzen angestrebt werden.

Welche Rolle spielt das Erkenntnisziel?

Im Mittelpunkt steht die Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen.

Woran unterscheidet sich Grundlagenforschung von angewandter Forschung?

Angewandte Forschung ist in erster Linie auf ein bestimmtes praktisches Ziel ausgerichtet. Grundlagenforschung dient dagegen der Gewinnung neuer Erkenntnisse, ohne dass bestimmte Anwendungen oder ein bestimmter Nutzen angestrebt werden.

Was bedeutet experimentelle Entwicklung in dieser Einordnung?

Experimentelle Entwicklung bezeichnet hier systematische Arbeit, die auf Erkenntnissen aus Forschung und praktischer Erfahrung aufbaut und etwa auf neue Werkstoffe, Produkte, Geräte, Verfahren, Systeme oder Dienstleistungen zielt.

Ist Grundlagenforschung immer experimentell?

Nein. Die Definition umfasst experimentelle ebenso wie theoretische Arbeiten.

Worauf sollte eine Forschungsbeschreibung geprüft werden?

Zu prüfen sind die Art der Arbeit, das Ziel neuer Erkenntnisse über die Grundlagen der Erscheinungen und wahrnehmbaren Tatsachen sowie das Fehlen einer Ausrichtung auf bestimmte Anwendungen oder einen bestimmten Nutzen.

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