Literaturdatenbanken: Scholar, Scopus und Web of Science

Abdeckung, Qualitätsfilter und Nachvollziehbarkeit der Suche

Lesezeit ca. 7 Min. · aktualisiert: 29. Juli 2026 · zur Akademie

Wer nur eine Datenbank nutzt, findet einen Ausschnitt und hält ihn leicht für den Forschungsstand. Die drei Zugänge unterscheiden sich darin, welche Inhalte sie erfassen und wie sie diese auswählen. Deshalb können sie sich je nach Fragestellung ergänzen.

Google Scholar: breite Suche, begrenzte Qualitätskontrolle

Google Scholar weist neben Zeitschriftenartikeln auch Preprints, Abschlussarbeiten, Tagungsberichte und weitere wissenschaftliche Dokumente nach. Der Zugang ist kostenlos. Wegen der breiten Abdeckung können die Treffermengen groß sein; auch die Zitationszählung kann von kuratierten Datenbanken abweichen.

Google Scholar prüft nicht, ob ein gefundener Beitrag begutachtet wurde. Für erste Überblicke oder die Suche nach älterer oder deutschsprachiger Literatur kann Scholar dennoch ein nützlicher Einstieg sein.

Literaturdatenbanken: Breite gegen kuratierte Auswahl
Literaturdatenbanken: Scholar, Scopus und Web of Science im Überblick.

Scopus und Web of Science: ausgewählt statt vollständig

Beide Angebote sind gebührenpflichtig und nutzen in der Regel die Hochschullizenz. Sie sind kuratierte Zitationsdatenbanken mit ausgewählten Zeitschriften, Büchern und Tagungsbeiträgen. Das ermöglicht Analysen über mehrere Fachbereiche hinweg.

Die Abdeckung unterscheidet sich zwischen beiden spürbar, besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften und bei nicht-englischer Literatur. Wer nur eine davon nutzt, sollte das in den Grenzen der Arbeit benennen.

Warum eine einzelne Datenbank oft nicht reicht

Dem offenen Portal fehlt die Selektion, die kuratierten Angebote erfassen jeweils nur Teile der wissenschaftlichen Literatur, während fachspezifische Datenbanken wie PubMed oder PsycInfo ihre Fachgebiete detaillierter abbilden als universelle Sammlungen.

Dieselbe Suchanfrage kann je nach Zugang unterschiedliche Treffermengen und Trefferlisten liefern.

Für eine Recherche kann es sinnvoll sein, mehrere passende Datenbanksysteme zu kombinieren und mindestens die Literaturverzeichnisse der wichtigsten Fundstücke zu prüfen. Die Rückwärtsrecherche über Zitate kann Beiträge sichtbar machen, die keine Stichwortsuche erfasst.

Die Suche dokumentieren, nicht nur durchführen

In empirischen und systematischen Arbeiten gehört die Recherche selbst zur Methode. Dokumentiert werden sollten: die genutzten Datenbanken, Suchbegriffe einschließlich Logikoperatoren, der Zeitraum, Spracheinstellungen, Ein- und Ausschlusskriterien sowie das konkrete Suchdatum.

Ohne Datumsangabe ist eine Recherche nicht vollständig nachvollziehbar, da sich Datenbankbestände ändern können. Wer diese Details notiert, erleichtert spätere Nachrecherchen.

Literaturrecherche: Angaben zur Dokumentation

Zugang über die Hochschule

Der Zugang erfolgt meist über das Uni-Netzwerk oder einen externen Login. Wer ohne diese Berechtigung sucht, sieht möglicherweise Treffer, erhält aber nicht zwingend Zugriff auf die Volltexte. Dann können frei zugängliche Fassungen eine Alternative sein.

Das kann sinnvoll sein, verlangt aber Sorgfalt: Preprint und veröffentlichte Fassung können voneinander abweichen, teils auch in den Ergebnissen. Gib die Fassung an, die du tatsächlich gelesen hast, und kennzeichne sie entsprechend. Mehr dazu: Perplexity und Google Scholar, Literaturrecherche für die Bachelorarbeit und Literaturverwaltung.

Was wir am Ende prüfen

Wir beurteilen deine Quellenwahl nicht, denn das ist fachliche Arbeit. Bei der formalen Prüfung achten wir darauf, ob im Text belegte Quellen im Verzeichnis stehen und ob die Angaben einheitlich sind. Ob Quellenangaben als Fußnoten oder In-Text-Belege erscheinen und wann Abrufdaten nötig sind, richtet sich nach Zitierstil und Fachvorgabe.

Auch die Namen der Datenbanken vereinheitlichen wir nach dem gewählten Zitierstil. Web of Science kann beispielsweise ausgeschrieben oder als WoS abgekürzt erscheinen. Bei Fachdatenbanken richtet sich die Schreibweise nach Anbieterangabe und Zitierstil.

Ein wiederkehrender Befund betrifft Onlinequellen: Die URL steht im Verzeichnis, das Abrufdatum fehlt. Bei Seiten, die sich laufend ändern, etwa Statistikportalen oder Behördenseiten, dokumentiert das Abrufdatum, welche Fassung der Quelle zum Zeitpunkt der Nutzung erreichbar war.

Für Literatur-Korrekturlesen beginnen die Preise je nach Bearbeitungszeit bei 1,90 € pro Normseite; der Mindestbetrag beträgt 19 €. Beim Literaturlektorat beginnen sie bei 4,90 € pro Normseite; der Mindestbetrag beträgt 49 €.

Ist die Recherche abgeschlossen, aber das Verzeichnis unklar? Übermittle dein Manuskript. Für Literatur-Korrekturlesen gilt ein Mindestbetrag von 19 €.

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Häufige Fragen zum Thema Literaturrecherche

Reicht Google Scholar für eine Bachelorarbeit?

Als Einstieg ist Google Scholar geeignet, als alleiniger Zugang jedoch selten ausreichend. Vergleiche mindestens einen weiteren zur Fragestellung passenden Zugang und werte die Literaturverzeichnisse der wichtigsten Treffer aus.

Was ist der Unterschied zwischen Scopus und Web of Science?

Obwohl beide Systeme kuratiert sind, weicht ihr Umfang merklich voneinander ab, was speziell für die Geistes- und Sozialwissenschaften gilt.

Muss ich meine Suche dokumentieren?

Bei empirischen und systematischen Arbeiten sollte die Suche nachvollziehbar dokumentiert werden: Datenbanken, Suchbegriffe, Zeitraum, Kriterien und das Datum der Suche.

Darf ich ein Preprint zitieren?

Ja, wenn du es als Preprint kennzeichnest. Zitiere die Fassung, die du tatsächlich gelesen hast.

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