Laborbericht schreiben: so gelingt die Auswertung

Von den Rohdaten bis zur überzeugenden Auswertung

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 14. Juni 2026 · zurück zum Blog

Ein Laborbericht dokumentiert, was du im Praktikum gemessen hast, und wie du deine Ergebnisse einordnest. Anders als beim reinen Mitschrieb erklärst du im Laborbericht auch, wie du vorgegangen bist und was die Zahlen bedeuten. Diese Anleitung zeigt dir Schritt für Schritt, wie du Aufbau, Daten und Auswertung so ordnest, dass deine Betreuerin den Versuchsablauf und deine Schlussfolgerungen nachvollziehen kann.

Vorschau der ersten Seite: Bericht: drei Formen in einer DateiVorschau der ersten Seite

Kostenlos herunterladen

Bericht: drei Formen in einer Datei

Wochenbericht fürs Berichtsheft, Laborbericht mit Messwerten und Fehlerbetrachtung, Praxisbericht mit Reflexionsteil. Nimm die Seite, die du brauchst, und lösch den Rest. Alles im Präteritum, mit Unterschriftszeile.

Alle Vorlagen ansehen

Was ist ein Laborbericht und wozu dient er?

Ein Laborbericht ist die schriftliche Auswertung eines durchgeführten Versuchs: Du hältst Ziel, Durchführung, Messwerte und Interpretation so fest, dass eine fachkundige Person deinen Versuch gedanklich wiederholen könnte. Je nach Fach und Hochschule variiert, wie streng die Form vorgegeben ist. In den Naturwissenschaften und der Technik ist der Bericht meist Pflichtleistung, um ein Praktikum anerkannt zu bekommen.

Zwei Ziele stehen dabei im Mittelpunkt: Zunächst belegst du, dass du sauber gearbeitet hast, gleichzeitig übst du wissenschaftliches Schreiben in kompakter Form. Anders als eine Hausarbeit bleibt ein Bericht eng am Experiment und verzichtet auf lange Literaturdebatten. Wer früh versteht, worauf die Bewertung zielt, spart sich später viel Überarbeitung. Halte dich deshalb konsequent an das ausgegebene Merkblatt, falls es eines gibt.

Abgrenzung: Versuchsprotokoll oder ausformulierter Bericht?

Viele verwechseln beide Textsorten. Ein Protokoll hält den Ablauf oft stichpunktartig und während des Versuchs fest, während der Bericht die Ergebnisse hinterher ausformuliert, einordnet und begründet. Manche Hochschulen nutzen die Begriffe synonym, andere trennen streng: Erst das Versuchsprotokoll als Rohfassung, dann der ausgearbeitete Bericht. Kläre also früh, was konkret erwartet wird.

Ein Protokoll darf roh und stichpunktartig sein, muss aber neben Messwerten auch relevante Versuchsbedingungen, Beobachtungen und Abweichungen vollständig festhalten. Ein Bericht dagegen erzählt eine nachvollziehbare Geschichte von der Fragestellung bis zur Antwort. Wenn du unsicher bist, hilft ein Blick auf das Protokoll an der Uni und die dortigen Formvorgaben. Als Faustregel gilt: Sobald du eigene Interpretation und eine Diskussion lieferst, schreibst du keinen bloßen Mitschrieb mehr, sondern einen echten Bericht mit Argumentation.

Laborbericht schreiben: Aufbau in 5 Schritten von Titelblatt bis Anhang
Laborbericht im Überblick.

Der klassische Aufbau von Titelblatt bis Anhang

Meist folgt die Gliederung einem klaren Muster, das dem einer kleinen wissenschaftlichen Arbeit ähnelt. Üblich ist diese Reihenfolge:

  • Deckseite inkl. Titel, Identifikation, Termin und Aufsicht
  • Einleitung mit Ziel und theoretischem Hintergrund
  • Material und Methoden, also Aufbau und Durchführung
  • Ergebnisse mit Tabellen und Diagrammen
  • Diskussion samt Fehlerquellen und Fazit
  • Literatur und Anhang mit Rohdaten

Je nach Fach und Hochschule verlagern sich die Schwerpunkte: In physikalischen Kursen erhält die Fehlerrechnung oft mehr Gewicht, in biologischen Lehrveranstaltungen die präzise Methodenbeschreibung. Halte den Theorieteil kurz und zielgerichtet, denn er soll nur erklären, was zum Verständnis der Messung nötig ist. Verzichte auf unnötige Sätze. Wer die Gliederung vorab mit der Betreuung abstimmt, verhindert fehlende oder überflüssige Abschnitte.

Rohdaten und aufbereitete Daten sauber trennen

Ein häufiger Fehler besteht darin, Messwerte und Auswertung zu vermischen. Rohdaten sind die unbearbeiteten Zahlen, die du direkt am Gerät abliest. Dokumentiere sie entsprechend den Vorgaben, etwa im Messprotokoll oder im Anhang. Aufbereitete Daten entstehen durch Rechnungen, etwa durch Mittelwerte, Umrechnungen in SI-Einheiten oder abgeleitete Größen. So lassen sich die Schritte von der Rohzahl bis zum Endwert nachvollziehen.

Halte verwendete Gleichungen fest und zeige mindestens eine vollständige Probeberechnung, wenn die Vorgaben keine andere Form verlangen. Runde erst am Ende der Rechnung, damit Rundungsfehler nicht unnötig fortgeschrieben werden. Achte auf sinnvolle signifikante Stellen: Mehr Nachkommastellen, als die Messunsicherheit rechtfertigt, können falsche Präzision vortäuschen. Präsentiere Befunde neutral im passenden Tempus, sodass gemessene und errechnete Anteile erkennbar bleiben.

Diagramme und Tabellen richtig beschriften

Grafiken und Tabellen sollen eigenständig lesbar sein. Nummeriere Abbildungen und Tabellen fortlaufend und gib ihnen eine aussagekräftige Beschriftung. Beschrifte beide Achsen eines Diagramms mit Größe und Einheit, etwa Dauer in Sekunden oder Potenzial in Volt, und wähle eine Skalierung, die den relevanten Bereich zeigt.

Zeige Messpunkte als Symbole und füge eine Ausgleichskurve nur ein, wenn ein Modell sie rechtfertigt. Zeichne keine Verbindungslinie, wenn sie fachlich keine begründete Aussage unterstützt. Fehlerbalken können Messunsicherheiten darstellen; gib dann an, welche Unsicherheit sie zeigen. Verweise im Text auf jede Abbildung. Titel, Achsen und Legende sollten erkennen lassen, worum es im Diagramm geht.

Laborbericht Auswertung: Checkliste für saubere Daten, Diagramme und Diskussion

Diskussion und Fehlerquellen ehrlich benennen

Die Diskussion ist das Herz deiner Auswertung, denn hier vergleichst du deine Ergebnisse mit dem erwarteten Wert oder der Theorie. Frage dich: Passen Größenordnung und Vorzeichen? Woher kommt eine Abweichung? Bleibe dabei ehrlich, ein unerwartetes Resultat ist kein Makel, solange du es sauber einordnest. Nenne systematische Fehler wie ein falsch kalibriertes Gerät getrennt von zufälligen Streuungen.

Meide pauschale Formulierungen wie menschliches Versagen und nenne stattdessen spezifische Ursachen: Verzögerung beim Stopp, Ablesefehler an der Skala oder Temperaturänderungen im Raum. Die Fehlerbetrachtung im Bericht erläutert, wie sich solche Faktoren einordnen lassen. Bei systematischen Einflussfaktoren kannst du begründen, ob sie den Messwert eher erhöhen oder senken. Kontrolliere den Text abschließend mit einer Rechtschreibprüfung, damit orthografische Patzer nicht von den Ergebnissen ablenken.

Fazit: Klarheit der Struktur schlägt sprachliche Perfektion

Klare Struktur entscheidet über die Qualität eines guten Berichts, nicht blumige Formulierungen. Wenn Fragestellung, Methode, Ergebnisse und Deutung logisch aufeinander aufbauen, liest sich deine Arbeit fast von selbst. Plane genügend Zeit für die Auswertung ein, denn Rechnen, Zeichnen und Formulieren dauern länger, als man denkt. Sammle die Rohdaten von Anfang an ordentlich, dann ersparst du dir späteres Rätselraten über eigene Notizen.

Lies deinen Text am Ende laut oder lass eine Kommilitonin gegenlesen: Frische Augen finden Lücken, die du selbst überliest. Achte auf einheitliche Einheiten, korrekte Nummerierung und eine sachliche, nachvollziehbare Sprache. So gelingt die Auswertung: Wenn du deinen Laborbericht schreiben willst, sollten Aufbau, Daten und Diskussion zusammenpassen. Aus geordneten Rohdaten kann so ein nachvollziehbarer Laborbericht entstehen.

Weitere Textsorten im Studium: Fehlerbetrachtung im Laborbericht, Zeitform im Protokoll und Protokoll schreiben (Uni).

Messungen und Analysen liegen vor, doch die finale Überarbeitung fehlt? Unser Service für Korrektorat und Lektorat prüft je nach gebuchtem Umfang Rechtschreibung, Grammatik, Satzbau, Stil und Ausdruck. Die fachliche Verantwortung für Methoden, Werte und Schlussfolgerungen bleibt bei dir.

Datei hochladen

Häufige Fragen zum Laborbericht

Was ist der Unterschied zwischen Laborbericht und Versuchsprotokoll?

Das Protokoll hält den Ablauf und die Messwerte während des Versuchs fest, oft stichpunktartig. Der Laborbericht formuliert danach aus, ordnet die Ergebnisse ein und diskutiert sie. Manche Hochschulen nutzen beide Begriffe synonym, deshalb solltest du im Zweifel die Vorgaben deiner Betreuung erfragen.

Welche Zeitform verwende ich im Bericht?

Üblich sind im Ergebnis- und Methodenteil das Präteritum oder das Perfekt, weil du Vergangenes beschreibst. Allgemeine Zusammenhänge und theoretische Grundlagen stehen oft im Präsens. Die genaue Handhabung variiert je nach Fach und Betreuung; halte sie deshalb innerhalb des Textes konsequent durch.

Wie gebe ich Rohdaten richtig an?

Dokumentiere Rohdaten entsprechend den Vorgaben, etwa im Messprotokoll oder im Anhang, damit sich deine Rechnung nachvollziehen lässt. Gib eine vollständige Beispielrechnung an, wenn sie verlangt wird, und runde erst am Ende. Achte auf sinnvolle signifikante Stellen, statt mehr Nachkommastellen anzugeben, als die Messunsicherheit rechtfertigt.

Wie beschrifte ich Diagramme korrekt?

Nummeriere jedes Diagramm eindeutig und versehe es mit einer aussagekräftigen Bildunterschrift. Beschrifte beide Achsen mit Größe und Einheit und wähle einen Maßstab, der den relevanten Bereich zeigt. Verweise im Text auf jede Abbildung. Fehlerbalken können sinnvoll sein, wenn du Messunsicherheiten darstellst; erläutere dann, was sie bedeuten.

Was gehört in die Diskussion?

Im Diskussionskapitel vergleichst du deine Ergebnisse mit Modellen oder Erwartungswerten, erklärst Abweichungen und benennst konkrete Fehlerquellen. Unterscheide systematische von zufälligen Einflüssen. Bei systematischen Einflüssen kannst du begründen, ob sie das Ergebnis eher vergrößern oder verkleinern. Ein unerwartetes Resultat ist kein Mangel, wenn du es nachvollziehbar einordnest.

Wie lang sollte ein Bericht sein?

Ein fester Wert für die Seitenanzahl existiert nicht; der Umfang hängt vom konkreten Versuch und den Richtlinien ab. Üblicherweise umfasst der Text einige wenige bis rund zwanzig Seiten, variiert aber je nach Fach und Hochschule. Wichtiger als die reine Länge ist, ob jeder Abschnitt seine Funktion erfüllt und nichts Wesentliches fehlt.

Unsere Partner