Leidtun: Welche Schreibweise ist richtig?
Leidtun: richtige Schreibweise
Nach aktueller Rechtschreibung schreibt man die Basisform als leidtun. Die Trennungen leid tun sowie Leid tun sind hier unzulässig.
Die richtige Schreibweise lautet leidtun
leidtun ist die gesuchte Grundform. Diese schreibt man zusammen und klein. Die Schreibweisen leid tun sowie Leid tun sind heute nicht richtig.
Steht das trennbare Verb im Satz auseinander, wird es getrennt geschrieben, etwa: „Es tut ihm leid.“ Die Grundform bleibt leidtun.

Warum die Grundform zusammengeschrieben wird
Das Verb leidtun ist ein trennbares Verb. Seine Grundform wird kleingeschrieben und zusammengeschrieben.
Infinitiv, Partizip und zu-Infinitiv werden ebenfalls zusammengeschrieben. Das zeigen die folgenden Belege: „Er möchte ihr nicht leidtun.“ „Es hat ihm leidgetan.“ „Sie versucht, ihm nicht leidzutun.“
Bei trennbaren finiten Formen kann der Verbzusatz leid vom Verb tun getrennt stehen, zum Beispiel in „Es tut ihm leid“. Die Schreibweise richtet sich dann nach der jeweiligen Verbform und Satzstellung.
Richtig und falsch im direkten Vergleich der Formen
Hierbei ist der Satzanfang klar vom eigentlichen Schreibproblem getrennt. Ein großgeschriebenes erstes Wort begründet daher nicht die Orthografie des Verbs. Entscheidend ist einzig, ob leidtun in der richtigen Gestalt erscheint.
| Zusammengeschriebene Form | Getrennte Form bei Distanzstellung |
|---|---|
| Es könnte ihm leidtun. | Vielleicht tut es ihm leid. |
| Sie möchte niemandem leidtun. | Sie tut ihm leid. |
| Das wird ihm leidtun. | Er tut ihr leid. |
Die Satzstellung erklärt den Unterschied: In „Es könnte ihm leidtun“ bleibt die Grundform zusammen. In „Es tut ihm leid“ steht das trennbare Verb in Distanzstellung.
Die Großschreibung von Leid ist nicht bloß eine Schreibvariante von leidtun. In „jemandem Leid tun“ ist Leid ein Substantiv und die Wortgruppe bedeutet, jemandem Schaden oder Kummer zuzufügen.
Ein kurzer Test hilft bei der Unterscheidung: Ist die Grundform des Verbs im Sinn von „bedauern“ oder „Mitleid erregen“ gemeint, schreibt man leidtun. Steht das finite Verb getrennt, lautet die Form zum Beispiel tut leid.
Typische Prüfstellen bei leidtun
Eine erste Stolperfalle ist die Vermischung von Grundform und finiter Form. Bei dem trennbaren Verb kann der Satzbau zur Distanzstellung führen, etwa in „Es tut ihm leid“. Deshalb sollte die konkrete Verbform zuerst bestimmt werden.
Eine zweite Stolperfalle betrifft die Großschreibung. Die Grundform lautet klein und zusammengeschrieben: leidtun. Leid tun kann dagegen richtig sein, wenn Leid als Substantiv gemeint ist, etwa im Sinn von „jemandem Leid zufügen“.
Auch ältere Schreibweisen können verunsichern. Die Regelung wurde im Zuge der Rechtschreibreform mehrfach geändert; seit 2006 ist für das Verb die Grundform leidtun maßgeblich.
Nicht jede getrennte Folge ist falsch: In „jemandem kein Leid tun“ ist „Leid“ ein Substantiv. Das Verb mit der Bedeutung „bedauert werden“ oder „Mitleid erregen“ heißt dagegen „leidtun“.
Auch die Beispiele müssen sauber gelesen werden. Ein Satzanfang mit großem Anfangsbuchstaben ist kein Beleg für die Großschreibung innerhalb des Verbs. Entscheidend ist die Schreibweise der Verbform selbst. Bei der Grundform bleibt sie leidtun.

Der kurze Merkcheck für den eigenen Text
Zum Prüfen hilft ein kurzer Ablauf: Bestimme zuerst die Verbform. Prüfe dann, ob eine Grundform, ein zu-Infinitiv, ein Partizip oder eine finite Form in Distanzstellung vorliegt. Die Grundform lautet leidtun.
- Schreibweise prüfen: Ist die Grundform des Verbs gemeint? Dann werden die Bestandteile zusammengeschrieben.
- Großschreibung prüfen: Steht Leid tun im Sinn von „Leid zufügen“, ist Leid ein Substantiv. Für das Verb lautet die Grundform dagegen leidtun.
- Bedeutung nicht ergänzen: Verwende nur die belegte Erklärung und füge keinen unbelegten Bedeutungsunterschied hinzu.
- Satzbeispiel bilden: Setze die Grundform in einen kurzen neutralen Satz, etwa: „Er könnte ihr leidtun.“
- Verwechslung ausschließen: Unterscheide leidtun von Leid tun im Sinn von „Leid zufügen“.
Bei einer finiten Form ist zusätzlich die Satzstellung zu prüfen. In der Distanzstellung steht zum Beispiel „Es tut ihm leid“, während die Grundform und der zu-Infinitiv zusammengeschrieben werden.
Merksatz: Leidtun wird in der Grundform kleingeschrieben und zusammengeschrieben. Bei finiten Formen kann die Satzstellung zur Trennung führen.
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Quellen und Stand
- Referenzwerk: languagetool.org (languagetool.org/insights/de/beitrag/leidtun/) (verifiziert am 2026-08-15)
