Mathematik-Lektorat für Beweise und statistische Notation
Symbolgebrauch und Beweisführung nachvollziehbar halten
Ein Mathematik-Lektorat arbeitet an einer Textsorte, die zu weiten Teilen aus Symbolen besteht. Trotzdem entscheidet die Sprache darüber, ob ein Beweis nachvollziehbar ist: Überleitungen, Quantorenformulierungen und Begründungsschritte müssen eindeutig sein. Und sie müssen es auf eine Weise sein, die dem Fach entspricht, nicht dem allgemeinen Stilempfinden.
Stehen lassen statt streichen: Warum Wiederholungen sinnvoll sind
Mathematische Texte nutzen eine kleine, hochgenaue Menge sprachlicher Bausteine. „Daraus folgt“, „es existiert genau ein“, „ohne Beschränkung der Allgemeinheit“ oder „es gelte“ haben feste Bedeutungen. Ein Lektorat, das sie aus Abwechslungsgründen variiert, macht den Text schlechter, nicht besser.
Wir ersetzen keine feste Fachwendung durch ein Synonym. Wenn „daraus folgt“ zwölfmal auf einer Seite steht, ist das kein Stilproblem, sondern die Struktur eines Beweises. Eingegriffen wird nur, wo eine Formulierung mehrdeutig ist oder ein Bezug unklar bleibt, etwa wenn nicht erkennbar ist, worauf sich ein „dieses“ bezieht.

Der Prüfstein: Das Symbolverzeichnis
Wir gleichen jedes im Text eingeführte Zeichen mit dem Symbolverzeichnis ab und melden drei Arten von Befunden: Symbole, die im Text vorkommen, aber im Verzeichnis fehlen; Einträge im Verzeichnis, die im Text nie verwendet werden; und, am wichtigsten, Doppelbelegungen.
Doppelbelegungen sind der häufigste schwerwiegende Mangel in langen Skripten: Ein Zeichen steht in Abschnitt zwei für eine Menge und in Abschnitt fünf hingegen für eine Abbildung, weil beide Teile zeitlich versetzt geschrieben wurden. Für die Leserin ist an dieser Stelle nicht feststellbar, welche Größe gemeint ist.
Zusätzlich prüfen wir die Typografie: Variablen werden kursiv gesetzt, feststehende Funktionsnamen wie sin, log oder max aufrecht und gebräuchliche Zahlenmengen wie ℕ, ℤ oder ℝ in doppelt gestrichener Schrift.
Statistische Kennwerte einheitlich berichten
Empirische Studien bringen eine zusätzliche Dimension mit. Teststatistik, Freiheitsgrade, p-Wert und Effektstärke folgen einem festen Berichtsschema, das in jeder Tabelle und an jeder Textstelle identisch sein muss.
Typische Befunde: Im vierten Kapitel wird der p-Wert exakt angegeben, im fünften nur als Schwellenangabe. Die Effektstärke wird für einen Test angegeben, für den anderen nicht. Die Stichprobengrößen unterscheiden sich zwischen Fließtext und Tabellen, weil fehlende Werte unterschiedlich behandelt wurden. Wir kennzeichnen solche Abweichungen mit Fundstelle, berechnen aber nichts neu.

Wo unser Lektorat endet
Wir prüfen keine Beweise auf Richtigkeit und rechnen keine Ergebnisse nach. Ob ein Schritt logisch trägt, ob eine Voraussetzung tatsächlich gilt oder ob ein Test zur Fragestellung passt, entscheidet deine Betreuung.
Die fachliche Prüfung von Beweisen, Voraussetzungen und statistischen Verfahren kann unser Lektorat nicht leisten und muss sie auch nicht übernehmen. Unser Beitrag ist die Darstellung: dass Notation konsistent ist, Verzeichnisse vollständig sind und die sprachlichen Überleitungen zwischen den Schritten den Gedankengang tragen.
Preise für mathematische Arbeiten
Das Standard-Lektorat kostet 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, das Korrektorat 1,90 €. Reine Formelseiten zählen nicht in die Normseitenberechnung, gezählt wird der Fließtext mit 1.800 Zeichen je Normseite. Eine Masterarbeit mit 55 Normseiten Fließtext liegt damit bei rund 270 Euro.
Bei LaTeX-Arbeiten versehen wir das kompilierte PDF mit Kommentaren und liefern eine Fehlerliste mit Fundstellen, damit du die Korrekturen sicher übertragen kannst. Die Expressoption ist für 6,90 € bei 48 Stunden bzw. 8,90 € bei 24 Stunden verfügbar.
Ergänzende Themen: Mathematik-Themen, Statistik und SPSS, p-Wert und Signifikanz sowie Effektstärken berichten.