Spross oder sprosste: Die Regel
Diese Form ist beim Präteritum korrekt
Bei spross oder sprosste ist die Antwort eindeutig: Nur spross ist als Präteritum von sprießen korrekt; sprosste ist dafür nicht korrekt, kann aber als Präteritum des seltenen schwachen Verbs sprossen standardsprachlich sein. Sprießen gehört zu den starken Verben, die ihren Stammvokal in der Vergangenheit verändern, ähnlich wie bei gießen (goss) oder schießen (schoss). Wer sprosste schreibt, überträgt fälschlich das Muster schwacher Verben wie kosten (kostete) auf ein starkes Verb. Im Alltag begegnet die Form spross vor allem in Wendungen wie Hoffnung spross oder Grün spross aus der Erde; ob sprosste passt, hängt dagegen von der gemeinten Grundform ab.
Die kurze Antwort zu Spross oder sprosste
Bei der Frage spross oder sprosste ist die Grundform entscheidend: Das Präteritum von sprießen lautet spross. Die Form sprosste gehört nicht zu sprießen, ist aber beim seltenen schwachen Verb sprossen möglich. Beide Formen sollten daher nicht ohne die jeweilige Grundform beurteilt werden.
Das Partizip Perfekt von sprießen lautet entsprechend gesprossen, zum Beispiel: Die Saat ist gesprossen. Beim schwachen Verb sprossen lautet das Partizip dagegen gesprosst. In Komposita und Nebensätzen richtet sich die Form ebenfalls nach der Grundform, etwa: Kaum war die Idee geboren, da spross schon der nächste Gedanke.

Warum spross und nicht sprosste die richtige Form ist
Sprießen ist ein starkes Verb mit den Stammformen sprießen, spross, gesprossen. Der Vokalwechsel im Präteritum entspricht dem Muster von anderen starken Verben wie gießen (goss, gegossen), schießen (schoss, geschossen) oder genießen (genoss, genossen). Die Endung -te gehört nicht zu der hier gemeinten Konjugation von sprießen; sie kommt jedoch beim eigenständigen schwachen Verb sprossen vor.
Wer sich unsicher ist, welche Form bei einem starken Verb korrekt ist, findet verlässliche Orientierung in den Rechtschreibregeln zur Konjugation, die typische Ablautmuster im Deutschen erläutern.
Beispiele im Satz
Diese Beispiele illustrieren die korrekte Nutzung von spross in verschiedenen Situationen: Aus dem Samen spross binnen kürzester Zeit ein feiner Keimling. In ihrem Herzen spross die Sehnsucht nach einem Treffen. Mitten unter den Steinplatten spross ungepflegtes Gestrüpp. Nach dem Zank spross allmählich neues Vertrauen zwischen den beiden.
Soll der Satz das starke Verb sprießen ausdrücken, ist „Der Efeu sprosste an der Hauswand empor“ nicht passend. Dann heißt es: „Der Efeu spross an der Hauswand empor.“ Die Form sprosste kann dagegen zum seltenen schwachen Verb sprossen gehören. Entsprechend stehen bei sprießen gesprossen und bei sprossen gesprosst.
Häufige Fehler
Eine Verwechslung entsteht leicht, weil neben dem starken Verb sprießen auch das seltene schwache Verb sprossen existiert. Bei sprießen lauten die Formen spross und gesprossen; bei sprossen lauten sie sprosste und gesprosst. Auch sprießte kann zu einem weiteren, fachsprachlichen Verb sprießen gehören und ist deshalb nicht pauschal als Fehler zu bewerten.
Wer beim Verfassen unsicher ist, sollte die Grundform prüfen: Wie es bei gießen goss und nicht gießte heißt, heißt es bei sprießen spross und nicht sprosste. Diese Eselsbrücke hilft bei der Unterscheidung, ist aber kein Ersatz für den Blick ins Wörterbuch, wenn ein anderes Verb mit gleicher oder ähnlicher Schreibung gemeint sein könnte.

So merkst du es dir
Ein einfacher Merksatz lautet: Sprießen wird wie gießen und schießen gebeugt, also spross wie goss und schoss, niemals sprosste. Wer sich die Reihe sprießen, spross, gesprossen wie ein festes Trio einprägt, vermeidet die Verwechslung dauerhaft. Hilfreich ist auch der Merkvers Was im Frühling frisch entspross, war nie sprosste, stets nur spross, der den Reim bewusst nutzt, um die richtige Form im Gedächtnis zu verankern.
Wer häufiger unsicher ist, kann sich zusätzlich die Stammformen einzelner starker Verben notieren, etwa fließen (floss), genießen (genoss) und verdrießen (verdross). Dabei sollte jedes Verb mit seiner eigenen Bedeutung gelernt werden.
Fazit
Bei der Frage „Spross oder sprosste?“ ist die Grundform entscheidend: Für sprießen lautet das Präteritum spross, für das seltene Verb sprossen kann es sprosste heißen. In Manuskripten, Hausarbeiten oder CVs hilft ein Blick ins Wörterbuch, wenn die Bedeutung oder die Grammatik unklar ist.
Wer bei der Verbform im eigenen Entwurf unsicher ist, kann ein Wörterbuch nutzen oder den Text von einem Dienstleister prüfen lassen. Ein Angebot zum Korrekturlesen kann auf weitere sprachliche Auffälligkeiten hinweisen; die passende Grundform sollte dabei im Kontext geprüft werden.
Hier wird erklärt, welche Form bei „Spross oder sprosste“ zu welcher Grundform gehört.
Weitere orthografische Zweifelsfälle sind gehauen oder gehaut, geschworen oder geschwört sowie alle Rechtschreibregeln.
