Die sechs Zeitformen im Deutschen verständlich erklärt

Zeitformen im deutschen einfach erklärt

Lesezeit ca. 6 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Grammatikregeln

Dieser Beitrag erklärt die sechs traditionell unterschiedenen deutschen Tempora verständlich anhand ihrer Bildung und ihres Gebrauchs. Ein gemeinsames Beispiel zeigt ihren zeitlichen Bezug.

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Die sechs Zeitformen mit Bildung, Beispiel und Gebrauch, dazu die Regeln für wissenschaftliche Arbeiten: Präsens für Aussagen, Präteritum für das Vorgehen, Plusquamperfekt für die Vorzeitigkeit.

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Was Zeitformen im Deutschen ausdrücken

Tempus ist eine Kategorie des Verbs. Es ordnet sprachlich dargestellte Vorgänge und Zustände zeitlich ein; der Bezugspunkt ist dabei die Sprechzeit oder eine Orientierungszeit. Eine Zeitform stellt daher den zeitlichen Bezug eines sprachlich dargestellten Geschehens zu einem solchen Bezugspunkt her.

Traditionell werden für das Deutsche sechs Tempora unterschieden: Präsens, Präteritum, Futur, Präsensperfekt, Präteritumperfekt und Futurperfekt. Präsens und Präteritum sind synthetisch gebildet. Futur, Präsensperfekt, Präteritumperfekt und Futurperfekt werden analytisch mit einem Hilfsverb gebildet.

Am Beispiel des präsidialen Antrittsbesuchs lässt sich die Unterscheidung verdeutlichen. Im Präsens heißt es: Der Präsident macht seinen Antrittsbesuch. Das Präteritum lautet: Der Präsident machte seinen Antrittsbesuch. Für das Futur steht: Der Präsident wird seinen Antrittsbesuch machen.

Beim Präsensperfekt lautet das Beispiel: Der Präsident hat seinen Antrittsbesuch gemacht. Das Präteritumperfekt lautet: Der Präsident hatte seinen Antrittsbesuch gemacht. Im Futurperfekt heißt es: Der Präsident wird seinen Antrittsbesuch gemacht haben.

Damit sind sowohl die Bezeichnung des jeweiligen Tempus als auch die jeweilige Verbform und ihre Bildungsart sichtbar. Die zeitliche Zuordnung bezieht sich jeweils auf die Sprechzeit oder eine Orientierungszeit.

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Die sechs deutschen Tempora im direkten Vergleich

Die Tabelle vergleicht die sechs hier behandelten Tempora anhand des Antrittsbesuchs des Präsidenten. Zu jedem Tempus nennt sie das entsprechende Beispiel und die Bildungsart.

Tabelle: Tempus, Beispiel, Bildungsart
TempusBeispielBildungsart
PräsensDer Präsident macht seinen Antrittsbesuch.synthetisch
PräteritumDer Präsident machte seinen Antrittsbesuch.synthetisch
FuturDer Präsident wird seinen Antrittsbesuch machen.analytisch mit einem Hilfsverb
PräsensperfektDer Präsident hat seinen Antrittsbesuch gemacht.analytisch mit einem Hilfsverb
PräteritumperfektDer Präsident hatte seinen Antrittsbesuch gemacht.analytisch mit einem Hilfsverb
FuturperfektDer Präsident wird seinen Antrittsbesuch gemacht haben.analytisch mit einem Hilfsverb

In dieser Gegenüberstellung gehören Präsens und Präteritum zu den synthetisch gebildeten Formen. Die vier übrigen Formen, nämlich Futur, Präsensperfekt, Präteritumperfekt und Futurperfekt, werden analytisch mit einem Hilfsverb gebildet. Die Beispiele zeigen jeweils die Verbform beim selben Antrittsbesuch.

Ein Antrittsbesuch in sechs Zeitformen: Gebrauch und Bildung

Als kurzes Vergleichsbeispiel dient dieselbe Handlung in sechs verschiedenen Tempora. Der unveränderte Satzrahmen lautet: Der Präsident... seinen Antrittsbesuch. Verändert wird die Verbform. Das Präsens kann Gegenwart, allgemeine Gültigkeit oder Zukunftsbezug ausdrücken; das Präteritum wird häufig zum Erzählen verwendet, das Futur für Zukünftiges oder Vermutungen.

  1. Präsens: Der Präsident macht seinen Antrittsbesuch. Das flektierte Verb ist macht. Die Form gehört zum Präsens.
  2. Präteritum: Der Präsident machte seinen Antrittsbesuch. Das flektierte Verb ist machte. Die Form gehört zum Präteritum.
  3. Futur: Der Präsident wird seinen Antrittsbesuch machen. Die Form setzt sich aus wird und machen zusammen. Sie gehört zum Futur.
  4. Präsensperfekt: Der Präsident hat seinen Antrittsbesuch gemacht. Die Form setzt sich aus hat und gemacht zusammen. Sie kann eine Handlung als vorzeitig gegenüber einem Bezugspunkt in der Gegenwart darstellen.
  5. Präteritumperfekt: Der Präsident hatte seinen Antrittsbesuch gemacht. Die Form setzt sich aus hatte und gemacht zusammen. Sie kann eine Handlung als vorzeitig gegenüber einem Bezugspunkt in der Vergangenheit darstellen.
  6. Futurperfekt: Der Präsident wird seinen Antrittsbesuch gemacht haben. Die Form setzt sich aus wird, gemacht und haben zusammen. Sie kann eine Handlung als vorzeitig gegenüber einem künftigen Bezugspunkt darstellen und auch eine Vermutung über Vergangenes ausdrücken.

Die ersten beiden Beispiele sind synthetisch gebildet. Ihre jeweilige Tempusform erscheint in der flektierten Verbform macht beziehungsweise machte. Die vier weiteren Beispiele sind analytisch mit einem Hilfsverb gebildet. Dabei wird die Form aus mehreren Verbteilen zusammengesetzt.

Das Beispiel dient nur dem Gegenüberstellen der sechs gezeigten Formen. Für jede Zuordnung werden nacheinander der Name des Tempus, der vollständige Satz und die Bildungsart genannt. Eine zusätzliche Regel zu Stil, Sprachsituation, regionalem Gebrauch oder Zeitenfolge wird aus diesem Vergleich nicht abgeleitet.

Analytische und synthetische Bildung

Die sechs Tempora werden morphologisch nicht einheitlich gebildet. Für den beschriebenen Unterschied sind zwei Gruppen zu unterscheiden. Das Präsens und das Präteritum werden synthetisch gebildet. Das Futur, das Präsensperfekt, das Präteritumperfekt und das Futurperfekt werden analytisch mit einem Hilfsverb gebildet.

Im vorliegenden Vergleich zeigt sich die synthetische Bildung beim Präsens in macht und beim Präteritum in machte. Die jeweilige Form ist an der flektierten Verbform erkennbar. Im Satz Der Präsident macht seinen Antrittsbesuch. ist macht die Präsensform. Im Satz Der Präsident machte seinen Antrittsbesuch. ist machte die Präteritumsform.

Die analytische Bildung wird mit einem Hilfsverb gezeigt. Im Futur steht wird zusammen mit machen. Im Präsensperfekt steht hat zusammen mit gemacht. Im Präteritumperfekt steht hatte zusammen mit gemacht. Im Futurperfekt stehen wird, gemacht und haben zusammen.

Man unterscheidet zwischen Bildungsart und Tempusbezeichnung. Zuerst wird die Form als Präsens, Präteritum, Futur, Präsensperfekt, Präteritumperfekt oder Futurperfekt bestimmt. Anschließend wird geprüft, ob sie synthetisch oder analytisch mit einem Hilfsverb gebildet ist. So bleiben Tempusbezeichnung, Beispielsatz und Bildungsart getrennt und zugleich aufeinander bezogen.

Dieser Abschnitt beschränkt sich auf den morphologischen Gegensatz. Aussagen über Erzählstil, gesprochene Sprache, regionalen Gebrauch oder eine Zeitenfolge gehören nicht zu diesem Formenvergleich.

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Kurzcheck: Bildungsart, Form und Beispiel prüfen

Für den systematischen Abgleich werden Form, Beispiel und Bildungsart nacheinander geprüft. Die sechs Einträge lauten:

  • Präsens: Der Präsident macht seinen Antrittsbesuch. Bildungsart: synthetisch.
  • Präteritum: Der Präsident machte seinen Antrittsbesuch. Bildungsart: synthetisch.
  • Futur: Der Präsident wird seinen Antrittsbesuch machen. Bildungsart: analytisch mit Hilfsverb.
  • Präsensperfekt: Der Präsident hat seinen Antrittsbesuch gemacht. Bildungsart: analytisch mit Hilfsverb.
  • Präteritumperfekt: Der Präsident hatte seinen Antrittsbesuch gemacht. Bildungsart: analytisch mit Hilfsverb.
  • Futurperfekt: Der Präsident wird seinen Antrittsbesuch gemacht haben. Bildungsart: analytisch mit Hilfsverb.

Erster Prüfschritt ist die Form: Welcher der sechs Tempusnamen passt zum Verb? Zweiter Prüfschritt ist das Beispiel: Welcher Satz gehört zu diesem Tempus? Dritter Prüfschritt ist die Bildungsart: Gehört die Form zur synthetischen Gruppe aus Präsens und Präteritum oder zur analytischen Gruppe der vier Formen mit Hilfsverb?

Beim Präsens führt die Prüfung zu macht, zum Antrittsbesuch-Satz und zur synthetischen Bildung. Beim Präteritum führt sie zu machte, zum entsprechenden Satz und ebenfalls zur synthetischen Bildung. Beim Futur führt sie zu wird... machen und zur analytischen Bildung mit Hilfsverb.

Beim Präsensperfekt wird hat... gemacht geprüft. Beim Präteritumperfekt dient hatte... gemacht als Prüfform. Für das Futurperfekt dient wird... gemacht haben als Prüfform. In allen drei Fällen lautet die Bildungsart analytisch mit Hilfsverb. Wenn Form, Beispiel und Bildungsart für alle sechs Einträge zusammenpassen, ist der Abgleich abgeschlossen.

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Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Zeitformen im Deutschen einfach erklärt

Was ist ein Tempus?

Als grammatikalische Kategorie des Verbs ordnet das Tempus geschilderte Vorgänge zeitlich gegenüber der Sprechzeit oder einer Orientierungszeit ein.

Welche sechs Zeitformen gibt es im Deutschen?

In der traditionellen Einteilung zählen dazu Präsens, Präteritum, Futur, Präsensperfekt, Präteritumperfekt und Futurperfekt.

Welche Zeitformen werden synthetisch gebildet?

Präsens und Präteritum entstehen durch synthetische Bildung.

Welche Zeitformen werden analytisch mit einem Hilfsverb gebildet?

Analytisch mit Unterstützung eines Hilfsverbs entstehen Futur, Präsensperfekt, Präteritumperfekt und Futurperfekt.

Wie lautet das Beispiel für das Futurperfekt?

Ein direktes Beispiel ist: Der Präsident wird seinen Antrittsbesuch gemacht haben.

Was entspricht dem geläufigen Ausdruck Perfekt?

Die geläufige Bezeichnung Perfekt kann auch Präsensperfekt bezeichnen.

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