Zitationsplagiat, wenn die Quellenangabe einer Sekundärquelle fehlt
Wie ein Zitationsplagiat technisch und inhaltlich entsteht
Mit einem Zitationsplagiat ist häufig die ungekennzeichnete Übernahme eines Zitats oder eines bibliografischen Nachweises aus einer Sekundärquelle gemeint. Dabei wird die tatsächlich benutzte Sekundärquelle nicht angegeben, obwohl die Primärquelle nicht selbst eingesehen wurde. Die Bezeichnung wird jedoch nicht einheitlich verwendet. Fehlende oder falsche Quellenangaben bei direkten oder sinngemäßen Übernahmen werden häufig anderen Plagiatsformen zugeordnet. Hier erfährst du, wie ein Zitationsplagiat entsteht, welche Konsequenzen es haben kann und wie du es Schritt für Schritt vermeidest.
Kostenlos herunterladen
Literaturverzeichnis: Muster für APA und Harvard
Das Zitationsplagiat plus eine Datei, in der die Quellenangabe schon steht: Buch, Sammelbandbeitrag, Zeitschriftenaufsatz, Internetquelle und KI-Quelle als fertige Zeile, nach APA und nach Harvard. Eckige Klammern füllen, die überzählige Zitierweise löschen. Keine Anmeldung.
Was genau ist ein Zitationsplagiat?
Ein Zitationsplagiat kann vorliegen, wenn ein Zitat oder ein bibliografischer Nachweis aus einer Sekundärquelle übernommen wird, diese Sekundärquelle jedoch nicht ausgewiesen ist. Dann scheint es, als sei die Primärquelle selbst benutzt worden. Vom Vollplagiat ist dies zu unterscheiden, ohne dass diese Abgrenzung etwas über die Authentizität des Inhalts aussagt. Die Terminologie ist nicht einheitlich: Fehlende Quellenangaben bei wörtlichen oder sinngemäßen Übernahmen werden häufig als Text-, Wortlaut-, Paraphrasen- oder Ideenplagiat bezeichnet. Ob dies als Täuschung bewertet wird, richtet sich nach der jeweiligen Prüfungsordnung und den Umständen des Einzelfalls.
Typisch ist, dass ein Zitat oder ein bibliografischer Nachweis aus einer Sekundärquelle übernommen wird. Wird statt dieser Quelle nur die Primärquelle genannt, bleibt der Weg des Zitats verborgen. Eine Plagiatsprüfung kann Textübereinstimmungen anzeigen; ob eine Sekundärquelle korrekt ausgewiesen ist, muss zusätzlich geprüft werden.
Beispiele für ein Zitationsplagiat aus zweiter Hand
Ein Lehrbuch gibt ein Zitat aus einem älteren Werk wieder. Wird dieses Zitat übernommen und nur das ältere Werk belegt, obwohl das Lehrbuch verwendet wurde, kann dies als Zitationsplagiat gelten. Gleiches kann gelten, wenn ein bibliografischer Nachweis aus einer Sekundärquelle übernommen wird und diese Quelle fehlt. Wenn die Primärquelle nicht selbst eingesehen wurde, macht eine Kennzeichnung der Sekundärquelle, etwa mit „zitiert nach“, die Übernahme transparent. Welche Form der Quellenangabe verlangt wird, richtet sich nach Zitierstil und Hochschulvorgaben. Bezeichnungen wie Plagiatuntertypen sowie Strukturplagiat und Ideenplagiat werden nicht einheitlich verwendet; maßgeblich sind die Regeln der jeweiligen Hochschule.
Mögliche Folgen einer nicht ausgewiesenen Sekundärquelle
Die möglichen Folgen einer nicht ausgewiesenen Sekundärquelle hängen von Umfang, Umständen und der jeweiligen Prüfungsordnung ab. Eine einzelne Stelle kann zu Punktabzügen oder einer Aufforderung zur Nachbesserung führen. Bei Häufung oder gezieltem Verschleiern können die Bewertung „nicht bestanden“ oder ein Täuschungsverfahren folgen. Auch Jahre später aufgedeckte Fälle können unter den jeweiligen rechtlichen Voraussetzungen zur Aberkennung eines Titels führen. Der Ähnlichkeitsindex eines Plagiatsberichts liefert lediglich Hinweise auf Textübereinstimmungen und ersetzt keine fachliche oder rechtliche Bewertung. Wer seine Bachelorarbeit korrekturlesen lässt, sollte die Zitierweise ausdrücklich prüfen lassen, da ein reines Sprachlektorat die Belegprüfung nicht zwingend umfasst.
Vermeidung des Zitationsplagiats beim Zitieren aus zweiter Hand
Die Vermeidung beginnt bei der Recherche: Jede Notiz mit Seitenzahl versehen und bei jedem Zitat festhalten, ob die Primärquelle selbst eingesehen wurde. Wer beim Paraphrasieren die tatsächlich verwendete Fundstelle nicht direkt notiert, riskiert später eine fehlerhafte Quellenangabe. Als zusätzliche Kontrolle vor der Abgabe kann ein Plagiatchecker oder Plagiatscanner Textübereinstimmungen mit auffindbaren Quellen anzeigen. Werkzeuge wie die Plagiatssoftware PlagAware liefern einen Bericht, dessen Treffer im Einzelfall eingeordnet werden müssen; allgemeingültige Grenzwerte für die Plagiatsquote gibt es nicht. Auch ein Plagiat trotz richtigem Zitat lässt sich nicht allein anhand eines Prozentwerts beurteilen.
Zitationsplagiat und andere Formen von Plagiaten
Das Zitationsplagiat betrifft die nicht ausgewiesene Nutzung einer Sekundärquelle. Davon ist das Copy-Paste-Plagiat abzugrenzen, bei dem übernommene Passagen häufig weder gekennzeichnet noch belegt sind. Ebenso kann es sich vom Übersetzungsplagiat unterscheiden, bei dem fremdsprachiges Material ohne ausreichenden Nachweis übersetzt übernommen wird. Eine fehlende Abkürzung wie „vgl.“ oder eine vertauschte Seitenzahl begründet für sich allein keinen Plagiatsvorwurf. Wer das versehentliche Fremdplagiat vermeiden möchte, sollte jeden Quellenbeleg sorgfältig mit der verwendeten Quelle abgleichen. Weitere Hintergründe liefert die Akademie Wissen. Eine vertiefende Plagiatsanalyse kann Textübereinstimmungen und Fundstellen dokumentieren, trifft aber kein abschließendes Plagiatsurteil.
Fehlerhafte Wiedergaben von Quellen sind kein Zitationsplagiat
Zeigt man eine Quelle an, gibt ihren Inhalt aber gekürzt, verfälscht oder falsch wieder, handelt es sich im hier besprochenen Sinne nicht um ein Zitationsplagiat. Solche Mängel können zunächst unbemerkt bleiben; erst der Vergleich mit dem Original deckt mögliche Unterschiede auf. Eine ausführliche Plagiatsanalyse kann bei der Suche nach Verdachtsmomenten nützen, ersetzt aber nicht den Quervergleich. Ein Überblick über verschiedene Typen kann die Einordnung erleichtern; maßgeblich bleiben jedoch die Vorschriften der jeweiligen Universität.
Quellenmanagement zur Vermeidung eines Zitationsplagiats
Strukturiertes Quellenhandling kann die Chance auf ein Zitationsplagiat spürbar verringern. Trennst du Notizen, Zitate und Paraphrasen sauber und weist jeder Stelle die verwendete Quelle eindeutig zu, sinkt das Fehlerpotenzial. Hast du die Primärquelle nicht selbst gelesen, kennzeichne die genutzte Sekundärquelle und die indirekte Übernahme. Tools helfen bei der Organisation, ersetzen aber nicht das kritische Lesen. Vor der Einsendung kann eine Plagiatsprüfung weitere Übereinstimmungen sichtbar machen; die Quellenüberprüfung bleibt deine Sache. Eine Anleitung fürs richtige Paraphrasieren unterstützt dich dabei, Inhalte korrekt wiederzugeben, statt sie unbeabsichtigt zu verändern. Am Ende entscheidet die jeweilige Hochschule im Einzelfall über einen formellen Vorwurf.
