Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen

Vom Datenmanagementplan zur nachnutzbaren Ablage

Lesezeit ca. 7 Min. · aktualisiert: 28. Juli 2026 · zur Akademie

Forschungsdatenmanagement klingt nach Verwaltung, entscheidet aber darüber, ob Ihre Daten in zwei Jahren noch verwendbar sind. Fördergeber verlangen zunehmend einen Datenmanagementplan, und auch für Abschlussarbeiten lohnt sich eine klare Struktur. Diese Anleitung zeigt, was dazugehört und wie viel Aufwand angemessen ist.

Worum es dabei genau geht

Daten, ihre Formate sowie Benennung, Speicherung, Zugangskontrolle, Aufbewahrungsdauer und spätere Publikationsfähigkeit fasst der Datenmanagementplan zusammen. Zur Nachnutzung gelten die FAIR-Prinzipien: Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendung. Zusätzlich greifen bei personenbezogenen Daten datenschutzrechtliche Pflichten.

Am meisten profitieren Sie direkt vom eigenen Workflow: Systematische Benennung und Versionskontrolle ermöglichen es, den passenden Dateistand auch nach sechs Monaten sicher zu identifizieren. Der Rest dient primär der Nachnutzung und den Fördergebern.

Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen: Ablauf in fünf Schritten
Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen im Überblick.

Vorgehen Schritt für Schritt

  1. Datentypen, Formate und Volumina vorher definieren
  2. Namensgebung und Ordnersystem strukturieren und protokollieren
  3. Backup-Lösungen an mindestens zwei Orten auswählen
  4. Codebücher und Metadaten laufend aktualisieren
  5. Löschung, Archivzeitraum und Open Access regeln

Halten Sie Entscheidungen und Abweichungen während des gesamten Ablaufs schriftlich fest. Bei „Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen“ entscheidet die Dokumentation häufig darüber, ob sich eine Frage später klären lässt oder nur noch aus dem Gedächtnis rekonstruiert werden kann.

Ein durchgehendes Beispiel

Eine Promovierende plant eine qualitative Interviewstudie: Audiodateien speichert sie im offenen Format, benennt sie anhand von Datum, Fallnummer und Version und lagert sie täglich gesichert auf dem Server ihrer Universität. Die Schlüsselliste mit der Zuordnung von Klarnamen zu Fallnummern liegt getrennt und verschlüsselt. Ein Codebuch dokumentiert Variablen und Kategorien. Am Ende löscht sie die Rohaufnahmen, bewahrt jedoch die pseudonymisierten Transkripte zehn Jahre auf.

So vermeiden Sie häufige Fehler

  • Willkürliche Dateinamen setzen und alte Stände mit final überschreiben
  • Kennzeichnende Schlüsselblätter neben den Datensätzen speichern
  • Beschreibende Attribute erst rückwirkend erstellen möchten
  • keine zusätzliche Absicherung andernorts besitzen

Ein brauchbarer Plan passt auf zwei bis drei Seiten und wird bei Änderungen fortgeschrieben. Wählen Sie offene Formate, wo möglich, weil proprietäre Formate nach Jahren nicht mehr lesbar sein können. Klären Sie früh, ob Ihre Hochschule ein Repositorium bereitstellt und welche Aufbewahrungsfristen für Ihr Fach gelten, denn die gute wissenschaftliche Praxis nennt dazu Empfehlungen, die je nach Land und Hochschule unterschiedlich ausfallen können.

Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen: häufige Fehler

Kontrollfragen für Ihren nächsten Schritt

Bevor Sie bei „Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen“ weitermachen, lohnt sich ein kurzer Abgleich. Die folgenden Fragen greifen die Arbeitsschritte von oben auf und übersetzen sie in eine Selbstkontrolle:

  • Ist der Schritt „Datenarten, Formate und erwartete Mengen vorab beschreiben“ lückenlos abgeschlossen und belegt?
  • Sind „Benennungsschema und Ordnerstruktur festlegen und dokumentieren“ konsequent umgesetzt und nachweisbar gesichert?
  • Haben Sie den Schritt „Speicherorte mit Sicherung an mindestens zwei Standorten wählen“ vollständig erledigt und belegbar dokumentiert?
  • Pflege ich „Metadaten und Codebuch parallel zur Erhebung pflegen“ fortlaufend und lege Belege vor?
  • Regeln Sie „Aufbewahrungsfrist, Löschung und mögliche Veröffentlichung regeln“ verbindlich und halten alles schriftlich fest?

Bei „Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen“ gilt: Wenn Sie eine dieser Fragen nicht mit einer konkreten Textstelle beantworten können, ist der Punkt offen. Ein außenstehender Blick findet solche Stellen zuverlässiger als das eigene Nachlesen, weil der eigene Text beim Wiederlesen automatisch ergänzt wird. Klären Sie offene Punkte, bevor Sie fortfahren: Später lassen sie sich häufig nur noch mit deutlich mehr Aufwand korrigieren, weil Fristen abgelaufen sind oder Entscheidungen bereits feststehen.

Zusätzliche weiterführende Ratgeber

Passende Beiträge zum Thema Forschungsdatenmanagement: gute wissenschaftliche Praxis, Ethikantrag vorbereiten, Sekundäranalyse, Open Access veröffentlichen, Transkriptionsregeln.

Diese Beiträge gehen tiefer in Details, die bei „Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen“ nur grob skizziert wurden. Maßgeblich bleiben die Vorgaben Ihrer Hochschule beziehungsweise die geltende Ordnung, denn Zuständigkeiten und Fristen unterscheiden sich zwischen Einrichtungen und teilweise sogar zwischen Fakultäten.

Wenn Sie bei „Forschungsdatenmanagement im Projekt praktisch umsetzen“ unsicher sind, welche Regelung für Sie gilt, fragen Sie schriftlich bei der zuständigen Stelle nach und heben Sie die Antwort auf. Eine mündliche Auskunft hilft im Zweifelsfall wenig, weil sie sich später nicht belegen lässt. Gerade bei Forschungsdatenmanagement entscheidet diese Dokumentation häufig darüber, ob eine spätere Rückfrage schnell geklärt ist oder zu einem längeren Verfahren führt.

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Häufige Fragen zu Forschungsdatenmanagement

Brauche ich das für eine Bachelorarbeit?

Einen formalen Plan brauchen Sie meist nicht, aber eine klare Struktur mit Benennung und Sicherung lohnt sich trotzdem.

Was sind die FAIR-Prinzipien?

FAIR steht für die Prinzipien findable, accessible, interoperable und reusable, auf Deutsch: auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar.

Wie lange muss ich Daten aufbewahren?

In Deutschland empfiehlt die gute wissenschaftliche Praxis (etwa die DFG-Leitlinien) in der Regel zehn Jahre. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regelungen. Prüfen Sie in jedem Fall die Vorgaben Ihrer Einrichtung.

Wo bekomme ich Unterstützung?

An vielen Universitäten gibt es eine Anlaufstelle für Daten, häufig direkt bei der Bibliothek.

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