Hieb oder haute richtig verwenden
Zwei Formen, ein Verb: was heute gilt
Hieb oder haute: Beide Formen sind belegt, doch ihre Verwendung richtet sich auch nach der Bedeutung von hauen. Für viele umgangssprachliche Bedeutungen führt der Duden haute, teilweise auch hieb; beim kämpfenden Schlagen mit einer Waffe führt er hieb, umgangssprachlich auch haute. Schlagen Sie bei Zweifeln die gemeinte Bedeutung nach.
Kurze Antwort: Beide Formen sind korrekt
hieb und haute sind laut Duden Präteritumsformen von hauen. Welche Form bei hieb oder haute passt, hängt von der gemeinten Bedeutung und dem Kontext ab, nicht allein von richtig oder falsch.
In der Umgangssprache steht bei vielen Bedeutungen von hauen die Form haute, etwa wenn jemand mit der Faust auf den Tisch haute. Für das kämpfende Schlagen mit einer Waffe führt der Duden hieb; haute ist dort als umgangssprachliche Variante verzeichnet. Entscheidend ist daher die gemeinte Bedeutung, nicht eine starre Einteilung nach Textsorte.

Warum es zwei Formen gibt: starke und schwache Konjugation
Das Verb hauen gehört zu den wenigen deutschen Verben, die sowohl schwach als auch stark konjugiert werden können. Die schwache Form haute entsteht regelmäßig mit der Endung te, so wie bei den meisten deutschen Verben im Präteritum. Die starke Form hieb geht auf ältere Sprachstufen zurück, in denen hauen wie schlagen oder heben zu den unregelmäßigen Verben zählte.
Die beiden Präteritumsformen stehen nicht allgemein für unterschiedliche Stile. Welche Form passt, hängt von der jeweiligen Bedeutung und dem Kontext ab.
Beispielsätze: Hieb oder haute im Satz
Die folgenden Beispiele zeigen den Einsatz von hieb und haute in unterschiedlichen Bedeutungen von hauen.
- Vor Wut haute er mit der Faust auf den Tisch.
- Der Ritter hieb mit dem Schwert auf den Drachen ein.
- Sie haute die Tür sehr laut ins Schloss, woraufhin jeder zusammenfuhr.
- Der Soldat hieb mit dem Säbel auf den Angreifer ein.
Die Beispiele zeigen unterschiedliche Bedeutungen von hauen: In den Sätzen mit Faustschlag und zuschlagender Tür steht haute. In den Beispielen mit Schwert oder Säbel bezeichnet hieb das kämpfende Schlagen mit einer Waffe. Bei Zweifeln hilft ein Blick in ein Wörterbuch zur gemeinten Bedeutung.
Häufige Fehler
Das Partizip II lautet nach dem Duden gehauen; österreichisch und sonst landschaftlich ist auch gehaut verzeichnet. Die Form gehieben führt der Duden für hauen nicht auf. Die Präteritumsform hieb oder haute ändert daran nichts.
Problematisch ist zudem das Mischen der Varianten in einem Beitrag, etwa wenn im gleichen Abschnitt einmal hieb und einmal haute für dieselbe Situation stehen. Dies erscheint unstimmig und sollte unterlassen werden. Falsche Schreibungen wie hieeb mit zusätzlichem e oder hautte mit doppeltem t sind ebenfalls fehlerhaft und müssten vor dem Erscheinen ausgebessert werden.

Wie du es dir merkst
Als Merkhilfe können Sie sich an der Bedeutung orientieren: Bei vielen umgangssprachlichen Verwendungen steht haute. Beim kämpfenden Schlagen mit einer Waffe führt der Duden hieb, haute aber auch als umgangssprachliche Variante. Denken Sie bei hieb an das Wort Schwerthieb.
Für die schwache Variante können Sie sich merken, dass haute wie kaufte oder machte mit der Endung -te gebildet wird. Diese Merkhilfe hilft bei der Form haute, ersetzt aber nicht den Blick auf die gemeinte Bedeutung von hauen. Sie eignet sich besonders für Schülerinnen und Schüler sowie für alle, die beim Schreiben die passende Form prüfen möchten.
Fazit
Hieb und haute sind nach dem Duden Präteritumsformen von hauen. Welche Form passt, hängt von der Bedeutung ab: Für viele umgangssprachliche Verwendungen ist haute verzeichnet, beim kämpfenden Schlagen mit einer Waffe hieb und umgangssprachlich auch haute. Prüfen Sie bei Zweifeln den konkreten Zusammenhang.
Wenn Sie bei hieb oder haute oder anderen unregelmäßigen Verben unsicher sind, helfen Ihnen die Rechtschreibregeln weiter, um Zweifelsfälle schnell zu klären.
Weitere sprachliche Zweifelsfälle: stak oder steckte, scholl oder schallte sowie weitere Rechtschreibregeln.
