Interviewleitfaden verständlich erklärt
Aufbau und Anwendung im Studium
Ein Interviewleitfaden bündelt die Themen und Fragen für ein Interview. Hier erfährst du, wie du ihn für eine Bachelor- oder Masterarbeit einordnest, strukturierst, anwendest und prüfst.
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Interview: Leitfaden, Einwilligung und Transkript
Drei Blätter für die Erhebung: der Leitfaden mit Themenblöcken und Nachfragen, die Einwilligungserklärung zum Unterschreiben und der Transkriptkopf samt Transkriptionsregeln. Alles, was vor dem ersten Interview auf dem Tisch liegen muss. Keine Anmeldung.
Was ein Interviewleitfaden im Studium leistet
Ein Interviewleitfaden dient als Vorlage für ein Interview. Er beschreibt die Grundstruktur des Gesprächs und hält fest, welche Themenblöcke und Fragen darin vorkommen sollen. Wenn du für eine Bachelor- oder Masterarbeit ein Experteninterview durchführen möchtest, erstellst du zuvor einen Interviewleitfaden.
Prüfe den Bezug zur Forschungsfrage deiner Arbeit: Die Fragen im Hauptteil sollen zu ihrer Beantwortung beitragen. Richte den Leitfaden auf das geplante Interview und dessen Themen aus.
Lege fest, ob dein Interview strukturiert oder semistrukturiert sein soll und wie eng du dich bei der Durchführung am Leitfaden orientierst.
Zur Abgrenzung prüfst du, ob dein Dokument die vorbereitete Vorlage mit Grundstruktur, Themenblöcken und Fragen für das Interview ist.
Kläre, ob es für dein Forschungsdesign sinnvoll ist, dem Gesprächspartner Themen oder den Leitfaden vorab zur Vorbereitung bereitzustellen.

Begriff, Merkmale sowie die Reihenfolge des Aufbaus
Der Aufbau eines Interviewleitfadens richtet sich nach der Interviewform und der Forschungsfrage. Bei strukturierten und semistrukturierten Interviews gibt der Leitfaden Themen und Fragen vor. Bei semistrukturierten Interviews können Reihenfolge und Nachfragen flexibel bleiben.
Danach folgt der Einstieg. Er beginnt mit einer Einstiegsfrage, die offen gehalten werden kann. Die befragte Person kann darin etwas über sich und ihren Bezug zum Thema sagen.
Nach dem Einstieg beginnt der Hauptteil. Er enthält die Fragen, die zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen. Dort können offene und geschlossene Fragen vorkommen.
Die Bestandteile lassen sich in dieser Reihenfolge planen: Wahl der Interviewform, Einstieg mit Einstiegsfrage und Hauptteil mit Fragen zur Forschungsfrage. Der Leitfaden enthält außerdem die Themenblöcke und Fragen für das Gespräch.
Entscheide, ob du dem Gesprächspartner Themen oder den Leitfaden vor dem Interview zur Vorbereitung aushändigst. Ob du den verwendeten Leitfaden als Anhang beifügst, richtet sich nach den Vorgaben deines Studiengangs und deiner Betreuung.
Schritt für Schritt zum eigenen Leitfaden
- Interviewform festlegen: Lege fest, ob dein Leitfaden strukturiert oder semistrukturiert sein soll. Richte die spätere Orientierung am Leitfaden an dieser Entscheidung aus.
- Grundstruktur anlegen: Gliedere das Dokument in Einstieg und Hauptteil. So entsteht eine erkennbare Reihenfolge der Gesprächsabschnitte.
- Auftaktfrage entwerfen: Formuliere eine offene Frage für den Einstieg. Sie gibt der befragten Person Gelegenheit, etwas über sich und ihren Bezug zum Thema zu sagen.
- Themenblöcke für den Hauptteil bestimmen: Lege die Themen fest, die im Gespräch behandelt werden sollen. So entsteht eine Übersicht über die inhaltlichen Bereiche.
- Fragen zur Forschungsfrage ausarbeiten: Formuliere im Hauptteil die Fragen, die zur Beantwortung deiner Forschungsfrage beitragen. Du kannst offene und geschlossene Fragen einbeziehen. Das Ergebnis ist ein Fragenbestand, dessen Bezug zur Forschungsfrage geprüft werden kann.
- Leitfaden bereitstellen: Kläre, ob du Themen oder Fragen vorab teilen möchtest. Informiere die befragte Person vor dem Interview über Zweck und Ablauf; eine erforderliche Einwilligung holst du vorher ein.
- Leitfaden dokumentieren: Prüfe die Vorgaben deines Studiengangs und deiner Betreuung. Wenn der Leitfaden als Anhang gefordert oder für die Nachvollziehbarkeit sinnvoll ist, füge die verwendete Fassung bei.
Prüfe nach jedem Schritt nur dessen Ergebnis. Wenn die Interviewform nicht benannt ist, liegt noch keine abgeschlossene Entscheidung vor. Wenn Einstieg und Hauptteil nicht getrennt sind, fehlt die Grundstruktur. Wenn eine Frage keinen erkennbaren Bezug zur Forschungsfrage hat, überprüfe ihre Zuordnung erneut.
Kurzes Beispiel für eine eigene Anwendung
Angenommen, eine Person möchte im Rahmen einer Bachelorarbeit ein Experteninterview führen. Das Thema der Arbeit wird hier nicht näher bestimmt. Zunächst legt sie einen Interviewleitfaden als Vorlage an und wählt eine Interviewform aus.
Das Dokument gliedert sich anschließend in Einstieg und Hauptteil. Als Einstiegsfrage wird eine offene Frage formuliert: „Wie sind Sie mit dem Thema Ihrer Arbeit in Berührung gekommen?“ Diese Frage gibt der befragten Person Raum, etwas über sich und ihren Bezug zum Thema zu sagen.
Im Hauptteil werden Themenblöcke angelegt. Die dazugehörigen Fragen sollen zur Beantwortung der Forschungsfrage der Bachelorarbeit beitragen. Ein neutraler Themenblock kann beispielsweise „Erfahrungen mit dem Thema“ heißen. Dazu wird eine offene Frage formuliert: „Welche Erfahrungen beschreiben Sie zu diesem Thema?“ Anschließend kann eine geschlossene Frage eine konkrete Auswahl abfragen: „Spielt dieses Thema in Ihrem Arbeitsbereich eine Rolle?“
Das Beispiel zeigt die Reihenfolge praktisch: Zuerst wird die Interviewform festgelegt, danach werden Einstieg und Hauptteil angelegt, anschließend werden Fragen den Themenblöcken zugeordnet. Ob Themen oder der Leitfaden vor dem Gespräch geteilt werden, ist eine Entscheidung des Forschungsdesigns. Ob der verwendete Leitfaden als Anhang beigefügt wird, richtet sich nach den jeweiligen Vorgaben.
Die Darstellung macht keine Aussage über eine bestimmte Epoche, ein bestimmtes Jahr, eine besondere Fachrichtung oder ein bestimmtes Ergebnis. Überprüfe bei der Übertragung auf dein eigenes Vorhaben deshalb, ob deine Fragen zu deiner Forschungsfrage passen und die Themen aus deinem konkreten Vorhaben stammen.

Definition, Anwendung und Abgrenzung richtig prüfen
Inhaltliche Prüfung: Prüfe zuerst die Definition. Ist dein Dokument als Vorlage für ein Interview erkennbar? Enthält es eine Grundstruktur sowie Fragen und Themenblöcke? Wenn diese Merkmale fehlen, prüfe, ob du tatsächlich einen Interviewleitfaden und nicht nur eine lose Fragensammlung vor dir hast.
Prüfung der zentralen Merkmale: Kontrolliere, ob eine Interviewform benannt ist und ob die Struktur zwischen Einstieg und Hauptteil unterscheidet. Prüfe außerdem, ob eine Einstiegsfrage vorhanden ist und ob die Fragen im Hauptteil zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen.
Prüfung der Anwendung: Stelle fest, ob der geplante Interviewablauf aus dem Dokument hervorgeht. Prüfe, ob offene oder geschlossene Fragen an den für dein Gespräch vorgesehenen Stellen eingesetzt werden. Kontrolliere außerdem, ob die gewählte Interviewform und die geplante Orientierung am Leitfaden zusammenpassen.
Abgrenzung: Unterscheide den Interviewleitfaden vom Interview selbst. Der Leitfaden beschreibt den geplanten Ablauf und enthält Themenblöcke sowie Fragen. Je nach Forschungsdesign kann er dem Gesprächspartner vorab zur Vorbereitung bereitgestellt werden. Prüfe außerdem den Bezug zur Forschungsfrage: Die Fragen im Hauptteil sollen zu ihrer Beantwortung beitragen.
Formale Prüfung: Prüfe die Vorgaben deines Studiengangs und deiner Betreuung dazu, ob der verwendete Leitfaden als Anhang beizufügen ist. Kontrolliere gegebenenfalls, ob die beigefügte Fassung der tatsächlich verwendeten entspricht.
Weitere passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Literaturhinweis: www.bachelorprint.de (bachelorprint.de/methodik/interviewleitfaden/) (verifiziert am 2026-08-15)