Lektorat für Arbeiten aus der Immobilienwirtschaft
Bewertungsverfahren, Flächenbegriffe und Marktdaten prüfen
Die Immobilienwirtschaft arbeitet mit Begriffen, die im Alltag unscharf und im Fach exakt sind. Wohnfläche, Mietfläche und Nutzfläche sind nicht dasselbe, und eine Rendite hängt davon ab, was in Zähler und Nenner steht. Genau an diesen Stellen entstehen die Rückfragen im Kolloquium.
Flächenbegriffe sind nicht austauschbar
Wohnfläche, Nutzfläche, Mietfläche und Bruttogrundfläche folgen je eigenen Berechnungsgrundlagen. Wer sie in einer Arbeit vermischt, macht die Kennzahlen unbrauchbar, weil eine Miete pro Quadratmeter je nach Bezugsfläche erheblich abweicht.
Wir prüfen, welchen Flächenbegriff du einführst und ob er konsequent beibehalten wird, und dokumentieren jeden Wechsel mit Fundstelle. Welche Berechnungsgrundlage fachlich korrekt ist, entscheidest du.

Bewertungsverfahren sauber benennen
Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren haben feste Bezeichnungen und feste Bestandteile. In Arbeiten tauchen sie oft in Mischformen auf, etwa wenn im Methodenteil ein Ertragswertverfahren angekündigt wird und in der Rechnung Bestandteile des Sachwertverfahrens erscheinen.
Abweichungen zwischen Ankündigung und tatsächlicher Ausführung melden wir als Rückfrage. Ob die Verfahrenswahl sachgerecht ist und ob die Rechnung stimmt, prüfen wir nicht: Das ist die fachliche Leistung, die bewertet wird.
Ebenso achten wir auf die Trennung von Verfahrensschritt und Ergebnis. Wenn im selben Absatz die Herleitung eines Kapitalisierungszinssatzes und der daraus folgende Wert stehen, ist im Nachhinein nicht mehr erkennbar, welche Annahme zu welchem Zwischenergebnis geführt hat. Wir schlagen an solchen Stellen eine Trennung in zwei Absätze vor.
Renditekennzahlen brauchen ihre Definition
Quellen aus der Praxis definieren Kennzahlen wie Brutto- und Nettoanfangsrendite sowie Objekt- und Eigenkapitalrendite teils widersprüchlich. Fehlt die genaue Definition, lässt sich eine reine Zahl im Ergebnisteil nicht sinnvoll einordnen.
Das gilt auch dann, wenn die Zahl aus einer Praxisquelle stammt. Übernimmst du eine Rendite aus einem Marktbericht, gehört die dort verwendete Definition mit in den Text, sonst steht sie neben deinen eigenen Berechnungen, ohne vergleichbar zu sein.
Wir melden jede Kennzahl, deren Berechnungsweg im Text fehlt, und prüfen, ob Erwerbsnebenkosten, Instandhaltung und Leerstand über alle Rechnungen hinweg gleich behandelt sind. Nachgerechnet wird nichts, aber die Rechenweise muss nachvollziehbar dastehen.

Marktdaten mit Stichtag und Gebietszuschnitt
Daten aus Mietspiegeln, Marktberichten und Portalen beziehen sich auf verschiedene räumliche und zeitliche Schnitte. Ohne konkreten Stichtag, genauen Geltungsbereich und Quellennennung lässt sich eine Angabe nicht validieren, wodurch Quervergleiche zweier Quellen ihre Gültigkeit verlieren.
Wir prüfen die Vollständigkeit dieser Angaben und melden Vergleiche, bei denen unterschiedliche Bezugsräume unkommentiert nebeneinanderstehen. Das ist in Immobilienarbeiten ein häufiger methodischer Formfehler.
Weitere Aufmerksamkeit verdient die Wortwahl bei Mietangaben. Angebotsmieten aus Portalen und tatsächlich vereinbarte Mieten sind zwei verschiedene Größen. Werden beide im Text als Miete geführt, entsteht ein Vergleich, der methodisch nicht trägt. Solche Vermischungen melden wir, ohne die Zahlen zu bewerten.
Preise für Arbeiten und Praxisberichte
Für Abschlussarbeiten gilt der Studierendenpreis: Lektorat 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, Korrektorat 1,90 €. Eine Masterarbeit mit 70 Normseiten liegt bei rund 343 Euro. Berechnungstabellen und Objektsteckbriefe zählen nicht als Normseiten.
Unternehmen und Bewertungsbüros rechnen über das kostenlose Geschäftskonto ab, mit denselben Grundpreisen und Mengenstaffel. Sind reale Objektdaten enthalten, melden wir jede Stelle, an der Adresse, Eigentümer oder Mietvertragsdaten erkennbar bleiben. Weiterführend: Immobilienexposés, BWL-Arbeiten und Architektur und Bauwesen.