Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring erklärt: die zusammenfassende
Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
Die zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring beschreibt einen regelgeleiteten Weg, Texte inhaltlich zu verdichten und Aussagen Kategorien zuzuordnen.
Worum es bei dieser Methode geht
Mit der Methode lässt sich textuelles Material systematisch auswerten. Als mögliche Materialien nennt die Quelle andere schriftliche Dokumente, Beobachtungsprotokolle, offene Fragebögen, Fokusgruppen und Interviews. Wenn du solches Material in einer Studienaufgabe auswertest, prüfe anhand deiner Unterlagen, welches Material in deinem Vorhaben tatsächlich vorliegt.
Mayring beschreibt für die zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse einen regelgeleiteten Ablauf. Zunächst werden inhaltlich relevante Textstellen paraphrasiert, anschließend auf ein zuvor bestimmtes Abstraktionsniveau übertragen und verdichtet. Aussagen mit gleichem Zusammenhang werden zusammengeführt und in ein Kategoriensystem eingeordnet; dieses wird mit dem Ausgangsmaterial abgeglichen.
Wenn du wissenschaftliches Schreiben übst, kannst du die im Verfahren genannten Elemente sichtbar machen: Textstellen, Paraphrasen, ein festgelegtes Abstraktionsniveau und ein Kategoriensystem. Prüfe beim Formulieren, ob deine Beschreibung diese Elemente in der belegten Reihenfolge wiedergibt.
Ob du eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben willst: Prüfe zuerst, ob die Aufgabenstellung die Auswertung von Textmaterial verlangt. Ermittle danach aus der verwendeten Methodenquelle, welche Arbeitsschritte für dein konkretes Vorhaben ausdrücklich beschrieben sind.
Halte dich an eine belegte Grundlage. Bevor du weitere Analysepunkte oder Gütekriterien ergänzt, suche gezielt nach Belegen, die diese Aspekte eindeutig stützen.

Begriff, zentrale Merkmale und Bestandteile
Für die Analyse bestimmst du zunächst die Datengrundlage. Gemeint sind die Dokumente, die untersucht werden sollen. Dazu zählen andere schriftliche Dokumente, Beobachtungsprotokolle, offene Fragebögen, Fokusgruppen und Interviews. Vergewissere dich anhand deiner Unterlagen, welche dieser Materialarten in deinem Vorhaben tatsächlich vorliegt.
Regelgeleitetheit ist ein Hauptmerkmal. Das Werk beschreibt die zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse als regelgeleiteten Ablauf. Die dort genannten Schritte reichen von der Bearbeitung inhaltstragender Textstellen bis zur Rückprüfung des Kategoriensystems am Ausgangsmaterial.
Ebenso wesentlich ist die Bearbeitung inhaltstragender Textstellen. Diese Textstellen werden paraphrasiert. Prüfe beim Beschreiben deines Vorgehens, ob du die Paraphrasierung als eigenen Arbeitsschritt aufführst.
Danach werden die Inhalte auf ein festgelegtes Abstraktionsniveau generalisiert und reduziert. Prüfe in der Methodenquelle, ob für dein Vorgehen ein Abstraktionsniveau festgelegt wird.
Zusammengehörige Aussagen werden gebündelt und in ein Kategoriensystem überführt. Die belegte Sequenz gliedert sich folgendermaßen: Prüfung des Ausgangsmaterials, Paraphrasierung relevanter Teile, Generalisierung, Reduktion, Zusammenführung ähnlicher Aussagen, Bildung eines Kategoriensystems und abschließende Rückprüfung dieses Systems am Ausgangsmaterial.
Ob du Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit erläuterst, die Gliederung einer Hausarbeit entwickelst, eine Forschungsfrage formulieren willst oder deine wissenschaftliche Argumentation ausarbeitest: Prüfe jeweils, ob die Aufgabenstellung eine Beschreibung des Materials, der Textbearbeitung oder des Kategoriensystems verlangt. Ergänze nur Punkte, die deine verwendete Quelle ausdrücklich trägt.
Beim Schritt Literaturverzeichnis erstellen, bei Quellenangaben richtig zitieren, bei Zitierweisen, bei deutsche Zitierweise und bei Harvard-Zitierweise ermittle die Vorgaben aus den Unterlagen deines Vorhabens. Leite keine Zitierform aus der Methodenbeschreibung ab.
So läuft der regelgeleitete Ablauf ab
- Ausgangsmaterial bestimmen: Lege den Text oder die Textsammlung fest, die ausgewertet werden soll. Ergebnis ist ein klar benanntes Ausgangsmaterial für den Ablauf. Die qualitative Inhaltsanalyse kann unter anderem Interviews, Fokusgruppen, offene Fragebögen, Beobachtungsprotokolle und weitere schriftliche Dokumente systematisch auswerten.
- Inhaltstragende Stellen erfassen: Lege vor dem Kennzeichnen die Kodiereinheit, die Kontexteinheit und die Auswertungseinheit fest. Kennzeichne dann die inhaltstragenden Passagen des Ausgangsmaterials. Ergebnis ist eine Sammlung der Stellen, die im nächsten Arbeitsschritt paraphrasiert werden.
- Paraphrasen erstellen: Formuliere die markierten Abschnitte um. Daraus entsteht eine Paraphrasenreihe als Grundlage für die nächste Phase.
- Abstraktionsniveau festlegen: Bestimme das Niveau, auf dem die Paraphrasen weiterbearbeitet werden. Damit schaffst du die Grundlage für die anschließende Generalisierung.
- Generalisieren: Generalisiere die Paraphrasen auf dem festgelegten Abstraktionsniveau. Das Ergebnis sind generalisierte Aussagen für die Reduktion.
- Reduzieren: Reduziere die generalisierten Aussagen. Ergebnis ist eine verdichtete Fassung der bearbeiteten Inhalte.
- Aussagen bündeln: Bündele zusammengehörige Aussagen. Ergebnis sind gebündelte Aussagen, die in das Kategoriensystem überführt werden können.
- Kategoriensystem bilden: Überführe die Bündel in ein Kategoriensystem. Ergebnis ist ein Kategoriensystem mit den überführten Aussagen.
- Rückprüfung durchführen: Prüfe das Kategoriensystem erneut am Ausgangsmaterial. Ergebnis ist ein am Ausgangsmaterial rückgeprüftes Kategoriensystem.
Nutze den Ablauf im Rahmen der Methoden wissenschaftlicher Arbeiten, ohne aus dieser Bezeichnung weitere Merkmale abzuleiten. Für das Thema „qualitative und quantitative Forschung“ brauchst du eine Quelle, die diesen Vergleich ausdrücklich behandelt. Der hier dargestellte Ablauf betrifft die zusammenfassende Variante der Methode.
Durchgängiges kurzes Beispiel
Stell dir vor, du hast ein kurzes Dokument vorliegen. Es lautet: „Die Aufgabe war verständlich, aber mir hat die Erklärung im zweiten Abschnitt gefehlt.“ Dieses Zitat dient nur als fiktives Material. Es enthält keine Informationen über ein Fachgebiet, einen Zeitraum oder eine bestimmte Personengruppe.
Markiere zunächst die für deine Forschungsfrage relevante Passage. In diesem Beispiel umfasst sie zwei Aspekte: Die befragte Person bezeichnet die Aufgabe als verständlich und berichtet zugleich, dass ihr eine Erklärung im zweiten Abschnitt gefehlt hat. So bleibt sichtbar, worauf sich die spätere Bearbeitung bezieht.
Erstelle daraufhin eine Paraphrase, wobei die Perspektive der Person erhalten bleibt: „Die Person versteht die Aufgabe, vermisst jedoch eine Erklärung im zweiten Abschnitt.“ Diese Fassung gibt den Kerngedanken prägnanter wieder. Sie stellt nicht fest, ob die Informationen tatsächlich mangelhaft waren, sondern hält den subjektiven Bericht fest.
Wähle zunächst das gewünschte Abstraktionsniveau für die Generalisierung. Auf einer allgemeineren Ebene kann die Paraphrase lauten: „Rückmeldung verbindet Verständnis einer Aufgabe mit einem wahrgenommenen Erläuterungsbedarf.“ Dadurch treten die konkrete Aufgabe, der zweite Abschnitt und die einzelne Person in den Hintergrund. Erhalten bleiben die beiden Bedeutungsteile der Aussage.
Kürze anschließend die generalisierte Fassung auf das für deine Untersuchung Wesentliche: „Verständnis bei gleichzeitigem Erläuterungsbedarf.“ Prüfe anhand der zuvor festgehaltenen Textstelle, ob diese Verkürzung ausreicht. Wenn sie nur einen der beiden Bedeutungsteile wiedergibt, überarbeitest du sie.
Teilen andere bearbeitete Sätze dieselbe Grundbedeutung, fasst du sie zusammen und sortierst sie in dein System ein. Ein passender Titel wäre Verständnis und Erläuterungsbedarf. Diese Beschriftung stellt keine These über jegliches Feedback dar, sondern kennzeichnet bloß deine gesammelten Punkte.
Am Ende kehrst du zum Ausgangsmaterial zurück. Prüfe dabei: Ist die Textstelle noch auffindbar? Bewahrt die Paraphrase die berichtete Perspektive? Lässt sich die allgemeine Fassung aus dieser Paraphrase nachvollziehen? Deckt die reduzierte Fassung beide Bedeutungsteile ab? Falls eine Prüfung nicht überzeugt, bearbeite den betreffenden Schritt erneut.
In einer Arbeit kannst du die einzelnen Fassungen nebeneinander dokumentieren und sie mit deiner wissenschaftlichen Argumentation verbinden. Bei Übernahmen prüfst du die passenden Zitierweisen und die Vorgaben deiner Arbeit. Um Plagiat vermeiden zu können, unterscheidest du deine eigene Formulierung klar von der festgehaltenen Ausgangsstelle.

Formale Prüfung, Definition und Abgrenzung
Prüfe zuerst die Definition. Die Erklärung soll deutlich machen, dass die qualitative Inhaltsanalyse Texte systematisch auswertet. Kontrolliere außerdem, ob die genannten Materialien im Rahmen der Quelle bleiben: Dazu gehören etwa Interviews, Fokusgruppen, offene Fragebögen, Beobachtungsprotokolle und andere schriftliche Dokumente. Beschreibe keine weiteren Materialarten als belegt, wenn dafür kein eigener Nachweis vorliegt.
Prüfe danach die zentralen Merkmale der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse. Der Ablauf ist regelgeleitet. Lege Kodiereinheit, Kontexteinheit und Auswertungseinheit vor der Bearbeitung fest. Inhaltstragende Textstellen werden paraphrasiert; anschließend werden sie auf einem zuvor bestimmten Abstraktionsniveau generalisiert und reduziert. Kontrolliere, ob diese Schritte in der Erklärung vorkommen und in dieser Bearbeitungsrichtung dargestellt sind. Prüfe auch, ob zusammengehörige Aussagen gebündelt, in ein Kategoriensystem überführt und danach am Ausgangsmaterial rückgeprüft werden.
Prüfe die Anwendung separat. Lege Kodiereinheit, Kontexteinheit und Auswertungseinheit fest und gehe den beschriebenen Ablauf am verwendeten Material durch: von den inhaltstragenden Stellen über Paraphrase, Generalisierung und Reduktion bis zum Bündeln, zum Kategoriensystem und zur Rückprüfung. Kontrolliere nach jedem Schritt, ob das im Text genannte Ergebnis zum jeweiligen Schritt passt. Wenn ein Schritt in deiner Darstellung fehlt, ergänze nur den durch die Methodenbeschreibung gedeckten Schritt und keine zusätzliche Verfahrensregel.
Abgrenzung: Trenne den belegten Ablauf von Aussagen, die die vorliegenden Quellen nicht behandeln. Die Übersicht unterstützt die systematische Auswertung der genannten Textmaterialien. Die Methodenbeschreibung stützt Paraphrase, Generalisierung auf ein festgelegtes Abstraktionsniveau, Reduktion, Bündelung, Kategorienbildung und Rückprüfung. Aussagen zu anderen Verfahren, Gütekriterien oder Forschungsansätzen prüfst du mit einer dafür passenden Quelle.
Formale Prüfung: Halte diese Prüfung getrennt von der methodischen Abgrenzung. Kontrolliere anhand der für deinen Text geltenden formalen Vorgaben, ob die Angaben vollständig sind. Beim Schritt „Literaturverzeichnis erstellen“ prüfst du die bibliografischen Angaben an der verwendeten Quelle. Bei Quellenangaben richtig zitieren richtest du dich nach den verbindlichen Vorgaben deines Projekts. Ob deutsche Zitierweise oder Harvard-Zitierweise verlangt wird, ergibt sich aus diesen Vorgaben.
Gehe die Erläuterung letztlich als Einheit durch. Sie hat Definition, wesentliche Züge und Einsatz sichtbar zu machen und gleichzeitig die Trennung von der formalen Kontrolle darzustellen. Kommt ein belegter Aspekt zu kurz, schaffe keine Annahme, sondern finde eine Fundstelle, die gerade diesen Inhalt stützt.
Quellen und Stand
- Qualitative Content Analysis: Überblick: qualitative-content-analysis.org (geprüft am 2026-08-20)
- Philipp Mayring: Qualitative Inhaltsanalyse: qualitative-content-analysis.org (geprüft am 2026-08-20)
