Binnen-I in der Schreibweise erklärt
Binnen-I (StudentInnen), ältere Genderform
Das Binnen-I ist eine ältere Genderform, die in den 1980er-Jahren aufkam. Dabei steht ein großes „I“ im Wortinnern, etwa in „StudentInnen“ als Kurzform für Studentinnen und Studenten. Ob das Binnen-I in der Schreibweise heute passt, richtet sich nach dem Zweck des Textes und den jeweiligen Vorgaben.
Wie wird das Binnen-I richtig gebildet?
Bei geeigneten Personenbezeichnungen steht das große I vor der Endung -in beziehungsweise -innen. Die Kurzform verbindet die weibliche und die männliche Form in einem Wort:
- Plural: StudentInnen, ForscherInnen, LehrerInnen
- Einzahl: StudentIn, ForscherIn, LehrerIn (selten)
Vorteile und Nachteile der Schreibweise
- + Die Form wurde in den 1990er- und 2000er-Jahren verwendet.
- + Zusammengezogene Formen können sich relativ flüssig lesen lassen.
- minus Das Binnen-I bildet weibliche und männliche Formen ab; für weitere Geschlechtsidentitäten ist es nicht angelegt.
- minus Gegenüber anderen Genderzeichen kann die Schreibweise heute als ältere Form wahrgenommen werden.
- minus Die Form entspricht nicht den allgemeinen Rechtschreibregeln.
Beispiele für das Binnen-I im Satz
„Die StudentInnen besuchen die Veranstaltung regelmäßig."
„LehrerInnen berichten von Veränderungen im Schulalltag."
Wann kann man das Binnen-I noch verwenden?
Kläre vor einer wissenschaftlichen Arbeit, welche Schreibweise dein Lehrstuhl, dein Fachbereich oder deine Hochschule vorgibt. Das Binnen-I kann beim Beschreiben älterer Texte sinnvoll sein. Für die eigene Arbeit solltest du eine zugelassene Schreibweise konsequent verwenden.
Wenn du Schreibweisen vergleichen möchtest, findest du weitere Möglichkeiten im Überblick Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Dort kannst du prüfen, welche Alternative zum Zweck und zu den formalen Vorgaben deines Textes passt. Kurz gesagt: Das Binnen-I als ältere Genderform fasst weibliche und männliche Formen in einem Wort zusammen. Es ist nicht auf die ausdrückliche Einbeziehung weiterer Geschlechtsidentitäten angelegt.
Entstehung und Entwicklung des Binnen-I
Eine frühe belegte Verwendung des Binnen-I findet sich 1981 in einem Buch des Journalisten Christoph Busch. Die Schweizer Wochenzeitung „WOZ“ verwendete die Schreibweise nach eigener Darstellung erstmals 1983, zunächst in einer Anzeige und kurz darauf auch redaktionell. Das Binnen-I wurde danach im deutschsprachigen Raum verwendet. Genderstern und Gender-Doppelpunkt werden in der Schreibpraxis zunehmend genutzt, besonders wenn weitere Geschlechtskategorien angezeigt werden sollen.
Das Binnen-I kann in älteren Texten und in einzelnen Stilrichtlinien vorkommen. Es verbindet weibliche und männliche Formen in einer Kurzschreibung. Gender-Doppelpunkt und Gender-Unterstrich können dagegen anzeigen, dass Geschlecht nicht nur als weiblich oder männlich verstanden wird. Für Bachelorarbeiten und Hausarbeiten sind die Vorgaben von Hochschule, Fachbereich und betreuender Person maßgeblich. Verwende anschließend eine Schreibweise konsequent. Triffst du beim Zitieren älterer Quellen auf ein Binnen-I, bleibt die Schreibweise im wörtlichen Zitat unverändert. Falls es für das Verständnis nötig ist, kannst du in einer Fußnote darauf hinweisen, dass es sich um die Originalschreibweise handelt. So bleibt das Zitat quellengetreu, während die eigene Schreibweise deiner Arbeit weiterhin einheitlich ist.
Bei einzelnen Berufs- und Personenbezeichnungen hilft dir das Gender-Wörterbuch. Nach Anbieterangabe enthält es über 250 Einträge mit verschiedenen Schreibweisen und geschlechtsneutralen Alternativen. Welche Form passt, hängt vom Satzkontext und von den Vorgaben deines Textes ab.
