Gender-Unterstrich richtig schreiben
Gender-Unterstrich (Student_innen), die politisch geprägte Variante
Der Gender-Unterstrich, oft auch „Gender-Gap" (oder „Gender_Gap") genannt, zählt zu den seltener genutzten Genderformen. Seine Wurzeln liegen in der queer-feministischen Sprachdebatte: Die „Lücke" zwischen den Geschlechtern steht bewusst als Raum für non-binäre Identitäten. Auf dieser Seite erfährst du, wie du den Gender-Unterstrich richtig setzt.
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Gender-Hinweis: vier fertige Formulierungen
Wer den Unterstrich wählt, sagt es einmal am Anfang der Arbeit: ab Seite 2 stehen vier Hinweise zum Einsetzen (generisches Maskulinum, Doppelpunkt, neutrale Formen, kurze Fußnote), dazu der richtige Ort im Dokument und eine Wortliste mit drei Formen. Für Hausarbeit, Bachelor- und Masterarbeit.
An welcher Stelle steht der Unterstrich?
- Pluralbeispiele: Student_innen, Forscher_innen, Lehrer_innen
- Singularbeispiele: Student_in, Forscher_in, Lehrer_in
Beispiele im Satz
„Student_innen benötigen Lernorte und Räume zum Austausch."
„Lehrer_innen führen die Student_innen durch den Lernprozess.“
Vorteile und Nachteile
- + Explizite Einbeziehung non-binärer Identitäten durch die Leerstelle.
- + Bewusst gewählte, theoretisch fundierte Schreibweise.
- Geringere Verbreitung als das Sternchen, wirkt teils aktivistisch.
- Uneinheitliche Akzeptanz an Hochschulen.
Wann ist der Unterstrich sinnvoll?
Die queeren Assoziationen passen gut in Bereiche wie Gender Studies, Soziologie und Kulturwissenschaft. Andere Disziplinen bevorzugen überwiegend das Sternchen oder den Doppelpunkt.
Weitere Optionen findest du im Überblick Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Gender-Gap und Lesefluss
Der Gender-Unterstrich, auch Gender-Gap genannt, entstand Anfang der 2000er-Jahre im deutschsprachigen queer-feministischen Diskurs. Anders als das Binnen-I schafft der Unterstrich bewusst eine Lücke: einen Raum für alle, die sich nicht der binären Zuordnung männlich/weiblich unterwerfen wollen.
Das Zeichen steht zwischen Wortstamm und weiblicher Endung, erkennbar an Formen wie Student_innen oder Lehrer_innen. Beim Vorlesen setzt man dort meist eine kurze Pause, ähnlich wie beim Gender-Doppelpunkt. Akademische Texte verwenden diesen Stil überwiegend in Gender Studies, Soziologie und Erziehungswissenschaft.
Die Lesbarkeit und die Verarbeitung durch Screenreader können je nach verwendeter Schreibweise und Programm unterschiedlich ausfallen.
Neutralere Formulierungen erleichtern die Barrierefreiheit. Technische Vorgaben und Leitlinien unterscheiden sich bei genderneutralen Symbolen erheblich.
Frage vorab bei deinem Lehrstuhl nach, ob es feste Regeln gibt, und wende die gewählte Variante dann durchgängig an. Ein häufiger Wechsel zwischen Unterstrich und Sternchen kann im akademischen Korrektorat der Abschlussarbeit wie ein formaler Fehler wirken, deshalb lohnt sich eine einheitliche Schreibweise.
Setzt du den Gender-Unterstrich in einer Bachelorarbeit ein, lohnt sich eine kurze Fußnote oder Vorbemerkung, um deine Wahl zu erklären. Das beugt Missverständnissen beim Korrektor vor und zeigt, dass du die Form bewusst und reflektiert eingesetzt hast.
Über 250 Berufs- und Personentitel listet das Gender-Wörterbuch alphabetisch auf. Für jede Angabe erhältst du dazu passende neutrale Varianten.