Lesezeit ca. 3 Min.·zuletzt aktualisiert: 26. April 2026·alle Bestandteile
Soll ich in meiner Bachelorarbeitgendern, und wenn ja, wie? Diese Frage stellt sich heute fast jede Studierende vor dem Schreibstart. Die Antwort hängt vom Lehrstuhl, vom Fach und manchmal von der persönlichen Haltung ab. Wir zeigen dir die wichtigsten Schreibweisen mit Vor- und Nachteilen, und wie du eine passende Wahl triffst. Diese Hub-Seite bündelt alle Anleitungen rund ums Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit: Merkzettel
Neutrale Formen, Doppelnennung und die Sonderzeichen im Vergleich, dazu der Hinweis auf Duden und Rechtschreibrat sowie 25 typische Wörter mit neutraler Alternative.
Sprache prägt Denken. Empirische Studien zeigen: Bei Verwendung des generischen Maskulinums (z. B. „der Student") denken Lesende eher an männliche Personen, auch wenn alle Geschlechter gemeint sind. Genderneutrale Formen machen weibliche und nicht-binäre Personen sichtbar. Das ist heute in vielen Fächern wissenschaftlicher Konsens, in anderen nicht.
Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit im Überblick.
Lehrstuhl-Vorgaben prüfen. Manche Hochschulen oder Lehrstühle haben verbindliche Empfehlungen. Schau ins Modulhandbuch oder in den PDF-Leitfaden.
Fachkonventionen. Sozial- und Geisteswissenschaften nutzen häufiger Sternchen oder Doppelpunkt, technische Fächer oft generisches Maskulinum oder neutrale Begriffe.
Konsequent durchziehen. Egal welche Form, konsistent durch die ganze Arbeit. Mischen wirkt unprofessionell.
Im Methodik- oder Vorwort-Teil erklären. Eine kurze Erklärung („Aus Gründen der Lesbarkeit verwendet diese Arbeit ..." oder „Diese Arbeit nutzt das Gendersternchen, um ...") ist Standard.
Häufige Fehler beim Gendern
Inkonsistent gegendert, mal Sternchen, mal generisches Maskulinum.
Nur in einigen Kapiteln gegendert.
Genderform am Lehrstuhl unbeliebt, ohne vorher zu prüfen.
Lange Doppelnennungen statt neutraler Begriffe („Studentinnen und Studenten" statt „Studierende").
Für die korrekte Schreibweise einzelner Begriffe bietet unser Gender-Wörterbuch eine schnelle Hilfe: Es listet mehr als 250 Berufs- und Personenbezeichnungen alphabetisch auf und zeigt jeweils die passende geschlechtsneutrale Alternative.
Gendern in der Fußnote
Die Fußnote ist kein Sonderraum. Die Form, für die du dich im Fließtext entschieden hast, gilt dort genauso: Wer im Text Studierende schreibt, schreibt es auch in der Anmerkung. Ein Wechsel zwischen Text und Fußnote fällt beim Lesen sofort auf und zählt als Inkonsistenz.
Quellenangaben bleiben davon unberührt. Namen von Autorinnen und Autoren werden so übernommen, wie sie auf der Quelle stehen, und Titel von Büchern oder Aufsätzen werden nicht nachträglich gegendert. Das gilt auch für Körperschaften und Herausgeber.
Der Hinweis auf die gewählte Schreibweise gehört nicht in eine Fußnote auf Seite eins, sondern an eine Stelle, die jede Leserin und jeder Leser findet: ins Vorwort oder in einen kurzen eigenen Abschnitt vor der Einleitung. Eine fertige Formulierung dafür steht in der Vorlage für den Genderhinweis.
Du willst sicher sein, dass deine gewählte Genderform konsistent durch die Arbeit gezogen wird? Lektorat ab 4,90 € pro Normseite.
Hängt vom Lehrstuhl ab. Manche verlangen es, andere stellen es frei, wieder andere wollen explizit kein Gendern. Schau in die Vorgaben, wenn nichts dort steht, ist der Hinweis im Vorwort, dass du genderst (oder nicht), professionell.
Welche Form ist 2026 am verbreitetsten?
Sternchen und Doppelpunkt sind aktuell am häufigsten. Sternchen schließt non-binäre Personen explizit ein. Doppelpunkt ist besser für Screenreader. Beide sind im wissenschaftlichen Kontext akzeptiert.
Was sagt der Duden?
Der Duden empfiehlt geschlechtergerechte Sprache, lässt aber die Wahl der konkreten Form offen. Sternchen und Doppelpunkt sind nicht offiziell in der Rechtschreibung, gelten aber als sprachpragmatisch akzeptiert.
Kann ich neutrale Begriffe statt Sternchen nutzen?
Ja, oft die eleganteste Lösung. „Studierende" statt „Student*innen", „Lehrkraft" statt „Lehrer*in". Wenn du konsequent neutrale Begriffe nutzt, brauchst du Sternchen nur an Stellen, wo es keine neutrale Form gibt.
Was, wenn ich aus Überzeugung nicht gendern will?
Solange dein Lehrstuhl es nicht verlangt, bist du frei. Erkläre die Wahl im Vorwort. Wenn dein Lehrstuhl gendern verlangt, bleibt dir keine Wahl, konsequent eine Form wählen.
Als zentraler Hub führt diese Seite die passenden Ratgeber zu Wissenschaftliche Arbeit zusammen.
Neue Ratgeber zum Gendern
Jede dieser Seiten beantwortet eine einzelne Frage, mit Beispiel, Quelle und einem Prüfweg zum Nachmachen.