Gendergerechte Sprache

Gendergerechte Sprache in der Bachelorarbeit

Lesezeit ca. 3 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle Genderformen

Gendergerechte Sprache in der Bachelorarbeit bedeutet nicht zwangsläufig, sämtliche Personenbegriffe durchgängig mit Sternchen oder Doppelpunkten zu versehen. Maßgeblich sind jedoch die Vorgaben deiner Hochschule oder deines Fachbereichs. Gut lesbare wissenschaftliche Texte verbinden geschlechtsneutrale Bezeichnungen, Doppelnennungen und passende Sonderzeichen. Diese Übersicht zeigt dir, wie du die Formen gezielt auswählst, verständlich formulierst und im gesamten Text einheitlich bleibst.

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Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit: Merkzettel

Neutrale Formen, Doppelnennung und die Sonderzeichen im Vergleich, dazu der Hinweis auf Duden und Rechtschreibrat sowie 25 typische Wörter mit neutraler Alternative.

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Gendergerechte Sprache: drei grundlegende Strategien

  1. Neutrale Begriffe: Bezeichnungen wie „Studierende" statt „Studenten/Studentinnen", „Lehrkraft" statt „Lehrer" oder „Person" statt „Mann/Frau" rücken die Funktion in den Mittelpunkt.
  2. Doppelnennungen: Die Variante „Studentinnen und Studenten" ist klar, kann bei ständiger Nutzung aber sperrig wirken.
  3. Sonderzeichen-Formen: Sternchen, Doppelpunkt und Binnen-I sind mögliche Schreibweisen. Ob sie für deine Arbeit passen, richtet sich nach dem Kontext sowie nach den Vorgaben deiner Hochschule.

An welcher Stelle passt welche Genderform?

Prüfe zuerst, ob sich ein Personenbegriff neutral und präzise ausdrücken lässt. Ist das möglich, bleibt der Satz meist flüssig und die Aussage eindeutig. Eine Doppelnennung oder ein Sonderzeichen ist vor allem dort sinnvoll, wo keine neutrale Form existiert oder eine neutrale Umschreibung den Inhalt verändern würde. So entsteht ein natürlicher Text, der gendergerecht und zugleich gut lesbar ist.

Gendergerechte Sprache
Gendergerechte Sprache im Überblick.

Neutrale Begriffe für die Bachelorarbeit

  • Studierende statt Studenten und Studentinnen, wenn tatsächlich Studierende gemeint sind
  • Lehrkraft statt Lehrer; Lehrpersonal für eine Gruppe von Lehrkräften
  • Forschende statt Forscher
  • Mitarbeitende statt Mitarbeiter
  • Lesende statt Leser
  • Person oder Mensch anstelle von Mann/Frau, wenn das Geschlecht nicht relevant ist
  • Fachleute statt Experten
  • Vorsitz statt Vorsitzender, wenn die Funktion gemeint ist
  • Kollegium statt Kollegen, wenn die Gesamtheit der Lehrkräfte gemeint ist
  • Publikum statt Zuhörer, wenn alle Anwesenden gemeint sind

Ein Satzbeispiel: Vorher und nachher

Schwerfällig: „Die Studentinnen und Studenten der Universität waren mit den Lehrerinnen und Lehrern unzufrieden, weil die Forscherinnen und Forscher Probleme nicht ernst nahmen."

Elegant: „Die Studierenden der Universität waren mit den Lehrkräften unzufrieden, weil das Forschungspersonal Probleme nicht ernst nahm."

Wie du gendergerecht und flüssig formulierst

  • Nutze den Plural, wenn er inhaltlich passt: „die Studierenden“ kann eine knappe Alternative zu „der Student oder die Studentin“ sein.
  • Formuliere unpersönlich, wenn die handelnde Person nicht wichtig ist: „beim Lernen“ kann je nach Satz eine personenbezogene Formulierung ersetzen.
  • Verwende Funktionsbezeichnungen, wenn die Funktion gemeint ist: „die Geschäftsführung“ kann an die Stelle von „der Geschäftsführer“ treten.
  • Formuliere sachbezogen, wenn die handelnde Person keine Rolle spielt: „bei der Antragstellung“ ist knapper als „wenn jemand einen Antrag einreicht“.
Gendergerechte Sprache

Wann sind Genderzeichen sinnvoll?

Nutze Sonderzeichen, wenn keine treffende neutrale Form existiert und eine Doppelnennung den Satz unnötig verlängert. Entscheidend ist, dass die gewählte Form zur bezeichneten Personengruppe und zum sprachlichen Zusammenhang passt:

  • „Bürger*innen" kann präziser sein, wenn „Bürgerschaft" zu distanziert wirkt und die häufig verwendete Form „Bürgerinnen und Bürger" den Satz zu lang macht.
  • „Schüler*innen" bleibt sinnvoll, wenn „Schulkinder" wegen der angesprochenen Altersstufen nicht passt.
  • „Patient*innen" ist häufig verständlicher als die mögliche, aber ungewöhnliche Alternative „Behandelte".

Neutrale Alternativen gezielt nachschlagen

Wenn dir während des Schreibens keine passende Form einfällt, helfen Online-Wörterbücher wie geschicktgendern.de oder das Online-Wörterbuch des Duden. Dort findest du für viele Personenbezeichnungen neutrale Alternativen, die du anschließend auf Bedeutung, Grammatik und den Kontext deines Satzes prüfen kannst.

Häufige Fehler beim Gendern vermeiden

  • Zu viele Doppelnennungen machen den Lesefluss unnötig schwerfällig, obwohl an denselben Stellen eine neutrale Form möglich ist.
  • Der ständige Wechsel zwischen Neutralformen, Sternchen und dem generischen Maskulinum lässt das sprachliche Konzept schnell unzusammenhängend wirken.
  • Texte verbessern sich nicht dadurch, dass jedes Personenwort ein Sternchen erhält, wenn schon eine deutliche neutrale Lösung existiert.
  • Der pauschale Verweis im Vorwort als „Reicht-mir“-Lösung stellt kein aktives und konsequentes Gendern im Fließtext dar.

Weitere Formen und Anwendungsfälle erklärt der Überblick Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit. Ob die gewählte Schreibweise im gesamten Dokument stilistisch konsistent umgesetzt ist, wird auch im professionellen Lektorat geprüft.

Suchst du die passende gendergerechte Form für ein einzelnes Wort, hilft dir das Gender-Wörterbuch. Dieses Werk führt alphabetisch weit über 250 Berufs- und Personenbezeichnungen auf und nennt jeweils eine neutrale Alternative.

Möchtest du gendergerechte Sprache in deiner Arbeit einheitlich, klar und elegant einsetzen? Lektorat ab 4,90 € pro Normseite.

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Häufige Fragen zu gendergerechter Sprache

Welche Genderform liest sich besonders flüssig?

Neutrale Begriffe sind meist eine gute Wahl, wenn sie verfügbar sind und inhaltlich passen. „Studierende“ oder „Lehrkraft“ können passende Alternativen sein, wenn sie den gemeinten Personenkreis genau bezeichnen.

Wie schreibe ich „Bewerber"?

Als neutrale Alternativen eignen sich „Bewerbende" als Partizip oder „Bewerbung", wenn die Sache statt der Person gemeint ist. „Bewerber*innen" passt, wenn du dich für eine Form mit Sonderzeichen entschieden hast.

Was bei Berufen wie „Krankenschwester"?

„Pflegekraft“ kann passen, wenn keine genaue Berufsbezeichnung nötig ist; „Pflegepersonal“ bezeichnet eine Gruppe. Wenn du beide Formen ausdrücklich nennen möchtest, lautet die Doppelnennung „Krankenschwester / Krankenpfleger“.

Brauche ich gendergerechte Sprache auch in Fußnoten und Tabellen?

Ja, die gewählte Schreibweise sollte konsequent zum Tragen kommen. Wenn du im Haupttext genderst, sollten auch Tabellen, Diagrammbeschriftungen und Fußnoten entsprechend gendergerecht formuliert sein.

Was, wenn ich aus Originalliteratur zitiere, die nicht gendert?

Ein direktes Zitat bleibt im Original erhalten, auch wenn darin das generische Maskulinum verwendet wird. In deinem anschließenden eigenen Text richtest du dich wieder nach der gewählten Schreibweise und den Vorgaben deiner Hochschule. Je nach Zusammenhang kann eine kurze Erläuterung in der Fußnote hilfreich sein.

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