Strukturiertes Interview verständlich erklärt
Strukturiertes Interview
Ein strukturiertes Interview ist ein Gesprächs- oder Befragungsverfahren mit einem vorab festgelegten Fragenkatalog, dessen Fragen in geplanter Reihenfolge einheitlich gestellt werden. Auch der Ablauf ist vorab geregelt. Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach dem Zweck der Erhebung.
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Strukturiertes Interview fachlich einordnen
Strukturierte Interviews werden in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt, etwa in der Forschung und bei der Personalauswahl. Für einen Text im Studium sollte deshalb zuerst geklärt werden, welchem Zweck das eigene Interview dient und welche Elemente dafür vorab festgelegt werden.
Ein strukturiertes Interview kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder online durchgeführt werden. Die gewählte Form sollte benannt und mit einem vorab festgelegten Leitfaden verbunden werden.
Für wissenschaftliches Arbeiten sollten Gegenstand, Ziel, Interviewform, Leitfaden und Auswertung nachvollziehbar beschrieben werden. Welche weiteren Anforderungen gelten, hängt vom Forschungsdesign und gegebenenfalls von institutionellen Vorgaben ab.

Begriff, Merkmale und Bestandteile ordnen
Kennzeichnend für ein strukturiertes Interview sind ein vorab festgelegter Fragenkatalog, eine geplante Fragenfolge und ein einheitlich geregelter Ablauf. Bei Auswahlinterviews können zusätzlich einheitliche Bewertungsregeln vorgesehen sein.
- Eröffnung: Zu Beginn werden Anlass, Ablauf und Rahmen des Gesprächs erläutert.
- Leitfaden: Die vorbereiteten Themen und Fragen geben dem Gespräch eine erkennbare Struktur.
- Fragen: Sie werden vor dem Interview passend zum Untersuchungs- oder Auswahlziel formuliert.
- Nachfragen: Solche sollten vorab geregelt werden, damit die Gesprächsführung nachvollziehbar bleibt.
- Dokumentation: Antworten und relevante Beobachtungen werden in einer zum Zweck passenden Form festgehalten.
- Bewertung: Wenn Antworten bewertet werden, sollten die Kriterien vorab festgelegt werden.
- Abschluss: Am Ende erhalten die befragten Personen Gelegenheit zu Rückfragen und Informationen zum weiteren Vorgehen.
Die konkrete Frageform richtet sich nach dem Ziel des Interviews. Geschlossene Fragen und Auswahlfragen sind möglich; ebenso können offene Fragen vorgesehen werden.
Für einen eigenen Text bietet sich folgende Prüfhandlung an: Zweck, Zielgruppe, Leitfaden, Durchführung und Dokumentation mit der verwendeten Fachquelle abgleichen. Eine Abgrenzung zu anderen Interviewtypen sollte nur erfolgen, wenn sie für die Fragestellung erforderlich und belegt ist.
Das strukturierte Interview Schritt für Schritt beschreiben
Eine Anwendung oder Erklärung lässt sich als feste Arbeitsfolge aufbauen. Die Schritte machen sichtbar, welche Entscheidungen vor der Durchführung getroffen werden müssen.
- Ziel festlegen: Bestimme, welche Informationen das Interview erheben soll. Ergebnis: Das Erkenntnis- oder Auswahlziel ist benannt.
- Anwendungsfeld bestimmen: Ordne das Interview seinem konkreten Zweck zu, etwa einer wissenschaftlichen Erhebung oder einer Personalauswahl. Ergebnis: Der Einsatzkontext ist nachvollziehbar.
- Interviewform benennen: Lege fest, ob das Interview persönlich, telefonisch, schriftlich oder online stattfindet. Ergebnis: Die Durchführungsform ist sichtbar.
- Leitfaden entwickeln: Formuliere Themen, Fragen und gegebenenfalls zulässige Nachfragen vorab. Ergebnis: Die Gesprächsstruktur ist festgelegt.
- Reihenfolge festlegen: Ordne Begrüßung, Information zum Ablauf, Fragenblöcke, Rückfragen und Abschluss in eine passende Reihenfolge. Ergebnis: Der Ablauf ist als zusammenhängende Struktur lesbar.
- Dokumentation planen: Bestimme vorab, wie Antworten und relevante Beobachtungen festgehalten werden. Ergebnis: Die spätere Auswertung hat eine nachvollziehbare Grundlage.
- Bewertung regeln: Lege bei bewerteten Interviews Kriterien und das Vorgehen für die Auswertung vorab fest. Ergebnis: Die Bewertung ist nicht allein vom Gesprächseindruck abhängig.
- Durchführung abschließen: Gib Raum für Rückfragen und erläutere das weitere Vorgehen, soweit dies vorgesehen ist. Ergebnis: Das Interview endet transparent.
Bei jedem Schritt sollte nur beschrieben werden, was aus der Fachquelle, dem Forschungsdesign oder der eigenen neutralen Arbeitsanweisung hervorgeht. Zusätzliche Aussagen über Wirkung, Pflicht, Frist oder garantierte Ergebnisse werden nicht ergänzt. Wenn ein benötigtes Detail offenbleibt, sollte es vor der Aufnahme in den Text anhand der vorgesehenen Unterlagen geprüft werden.
Für eine Studienarbeit kann diese Vorgehensweise als Schreibgerüst dienen. Sie führt von der begrifflichen Einordnung über die Planung bis zur nachvollziehbaren Beschreibung von Durchführung und Auswertung. Das Ergebnis ist kein allgemeines Versprechen über die Methode, sondern eine auf den jeweiligen Zweck bezogene Darstellung.
Kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel
Angenommen, ein Manuskript soll ein strukturiertes Interview im Personalwesen knapp darstellen. Als Form wird ein persönliches Interview gewählt. Vor dem Gespräch werden Anforderungen, Fragenfolge und Bewertungskriterien festgelegt. Die Darstellung beginnt mit Begrüßung und einer kurzen Erläuterung des Ablaufs.
Im weiteren Verlauf wird eine Frage zum beruflichen Werdegang aufgenommen: „Welche Tätigkeit aus Ihrem bisherigen Werdegang möchten Sie beschreiben?“ Diese Frage ist als neutrale Beispielaussage formuliert und übernimmt kein Quellenbeispiel. Vorab kann festgelegt werden, welche Nachfragen zulässig sind und wie Antworten dokumentiert werden.
Im nächsten Teil können weitere Fragen zum zuvor festgelegten Anforderungs- oder Forschungsthema folgen. Der Text sollte nur die für das Beispiel vorgesehene Struktur beschreiben und keine allgemeine fachliche Bewertung daraus ableiten. Danach folgen Rückfragen und der Abschluss.
Andere Fragemuster demonstriert man ebenso kurz: „Soll die Tätigkeit weiter erläutert werden: ja oder nein?“ Dies ist eine Ja-Nein-Frage. Bei einer Multiple-Choice-Frage bietet der Text neutrale Optionen, etwa „Welche Tätigkeit soll zuerst besprochen werden: A, B oder C?“ Die Zeichen fungieren hier nur als Stellvertreter für individuelle Optionen.
Das Beispiel lässt sich als kurzer Methodentext zusammenfassen: Ein persönliches strukturiertes Interview wird im Personalwesen eingeordnet. Es folgt einem vorab festgelegten Ablauf mit Begrüßung, Information zum Verfahren, Fragenblöcken, Dokumentation, Rückfragen und Abschluss. Die Frage zum Werdegang und die Ja-Nein-Frage zeigen mögliche Frageformen. Welche Fragen und Bewertungskriterien geeignet sind, hängt vom konkreten Zweck ab.

Definition, Anwendung und Abgrenzung prüfen
Am Ende sollte die Darstellung in getrennten Prüfschritten kontrolliert werden. Die erste Gruppe betrifft den Inhalt, die zweite die Abgrenzung und die dritte die formale Ausführung.
Inhaltliche Prüfung
- Definition: Ist der Begriff strukturiertes Interview ausdrücklich genannt und erklärt?
- Einordnung: Werden Forschung oder Personalwesen nur als die von der Quelle genannten Anwendungsfelder verwendet?
- Merkmale: Sind Leitfaden, Fragenfolge und Ablauf vor der Durchführung nachvollziehbar festgelegt?
- Anwendung: Wird eine konkrete Interviewform ausgewiesen, etwa persönlich, telefonisch, schriftlich oder elektronisch?
- Bestandteile: Sind Begrüßung, Information zum Ablauf, Fragenblöcke, Dokumentation, Rückfragen und Abschluss für das Beispiel nachvollziehbar geordnet?
- Fragen: Enthält die Darstellung passende Fragen oder Frageformen, ohne daraus unbelegte Wirkungen abzuleiten?
Abgrenzungsprüfung
- Trennt der Text das strukturierte Interview von nicht belegten zusätzlichen Interviewtypen?
- Vermeidet die Darstellung unbelegte Aussagen zu Geschichte, Epochen, Jahreszahlen oder allgemeinen Fachregeln?
- Bleibt die Erklärung bei den vorab festgelegten Fragen und dem nachvollziehbaren Ablauf, ohne daraus eine pauschale Abgrenzung abzuleiten?
- Unterscheidet der Text zwischen belegten Aussagen und neutralen Arbeitsanweisungen?
Formale Prüfung
- Beginnt der Text mit einer klaren Einordnung und endet die Ablaufbeschreibung mit Rückfragen und Abschluss?
- Ist jede Frage einem erkennbaren Fragenblock zugeordnet?
- Wurde jedes Beispiel eigenständig formuliert?
- Ist die Darstellung eigenständig formuliert und sind übernommene Inhalte als Zitat oder Paraphrase kenntlich gemacht?
- Wird bei einem fehlenden Detail eine Prüfung der verfügbaren Unterlagen vorgesehen, statt eine Vermutung zu formulieren?
Wenn alle drei Prüfbereiche berücksichtigt sind, lassen sich Definition, zentrale Merkmale, Anwendung, Abgrenzung und formale Gestaltung getrennt kontrollieren. Der abschließende Text sollte bei den belegten Aussagen bleiben und zusätzliche Tatsachenbehauptungen vermeiden.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: studi-kompass.com (Prüfung erfolgte am 2026-08-15)