Tenure Track in Deutschland: Karriereweg

Tenure Track in Deutschland: wie er wirklich funktioniert

Lesezeit ca. 3 Min. · aktualisiert: 11. Juli 2026 · zurück zum Blog

Seit 2017 ist der Tenure Track in Deutschland ein eigenständiger akademischer Karriereweg und gilt als Alternative zur Habilitation. Je nach Fach kann die Bewerbung auf eine Tenure-Track-Stelle unmittelbar nach der Promotion oder nach einer Postdoc-Phase erfolgen. Nach einer meist sechsjährigen Bewährungsphase findet die Evaluation statt. Diese Anleitung erläutert das Modell, die Voraussetzungen, Universitäten mit Tenure-Track-Stellen und die Erfolgsaussichten. 2026 ist der Tenure Track in Deutschland ein vergleichsweise planbarer Weg zur Lebenszeitprofessur.

Tenure Track in Deutschland: Überblick

Das Tenure-Track-Modell in Deutschland

Eine Tenure-Track-Professur ist zunächst befristet. Gelingt die Evaluation, besteht die bei der Berufung zugesagte Perspektive auf eine Lebenszeitprofessur, in der Regel in der Besoldungsgruppe W2 oder W3. Die konkrete Ausgestaltung regelt die jeweilige Hochschule.

Die Tenure-Track-Phase dauert in Deutschland in der Regel sechs Jahre. Evaluationskriterien und Verfahren werden bei der Berufung festgelegt und können je nach Hochschule variieren. Diese Anleitung führt dich durch Karriereweg, Voraussetzungen und Evaluation.

Voraussetzungen für den Tenure Track

Entscheidend für die Eignung auf eine Tenure-Track-Stelle sind stets die spezifischen Vorgaben der aktuellen Ausschreibung. Regelmäßig setzen diese eine abgeschlossene Promotion voraus. Darüber hinaus können je nach disziplinärer Zugehörigkeit und Institution zusätzliche Kriterien wie Forschungsnachweis, veröffentlichte Arbeiten, pädagogische Erfahrung, eingeworbene Mittel oder internationale Kontakte gestellt werden. Vertiefende Hinweise dazu bekommst du bei Promotionsthema finden, kumulative Dissertation sowie Konferenzbeitrag einreichen.

Tenure Track in Deutschland: Schritte

Liste der Universitäten mit Tenure-Track-Stellen

Tenure-Track-Stellen gibt es an zahlreichen deutschen Hochschulen. Im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses waren bis Mai 2023 an 75 Hochschulen 971 von 1.000 bewilligten Tenure-Track-Professuren erstmals besetzt; aktuellere Zahlen findest du beim BMFTR. Passende Ausschreibungen findest du auf den Karriereportalen der Hochschulen und in Wissenschaftsstellenbörsen. Eine berufsbegleitende Promotion ersetzt nicht die Anforderungen der jeweiligen Ausschreibung.

Ablauf der Evaluation und Aufstieg zur Professur

Die abschließende Tenure-Track-Evaluation erfolgt in der Regel innerhalb einer sechsjährigen Bewährungsphase; manche Hochschulen führen zuvor eine Zwischenevaluation durch. Geprüft wird, ob die bei der Berufung vereinbarten Leistungen erbracht wurden. Je nach Hochschule können dabei Forschungsleistung, Lehre, Selbstverwaltung und Drittmitteleinwerbung berücksichtigt werden. Bei positiver Evaluation erfolgt der in der Berufung zugesagte Übergang auf eine Lebenszeitprofessur.

Sollte es nicht klappen, kannst du dich auf reguläre Professuren bewerben oder in die Wirtschaft wechseln. Ein sorgfältiges Lektorat kann helfen, Bewerbungsunterlagen sprachlich zu überarbeiten. Auch eine erfolgreiche Disputation und eine starke Publikationsleistung können die Bewerbung auf eine Tenure-Track-Stelle stärken.

Unterlagen für den Tenure Track sollen die gestellten Ansprüche präzise abbilden. Unser Team erstellt Lektorate für Bewerbungskorrespondenz und bietet Korrekturlesen für Publikationen an.

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Häufige Fragen zum Tenure Track in Deutschland

Was ist der Unterschied zur Juniorprofessur?

Juniorprofessuren ohne Tenure Track sind befristet und enthalten keine Zusage auf eine Lebenszeitprofessur. Eine Tenure-Track-Professur verbindet die befristete Phase mit der bei der Berufung zugesagten Perspektive auf eine Lebenszeitprofessur nach erfolgreicher Evaluation. Ob eine Stelle einen Tenure Track umfasst, ergibt sich aus der Ausschreibung und den Regelungen der Hochschule.

Wie lange dauert der Tenure Track?

Der Tenure Track dauert in der Regel sechs Jahre; je nach Hochschule kann zuvor eine Zwischenevaluation stattfinden. Fällt die abschließende Bewertung positiv aus, erfolgt der bei der Berufung zugesagte Übergang auf eine Lebenszeitprofessur.

Brauche ich eine Habilitation für Tenure Track?

Keine generelle Bedingung für eine Tenure-Track-Professur ist die Habilitation. Stattdessen kann der Tenure Track parallel zur Habilitation den Befähigungsnachweis schaffen; entscheidend bleiben die Spezifikationen der Ausschreibung und der Hochschule. Details liest du im Abschnitt Habilitation.

Wie viele Drittmittel muss ich einwerben?

Allgemeingültige Vorgaben für Drittmittel gibt es nicht. Ob und welche Drittmittelerfahrungen erwartet werden, richtet sich nach Fachrichtung, konkreter Ausschreibung und den bei der Berufung festgelegten Evaluationskriterien. Vertiefende Informationen findest du unter DFG-Antrag.

Welche Rolle spielt Auslandsforschung?

Ein Auslandsaufenthalt kann das wissenschaftliche Profil stärken, stellt aber keine allgemeine Voraussetzung für eine Tenure-Track-Stelle dar. Ob internationale Forschungserfahrung erwartet wird, geht aus der jeweiligen Ausschreibung hervor.

Kann ich mit Tenure Track Familie haben?

Beschäftigte auf Tenure-Track-Stellen können Elternzeit in Anspruch nehmen. Die Tenure-Track-Phase kann bei Elternzeit nach den Regelungen der Hochschule verlängert werden. Maßgeblich sind die einschlägigen Regelungen und dein Vertrag.

Was passiert bei negativer Evaluation?

Bei einer negativen Tenure-Track-Evaluation richtet sich das weitere Arbeitsverhältnis nach der Berufungsvereinbarung und den Hochschulregelungen. Danach kannst du dich beispielsweise auf reguläre Professuren bewerben oder in die außeruniversitäre Forschung wechseln. Eine negative Evaluation schließt weitere wissenschaftliche oder außeruniversitäre Karrierewege nicht aus.

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