Gendern Musiker: Musiker*innen
Alle geschlechtergerechten Varianten im Überblick
Gendern Musiker lässt sich auf mehreren Wegen umsetzen: durch die Doppelnennung Musikerinnen und Musiker, durch verkürzte Schreibweisen wie Musiker*innen, Musiker:innen, Musiker_innen oder MusikerInnen sowie durch die geschlechtsneutrale Bezeichnung Musikschaffende. Welche Form passend ist, hängt vom Kontext ab: In Fließtexten ist die ausgeschriebene Doppelnennung klar, in Tabellen oder Listen sind Kurzformen platzsparender. Für wissenschaftliche Arbeiten sollte geprüft werden, ob die eigene Hochschule, der Fachbereich oder die betreuende Person Vorgaben veröffentlicht hat.
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Gender-Hinweis: vier fertige Formulierungen
Soll „Musiker“ in der Abschlussarbeit einheitlich gegendert werden, gehört ein kurzer Hinweis in den Text. Ab Seite 2 stehen vier Varianten zum Einsetzen, der richtige Ort im Dokument und eine Wortliste mit drei Formen. Passt für Hausarbeit, Bachelor- und Masterarbeit.
Gendern Musiker: die kurze Antwort
Die maskuline Form Musiker ist eine grammatisch maskuline Personenbezeichnung. Sie kann je nach Kontext nur männliche Personen bezeichnen oder geschlechtsübergreifend verwendet werden; andere Geschlechter werden dabei jedoch nicht ausdrücklich sichtbar, was oft zu Unklarheit führt. Wer gendern Musiker möchte, kann zwischen mehreren gleichwertigen Wegen wählen: der ausgeschriebenen Doppelnennung Musikerinnen und Musiker, verkürzten Schreibweisen mit Sonderzeichen wie Musiker*innen oder Musiker:innen sowie der neutralen Sammelbezeichnung Musikschaffende. Keine dieser Formen ist grundsätzlich falsch, sie unterscheiden sich vor allem in Lesbarkeit, Textlänge und Anerkennung durch Institutionen. In wissenschaftlichen Arbeiten empfiehlt es sich, eine Variante konsequent im gesamten Text beizubehalten und die Wahl kurz zu begründen oder in einer Fußnote zu erläutern. Weitere Grundlagen zum Thema liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.

Genderformen für Musiker im Überblick
Für das Wort Musiker stehen verschiedene Schreibvarianten zur Verfügung, die sich in Formalität und Lesbarkeit unterscheiden:
- Doppelnennung: Musikerinnen und Musiker (bzw. Musiker und Musikerinnen)
- Gendersternchen: Musiker*innen
- Gender-Doppelpunkt: Musiker:innen
- Gender-Unterstrich (Gender-Gap): Musiker_innen
- Binnen-I: MusikerInnen
Die Doppelnennung und neutrale Formulierungen entsprechen dem amtlichen Regelwerk. Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich und Binnen-I werden als Wortbinnenzeichen verwendet, um mehrgeschlechtliche Personenbezeichnungen zu markieren; sie gehören derzeit jedoch nicht zum Kernbestand der amtlichen Rechtschreibung. Ob solche Schreibweisen in einer wissenschaftlichen Arbeit zugelassen oder verlangt werden, ergibt sich aus der jeweiligen Leitlinie oder aus der Absprache mit der betreuenden Person. Diese Vorgaben vor dem Schreiben zu prüfen, ist sinnvoll.
Geschlechtsneutrale Alternative: Musikschaffende
Neben den verkürzten Schreibweisen kann für Musiker die Umschreibung Musikschaffende passen. Das substantivierte Partizip bezeichnet Personen, die Musik komponieren, produzieren oder aufführen. Im Plural kann es eine geschlechtsneutrale Gruppe bezeichnen; im Singular stehen die Formen die Musikschaffende und der Musikschaffende. Je nach Kontext können auch Umschreibungen wie „Person, die Musik macht“ oder Sammelbegriffe wie „Musikszene“, „Ensemble“ oder „Band“ passen, wenn nicht die einzelne Person, sondern eine Gruppe gemeint ist. Die passende Form richtet sich nach Satz und Zusammenhang.
Beispielsatz mit Musiker im Studienkontext
In einer Bachelor- oder Masterarbeit könnte ein Beispiel mit Doppelnennung so aussehen: „Die befragten Musikerinnen und Musiker gaben an, dass sich ihre Übungsroutine während des Studiums verändert hat.“ Wird stattdessen die neutrale Variante bevorzugt, ist folgende Formulierung möglich: „Die befragten Musikschaffenden gaben an, dass sich ihre Übungsroutine während des Studiums verändert hat.“ Wer sich für eine verkürzte Schreibweise entscheidet, kann ebenso schreiben: „Die Musiker*innen wurden anhand eines standardisierten Fragebogens befragt.“ Wichtig ist in jedem Fall, die einmal gewählte Form im gesamten Dokument beizubehalten, damit der Text konsistent bleibt und nicht zwischen verschiedenen Schreibweisen wechselt. Ein einheitliches Vorgehen erleichtert zudem die spätere Prüfung durch Betreuende oder ein Korrekturlesen vor der Abgabe.

Häufige Fehler beim Gendern von Musiker
Ein häufiger Fehler ist der unreflektierte Wechsel zwischen verschiedenen Schreibweisen innerhalb eines Textes, etwa wenn im ersten Kapitel Musiker*innen und im zweiten Musikerinnen und Musiker steht. Entscheidend ist, ob für die Arbeit Vorgaben der Hochschule, des Fachbereichs, der Prüfungsordnung oder der betreuenden Person gelten. Das amtliche Regelwerk führt Wortbinnenzeichen wie Gendersternchen und Doppelpunkt derzeit nicht als Teil des Kernbestands der deutschen Orthografie. Wenn keine Vorgabe veröffentlicht ist, sollte die gewählte Form mit der betreuenden Person abgestimmt und im gesamten Text einheitlich verwendet werden. Mehr Hintergrund dazu bietet der Beitrag gendergerechte Sprache.
Fazit zum Gendern von Musiker
Wer Musiker in der eigenen Arbeit geschlechtergerecht bezeichnen möchte, kann die ausgeschriebene Doppelnennung, verkürzte Schreibweisen mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I sowie die Bezeichnung Musikschaffende verwenden. Die Formen unterscheiden sich in Formalität, Lesbarkeit und darin, ob sie zu institutionellen Vorgaben passen. Für Alltagstexte, Pressemitteilungen oder Webseiten sollte die Form zum Stil und Zielpublikum passen. Für wissenschaftliche Arbeiten sind veröffentlichte Vorgaben der Hochschule oder des Fachbereichs maßgeblich. Fehlen solche Vorgaben, bietet eine konsequent verwendete Doppelnennung oder neutrale Umschreibung einen nachvollziehbaren Weg. Wer Unterstützung beim Formulieren, Korrigieren oder Vereinheitlichen der gewählten Schreibweise sucht, findet Informationen im Lektorat von korrektur.de.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Sänger gendern, Schauspieler gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.