Gendern Hörer: Hörer*innen und die neutrale Alternative
Geschlechtergerechte Varianten für die Bezeichnung Hörer
Beim Gendern von Hörer stehen mehrere Formulierungen zur Auswahl, etwa im Radio, in Vorlesungen oder bei Umfragen. Dazu gehören die Nennung beider Formen, Hörerinnen und Hörer, die Verwendung einer verkürzten Schreibweise wie Hörer*innen, Hörer:innen oder Hörer_innen sowie neutrale Umschreibungen wie Zuhörende oder Hörerschaft. Welche Variante sich eignet, hängt vom Textformat und von den Vorgaben der zuständigen Hochschule oder Redaktion ab.
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Gender-Hinweis: vier fertige Formulierungen
Wer „Hörer“ in der Hausarbeit gendert, braucht einen Satz dazu: ab Seite 2 vier Hinweise (generisches Maskulinum, Doppelpunkt, neutrale Formen, kurze Fußnote), der passende Ort im Dokument und eine Wortliste mit drei Formen. Auch für Bachelor- und Masterarbeit.
Gendern Hörer: die kurze Antwort
Gendern Hörer ist auf mehreren Wegen möglich: durch die Doppelnennung, durch Schreibweisen mit Sonderzeichen oder durch eine neutrale Umschreibung. Die Doppelnennung Hörerinnen und Hörer nennt die weibliche und die männliche Form. Verkürzte Varianten sind Hörer*innen, Hörer:innen, Hörer_innen oder HörerInnen; sie können zusätzlich Personen einbeziehen, die sich nicht dem binären Geschlechtermodell zuordnen. Lässt sich der Begriff neutral formulieren, etwa als Zuhörende oder Hörerschaft, sind keine Sonderzeichen nötig. Welche Form passt, hängt vom journalistischen, administrativen oder akademischen Kontext ab.

Alle Genderformen für Hörer
Für Hörer stehen folgende geschlechtergerechte Formen zur Verfügung:
- Doppelnennung: Hörerinnen und Hörer
- Gendersternchen: Hörer*innen
- Doppelpunkt: Hörer:innen
- Unterstrich (Gendergap): Hörer_innen
- Binnen-I: HörerInnen
- Weibliche Form: Hörerin, Plural Hörerinnen
Die verkürzten Schreibweisen mit Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich setzen an derselben Stelle im Wort an: zwischen dem Wortstamm Hörer und der Endung innen. Sie gelten in vielen Redaktionen, Verwaltungen und Hochschulen als praktikable Lösung, sind aber im amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung bislang nicht als Standard verankert. Das Binnen-I, also HörerInnen mit großem I in der Wortmitte, gilt als ältere Variante und wird inzwischen seltener verwendet als Sternchen oder Doppelpunkt. Beim lauten Vorlesen kann vor der Endung innen ein Glottisschlag beziehungsweise eine hörbare Wortinnenfuge gesprochen werden, um beide Bestandteile hörbar zu trennen.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Hörer
Als geschlechtsneutrale Umschreibung eignet sich im Plural das substantivierte Partizip Zuhörende, das grammatisch wie ein Adjektiv dekliniert wird. Im Singular wird das Geschlecht durch den Artikel sichtbar: die Zuhörende, der Zuhörende. Für die Gesamtheit der Hörer bietet sich außerdem der Sammelbegriff Hörerschaft an, etwa in Sätzen wie die Hörerschaft der Sendung. Beide Alternativen lassen sich ohne Sonderzeichen verwenden, ersetzen aber nicht in jedem Kontext die Doppelnennung oder die verkürzten Formen, insbesondere wenn eine einzelne Person konkret gemeint ist.
Beispielsatz mit Hörer im Studienkontext
In wissenschaftlichen Arbeiten können verschiedene geschlechtergerechte Formen im Satz verwendet werden. Ausgehend von der nicht gegenderten Ausgangsform „Die Hörer der Vorlesung füllten den Fragebogen aus.“ sind folgende geschlechtergerechte Fassungen möglich: „Die Hörerinnen und Hörer der Vorlesung füllten den Fragebogen aus.“ oder „Die Hörer*innen der Vorlesung füllten den Fragebogen aus.“ Eine neutrale Formulierung lautet: „Die Zuhörenden der Vorlesung füllten den Fragebogen aus.“ Auch in einer Studienzusammenfassung kann etwa stehen: „Insgesamt nahmen 240 Hörerinnen und Hörer an der Befragung teil.“ Welche Form verwendet wird, richtet sich nach den jeweiligen Vorgaben; innerhalb einer Arbeit sollte sie einheitlich bleiben.

Häufige Fehler beim Gendern von Hörer
Ein uneinheitlicher Wechsel zwischen verschiedenen Formen innerhalb derselben Arbeit, etwa Hörer*innen in einem Kapitel und Hörer:innen im nächsten, kann die Lesbarkeit beeinträchtigen. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat Gendersternchen, Doppelpunkt und Unterstrich nicht zur Aufnahme in das Amtliche Regelwerk empfohlen. Für eine Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit empfiehlt sich daher zuerst ein Blick in die Vorgaben der eigenen Hochschule oder des Lehrstuhls. Fehlt eine klare Vorgabe, können eine konsequente Doppelnennung oder eine neutrale Formulierung wie Zuhörende passende Lösungen sein. Weitere Hinweise liefert der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum Gendern von Hörer
Wer Hörer sachgerecht und einheitlich gendern möchte, kann zwischen der klassischen Doppelnennung Hörerinnen und Hörer, verkürzten Formen wie Hörer*innen, Hörer:innen, Hörer_innen oder HörerInnen sowie neutralen Begriffen wie Zuhörende oder Hörerschaft wählen. Für wissenschaftliche Arbeiten gilt: Erst die Vorgaben der Hochschule prüfen, dann die gewählte Form im gesamten Text konsequent verwenden, ohne zwischen verschiedenen Schreibweisen zu wechseln. So bleibt der Text nachvollziehbar und respektvoll gegenüber allen angesprochenen Personen. Wer unsicher ist, ob die geschlechtergerechte Sprache in der eigenen Arbeit korrekt und einheitlich umgesetzt ist, kann den Text vor der Abgabe fachlich prüfen lassen, zum Beispiel im Rahmen eines Lektorats.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Abonnent gendern, Wähler gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.