Gendern Verdächtiger: Doppelnennung, Verdächtige*r und Doppelpunkt
Weibliche Form, Kurzformen und neutrale Alternative im Überblick
Beim Gendern von Verdächtiger geht es darum, die Personenbezeichnung so zu formulieren, dass sie Frauen und Männer gleichermaßen einschließt, etwa durch die Doppelnennung Verdächtige und Verdächtiger, Kurzformen wie Verdächtige*r oder Verdächtige:r sowie die geschlechtsneutrale Umschreibung verdächtige Person. Da Verdächtiger grammatisch ein substantiviertes Adjektiv ist, unterscheidet sich die Bildung der weiblichen Form von klassischen Berufsbezeichnungen wie Arzt und Ärztin: Die korrekte weibliche Form lautet Verdächtige, nicht Verdächtigerin. Für wissenschaftliche Arbeiten empfiehlt sich eine konsequente, einheitliche Lösung nach Vorgabe der Hochschule.
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Gender-Hinweis: vier fertige Formulierungen
Ein Satz legt die Schreibweise von „Verdächtiger“ für die ganze Arbeit fest: ab Seite 2 vier fertige Hinweise (generisches Maskulinum, Doppelpunkt, neutrale Formen, kurze Fußnote), dazu der richtige Ort im Dokument und eine Wortliste mit drei Formen. Von der Hausarbeit bis zur Masterarbeit.
Gendern Verdächtiger: kurz erklärt
Beim Gendern Verdächtiger geht es um die inklusive Gestaltung dieser Personenbezeichnung, die in alltäglicher Kommunikation, journalistischen Beiträgen und akademischen Publikationen gleichermaßen relevant ist. Dabei eröffnen sich im Wesentlichen drei Möglichkeiten: die vollständige Nennung beider Geschlechter (Verdächtige und Verdächtiger), verkürzte Schreibweisen mit Sternchen oder Doppelpunkt (etwa Verdächtige*r) sowie die Verwendung einer geschlechtsneutralen Umschreibung wie verdächtige Person. Eine entscheidende grammatikalische Nuance besteht darin, dass Verdächtiger kein herkömmliches Substantiv auf -er ist, sondern einem substantivierten Adjektiv gleicht, vergleichbar mit Angestellter oder Vorsitzender. Folglich entsteht die weibliche Entsprechung nicht durch Hinzufügen des Suffixes -in, sondern durch Veränderung der Adjektivendung: Aus Verdächtiger wird Verdächtige, nicht Verdächtigerin. Gerade für die korrekte Rechtschreibung in Seminar- und Abschlussarbeiten ist diese Differenzierung maßgeblich.

Übersicht aller Genderformen für Verdächtiger
Je nach Situation und Genre eignen sich verschiedene gendergerechte Varianten für den Begriff Verdächtiger:
- Doppelnennung: die Verdächtige und der Verdächtige (im Plural bereits einheitlich: die Verdächtigen)
- Gendersternchen: Verdächtige*r
- Doppelpunkt: Verdächtige:r
- Unterstrich (Gendergap): Verdächtige_r
- Binnen-I: bei diesem Wort nicht üblich, da keine Ableitung mit dem Suffix -in vorliegt
- Weibliche Form: Verdächtige (nicht Verdächtigerin)
Die Sonderzeichen-Varianten setzen jeweils an der weiblichen Form Verdächtige an und ergänzen das r für die männliche Form. Das amtliche Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung führt diese Kurzformen derzeit nicht als Standard, weshalb sie vor allem in Texten mit eigener Hausorthografie oder nach ausdrücklicher Vorgabe der Hochschule zum Einsatz kommen.
Geschlechtsneutrale Alternative zu Verdächtiger
Neben der direkten Bezeichnung bieten verschiedene Alternativen Möglichkeiten, die Personenbezeichnung geschlechtergerecht zu gestalten. Eine geschlechtsneutrale Alternative zu Verdächtiger ist beispielsweise die Umschreibung mit dem Wort Person, etwa verdächtige Person oder, in Anlehnung an den polizeilichen und juristischen Sprachgebrauch, tatverdächtige Person. Diese Variante vermeidet jede Festlegung auf ein Geschlecht, ist gut lesbar und wird bereits in Polizeimeldungen sowie in Presseerklärungen häufig verwendet, etwa in Formulierungen wie eine 28 Jahre alte tatverdächtige Person wurde festgenommen. Eine echte geschlechtsneutrale Sammelbezeichnung wie Studierende bei Studenten existiert für Verdächtiger dagegen nicht, da es sich bereits um ein substantiviertes Adjektiv handelt. Für wissenschaftliche Arbeiten, etwa in Jura, Kriminologie oder Sozialwissenschaften, bietet die Umschreibung mit Person daher oft die praktikabelste neutrale Lösung, insbesondere wenn häufige Wiederholungen der Doppelnennung den Lesefluss stören würden.
Beispielsatz mit Verdächtiger im Studienkontext
Im wissenschaftlichen Schreiben kann die Personenbezeichnung etwa in einer rechtswissenschaftlichen Seminararbeit vorkommen. Eine mögliche Doppelnennung lautet: Die Verdächtige oder der Verdächtige wurde befragt. Eine weitere Doppelnennung kann etwa so aussehen: Die vernommene Verdächtige oder der vernommene Verdächtige wurde über ihre beziehungsweise seine Rechte belehrt. Eine neutrale Umschreibung lautet: Die tatverdächtige Person wurde über ihre Rechte belehrt. Welche Form passt, hängt von den Vorgaben und dem Satzkontext ab. In einer Bachelor- oder Masterarbeit sollte die gewählte Form im gesamten Dokument einheitlich verwendet werden, damit der Text professionell wirkt.

Häufige Fehler beim Gendern von Verdächtiger
Ein häufiger Fehler ist die Bildung Verdächtigerin. Die feminine Form von Verdächtiger lautet Verdächtige, denn Verdächtiger ist kein Substantiv mit dem Suffix -er, sondern ein substantiviertes Adjektiv. Ebenfalls problematisch kann ein Wechsel zwischen mehreren Genderformen innerhalb derselben Arbeit sein, etwa wenn im ersten Kapitel die Doppelnennung und im zweiten das Gendersternchen verwendet wird. Auch bei generalisierenden Aussagen muss geprüft werden, ob die maskuline Form eindeutig verstanden wird. Für wissenschaftliche Arbeiten sind zunächst der Leitfaden der eigenen Hochschule oder Fakultät sowie die jeweiligen Fachvorgaben maßgeblich. Fehlt eine Vorgabe, können Doppelnennung oder neutrale Umschreibungen einheitlich verwendet werden. Weiterführende Hinweise bietet der Beitrag Gendern in der wissenschaftlichen Arbeit.
Fazit zum Gendern von Verdächtiger
Beim Gendern von Verdächtiger stehen grundsätzlich drei gleichwertige Wege zur Wahl: die Doppelnennung Verdächtige und Verdächtiger, verkürzte Schreibweisen wie Verdächtige*r, Verdächtige:r oder Verdächtige_r sowie die neutrale Umschreibung verdächtige beziehungsweise tatverdächtige Person. Wichtig zu wissen bleibt, dass die weibliche Form korrekt Verdächtige und nicht Verdächtigerin lautet, weil es sich um ein substantiviertes Adjektiv handelt. Welche Variante am Ende gewählt wird, hängt vom Kontext, der Zielgruppe und, bei wissenschaftlichen Arbeiten, von den Vorgaben der Hochschule ab. Entscheidend ist vor allem die konsequente Anwendung über den gesamten Text hinweg. Wer sich unsicher ist, ob die gewählte Form durchgehend und korrekt umgesetzt wurde, kann den Text im Rahmen eines Lektorats gezielt auf einheitliche und geschlechtergerechte Formulierungen prüfen lassen.
Weitere Wörter im Gender-Wörterbuch: Ermittler gendern, Bäcker gendern und Gender-Wörterbuch A bis Z.