Bote richtig gendern und verständlich verwenden
Bote richtig gendern
Für „Bote“ steht im Nominativ Singular die gendergerechte Paarform „Bote und Botin“ zur Verfügung. In anderen Kasus lautet die maskuline Form „Boten“, im Plural „Boten und Botinnen“. Ob die gewählte Form passt, hängt vom Personenbezug und vom Satzkontext ab.
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Gender-Hinweis: vier fertige Formulierungen
Vier fertige Hinweise für eine Arbeit, in der „Bote“ vorkommt: generisches Maskulinum, Doppelpunkt, neutrale Form oder kurze Fußnote. Ab Seite 2 stehen die Sätze zum Einsetzen, dazu der richtige Ort im Dokument und eine Wortliste mit drei Formen. Für Hausarbeit, Bachelor- und Masterarbeit.
Belegte Formen für Bote und Botin
Die Paarform Bote und Botin nennt beide Personenbezeichnungen, die zur Verfügung stehen. Botin bezeichnet laut Duden eine weibliche Person, die im Auftrag eines anderen etwas überbringt. Die Formen die Botin, der Botin und die Botinnen sind grammatisch belegt.
Vollständige Sätze mit der Paarform lauten etwa: „Der Bote und die Botin überbringen eine Nachricht.“ Bezogen auf Frauen heißt es: „Die Botin überbringt eine Nachricht.“ Diese Beispiele zeigen nur die ausgeschriebenen Bezeichnungen.
Duden führt unter anderem Kurier und Kurierin als Synonyme zu Bote und Botin. Sie passen je nach Bedeutung nicht in jeden Satz.

Welche Form passt zum Satzkontext?
Im Satz können die Formen „die Botin“, „der Botin“ und „die Botinnen“ je nach Kasus und Zahl stehen. Die Paarform „Bote und Botin“ steht im Nominativ Singular etwa in „der Bote und die Botin“; in anderen Kasus heißt es etwa „den Boten und die Botin“, im Plural „die Boten und Botinnen“. „Botin“ bezeichnet eine weibliche Person, die im Auftrag eines anderen etwas überbringt.
Beispiele für vollständige Sätze sind: „Die Botin überbringt eine Nachricht.“ und „Der Bote und die Botin überbringen eine Nachricht.“ Sie zeigen nur vollständige Satzformen.
Kurier und Kurierin führt Duden als Synonyme zu Bote und Botin. „Kurier“ kann jedoch auch eine Person bezeichnen, die im Staats- oder Militärdienst vertrauliche Nachrichten überbringt.
Paarformen und direkt belegte Alternativen
Die Paarform „Bote und Botin“ steht im Nominativ Singular etwa in „der Bote und die Botin“. In anderen Kasus heißt es etwa „den Boten und die Botin“, im Plural „die Boten und Botinnen“. Ob die gewählte Form im konkreten Satz passt, hängt vom Personenbezug und von der Lesbarkeit ab; allgemein verbindlich ist sie nicht.
Als Synonyme zu Bote und Botin führt Duden unter anderem „Kurier“, „Kurierin“ und „Überbringer“. Diese Wörter sind je nach Kontext nicht bedeutungsgleich. „Kurier“ und „Kurierin“ bilden ein weiteres Paar; ob eine Form passt, muss anhand des konkreten Inhalts geprüft werden.
Eine eigenständige neutrale Alternative ist im Duden-Eintrag zu „Bote“ nicht genannt. Deshalb sollte keine zusätzliche neutrale Form als belegt behauptet werden. Wenn eine neutrale Bezeichnung erforderlich erscheint, prüfe mit dem vollständigen Ausgangssatz, ob eine Umschreibung die gemeinte Bedeutung trifft. „Kurier“, „Kurierin“ und „Überbringer“ sind Synonyme, tragen aber nicht in jedem Satz dieselbe Bedeutung.
Auch „Überbringer“ ist laut Duden maskulin und bezeichnet eine männliche Person, die etwas überbringt. Das Wort sollte daher nicht ohne Kontext als geschlechtsneutrale Ersatzform behandelt werden. Vergleiche die beabsichtigte Aussage mit „Bote“, „Botin“, „Kurier“ oder „Kurierin“ und wähle nur eine Form, deren Bedeutung und Satzfunktion verständlich bleiben.
Die Auswahl darf außerdem nicht durch eine vermeintliche Rangfolge begründet werden. Der bereitgestellte Wortlaut trägt die genannten Formen, aber keine allgemeine Aussage, wonach eine davon immer vorzuziehen wäre. Für jeden Satz sind daher Ausgangsform, gemeinter Personenbezug, Zielgruppe und Lesbarkeit gesondert zu prüfen.
Drei vollständige Beispielsätze
Die folgenden Sätze zeigen die genannten Formen in grammatisch vollständigen Sätzen.
- An das Büro überbringt die Botin die Nachricht.
- Gemeinsam überbringen der Bote und die Botin die Nachricht.
- An die Empfängerin überbringt die Kurierin das Schreiben.
Im ersten Beispiel steht die feminine Form „Botin“ für eine einzelne weibliche Person. Im zweiten Beispiel wird die Paarform „Bote und Botin“ vollständig ausgeschrieben. Im dritten Beispiel steht mit „Kurierin“ ein von Duden als Synonym geführtes Wort. Die Beispiele schreiben keine dieser Formen für jeden anderen Satz vor.
Auch bei einer Überarbeitung sollte der vollständige Satz geprüft werden. Ändert sich der Personenbezug, kann eine andere Form erforderlich sein. Wenn der Satz eine einzelne weibliche Person beschreibt, prüfe „Botin“. Wenn zwei Personenbezeichnungen gemeinsam sichtbar werden sollen, prüfe „Bote und Botin“. Wenn ein alternatives Wort wie „Kurierin“ vorgesehen ist, prüfe, ob es im konkreten Satz verständlich bleibt.
Die Sätze enthalten keine abgekürzten Formen und keine isolierten Wortfragmente. Artikel, Substantive und Verben sind jeweils in einen vollständigen Zusammenhang eingebettet. Für einen eigenen Text kann daher zunächst die Ausgangsform eingesetzt und anschließend auf Personenbezug, Zielgruppe und Lesbarkeit geprüft werden. Eine abweichende Form sollte nur verwendet werden, wenn sie aus der bereitgestellten Auswahl direkt hervorgeht oder konkret geprüft wurde.

So prüfst du die passende Form
Beginne mit der Ausgangsform. Steht im Manuskript „Bote“, prüfe, ob eine einzelne Person oder mehrere Personen bezeichnet werden. Kläre anschließend, welcher Personenbezug im Satz sichtbar sein soll. Für eine einzelne Frau steht „Botin“. Sollen beide Personenbezeichnungen genannt werden, steht im Nominativ Singular „der Bote und die Botin“, in anderen Kasus etwa „dem Boten und der Botin“ und im Plural „die Boten und Botinnen“.
- Ausgangsform prüfen: Markiere die Stelle, an der „Bote“ steht, und lies den vollständigen Satz.
- Personenbezug prüfen: Ermittle, ob der Satz eine weibliche Person, die Paarform oder ein alternatives Wort aus der belegten Auswahl meint.
- Vollständigkeit prüfen: Kontrolliere Artikel, Kasus, Singular oder Plural sowie den Bezug der übrigen Satzteile. Im Nominativ Singular steht „der Bote und die Botin“, in anderen Kasus etwa „dem Boten und der Botin“ und im Plural „die Boten und Botinnen“.
- Zielgruppe prüfen: Lies die gewählte Form aus Sicht der vorgesehenen Leserinnen und Leser.
- Lesbarkeit prüfen: Vergleiche „Botin“, „Bote und Botin“, „Kurier“, „Kurierin“ und „Überbringer“ nur dann, wenn sie Aufgabe und Personenbezug zutreffend ausdrücken.
Die Zielgruppe und die Lesbarkeit gehören zur Auswahlentscheidung, weil eine Form im vollständigen Satz verständlich bleiben soll. Daraus folgt keine allgemeine Pflicht zu einer bestimmten Schreibweise. Wenn die Paarform den Satz unnötig schwer lesbar erscheinen lässt, prüfe zuerst, ob „Botin“ oder eine Alternative die gemeinte Bedeutung genauer wiedergibt. Bei einer gesuchten neutralen Form prüfe, ob eine Umschreibung im vollständigen Satz passend ist.
Zum Schluss lies den gesamten Satz noch einmal. Prüfe, ob die gewählte Bezeichnung grammatisch vollständig eingebunden ist und ob sie genau die gemeinte Personengruppe bezeichnet. Wenn eine Aussage nicht direkt aus der belegten Auswahl hervorgeht, formuliere keine Vermutung. Führe stattdessen eine konkrete Prüfung der vollständigen Form im eigenen Satz durch.
Passende nächste Schritte
Quellen und Stand
- Fachquelle: www.duden.de (Stand 2026)